Rote Fahne 10/2018

Togo – Ringen um den Weg der Befreiung

Isidore Apélété, Kommunistische Partei Togos (PCT), im Interview mit der Roten Fahne

Von Redaktion
Togo – Ringen um den Weg der Befreiung
Lomé/Togo, Februar 2018: Massendemonstration gegen das Gnassingbe-Regime. Foto: @Farida_N/Twitter

Rote Fahne: Wir sind gespannt auf Neuigkeiten über den Kampf gegen die Herrschaft des togolesischen Diktators Gnassingbe …

 

Isidore Apélété: Seit dem 19. August 2017 sind die Massen in Togo auf der Straße. Sie wollen der Diktatur von Gnassingbe Faure ein Ende bereiten und fordern, dass der französische Imperialismus aus Togo verschwindet. Es gab schon 100 Tote und 450 Verletzte. Der Klassenkampf wird härter, umfasst verschiedene Bewegungen der Massen. Die faschistische togolesische Armee hat alle größeren Städte im Norden Togos eingenommen, um die Volksmassen zu unterdrücken. Städte wie Mango, Bafilo, Sokodé sind militärisch besetzt.

 

Welche Rolle spielt die EU und besonders Frankreich?

 

Der französische Staatschef Macron nahm Einfluss auf das Gnassingbe-Regime, das seit Januar 2018 Verhandlungen mit der „liberalen“ Opposition führt. Diese besteht aus 14 Parteien. Die Verhandlungen kommen nicht voran. Sie finden keine Lösung, die den Forderungen der Massen nach Beseitigung der Diktatur gerecht wird. Das Ganze läuft darauf hinaus, dass die Gnassingbe-Diktatur gemeinsam mit der neoliberalen Opposition eine Regierung bildet, um das System der neokolonialen Ausbeutung und Unterdrückung fortzuführen. Das bedeutet aber, dass die Massen in ihrem Kampf eigentlich für nichts gestorben sind. Das bekräftigt die Analyse unserer Partei vom September 2016, dass diese falschen Demokraten den Freiheitskampf nicht anführen können.

 

Das sind schwierige Bedingungen für die Kämpfe. Hat sich die revolutionäre Richtung gestärkt?

 

Die fortschrittlichen Demokraten und die Marxisten-Leninisten arbeiten daran, dass man den Kampf weiterführt und die Massen organisiert, bis das System gestürzt ist. Die Arbeiterklasse muss an der Spitze dieses Kampfs stehen. Große Streiks breiten sich überall in Togo aus. Die Arbeiter in den Bergwerken stehen im Kampf, vor allem in den Phosphatminen und in den Zementwerken. Lehrer, Schüler und Studenten streiken. Im Gesundheitswesen streiken Pflegerinnen und Pfleger, Hebammen und Ärzte. Bedeutend ist auch der Kampf der schwangeren Frauen für Gesundheitsversorgung. Die Jugend ist die ganze Zeit auf der Straße gegen das Regime. Ohne die Propaganda der Partei und ohne die Massenorganisationen werden diese Kämpfe nicht zum Ziel führen können.

 

Berührt der antiimperialistische Kampf in Togo denn auch andere westafrikanische Länder?

 

Der französische Imperialismus hat die Präsidenten von Ghana und Guinea als Unterpräfekten in die Verhandlungen geschickt. Der Kampf der Massen in Togo ist derselbe, den die Massen auch in Burkina Faso, Niger und Mali gegen die französischen, deutschen und US-amerikanischen Imperialisten führen. In Mali wurde eine Militärbasis errichtet, um die ganze westafrikanische Region zu kontrollieren. Die USA führt Militärmanöver durch, vor allem an der Küsten von Benin und Togo. Unsere Länder sind von den Imperialisten eingekreist, damit diese die Kontrolle über die Bodenschätze haben. Es gibt eigentlich keine andere Lösung, als dass man in all diesen westafrikanischen Ländern demokratische und antiimperialistische Organisationen entwickelt und stärkt, die den Kampf der Arbeiterklasse, der Frauen, der Jugend gegen dieses mafiöse System des Imperialismus mobilisieren können.

 

Vielen Dank für das Interview