Alle Nachrichten vor drei Tagen



In Chile streiken die Lehrkräfte an staatlichen Schulen seit sechs Wochen für  bessere Arbeits- und Unterrichtsbedingungen. Am Mittwoch, den 10. Juli, sprach sich eine knappe Mehrheit der 50.000 Gewerkschaftsmitglieder für die Fortsetzung des Streiks aus. Der Streik findet große Unterstützung auch bei Schülerinnen und Schülern und Studierenden, geht es doch insgesamt um höhere Investitionen in das staatliche Bildungssystem.


Über 600 Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Werken folgten dem Aufruf der IG Metall, am 12. Juli vor die Konzernzentrale von Mahle an der Pragstraße in Stuttgart zu demonstrieren.



Im Zentrum der Demonstration vor die Konzernzentrale von Mahle stand die Solidarität mit den Beschäftigten vom Werk Öhringen (Raum Heilbronn), dessen Schließung vom Vorstand für 2020 geplant ist. „Hier geht es nicht allein um 240 Arbeitsplätze, sondern um die Existenz von 240 Familien“, sagte die Betriebsratsvorsitzende Sonja Hanselmann unter großem Beifall. „In neun Minuten hat dies der Geschäftsführer auf einer Versammlung bekanntgegeben – mit dem Rücken zum Ausgang und unter der Auflage, dass sich keine Gläser, Tassen und Feuerlöscher im Raum befinden. Soviel zur Angst dieser Herren vor uns!“

 

Viele Kolleginnen und Kollegen sind empört, dass Mahle mit der Schließung von Öhringen und Telford (GB), sowie einem „Spar“-Programm, bei dem 380 bestehende und 300 geplante Arbeitsplätze vernichtet werden sollen, alles andere als den vor kurzem noch selbst propagierten „sozialverträglichen Kurs“ fährt.

 

Das reiht sich ein in die aktuell bekannt gewordenen Abbaupläne von Autozulieferer Marquardt mit 600 Jobs, oder Conti, das sein Werk in Oppenweiler mit 340 Jobs schließen will. Einige angesprochene Metallerinnen und Metaller stimmten deshalb der Losung der MLPD zu: „Wir zahlen nicht die Zeche eurer Krisen!“ Etliche sehen auch, dass es dem Vorstand nur um die Profitmaximierung geht, wenn ein Teil der Arbeitsplätze zum Beispiel nach Rumänien verlagert werden sollen.

 

Gleichzeitig wirkt, was von Betriebsrats- und IG-Metall-Führern von der Bühne aus vertreten wurde: "gemeinsam" aus der Krise kommen, sowie die Kritik an der Regierung, die mit ihrem Druck auf die Transformation hin zur E-Mobilität schuld daran sei, dass den Automobilarbeiterinnen und Automobilarbeitern die Zukunft verbaut wird. Statt an den Vorstand oder gar an die Mahle-Stiftung zu appellieren, er solle zum Weg „vernünftiger Verhandlungen“ zurückkehren, wo angeblich der Mensch an erster Stelle steht, ist der entschlossene Kampf der gesamten Mahle-Belegschaft und der Automobilarbeiterinnen wie Automobilarbeiter die einzige Sprache, die die Herren in der Chefetage verstehen. In diesem Sinne muss der europaweite Aktionstag der Mahle-Belegschaft am 25. Juli durchgeführt werden.


"Ich bin vor fünf Jahren nach Deutschland gekommen, um mit meiner Familie ein neues Leben aufzubauen." So beginnt der Bericht eines Leiharbeiters bei VW in Wolfsburg, den die Zeitung von Kollegen für Kollegen in den deutschen VW-, Audi-, Porsche und MAN-Werken "Vorwärtsgang" abgedruckt hat:



Weiter schreibt der Kollege: "Ich habe für zweieinhalb Jahre bei der Autovision gearbeitet und war auch nach Hannover versetzt, an der ML4. Als Leiharbeiter hat man nicht die gleichen Rechte wie die Stammwerker. Man kann zum Beispiel nicht seine Meinung sagen.

 

Ich war in zwei Jahren nur einmal krank. Da habe ich mit verstauchtem Fuß versucht zu arbeiten, bis mich der Teamsprecher nach Hause geschickt hat. Bei der Urlaubsvergabe gab es in Hannover eine Reihenfolge: erst Stamm, dann Leiharbeiter Hannover, dann wir verliehenen Kollegen aus Wolfsburg.

 

Im Dezember 2017 haben wir für unsere Festeinstellung gekämpft. Viele wurden eingestellt, aber es sind nicht alle. Mindestens 65 Kollegen sind weiter draußen. Es ist eine Lüge, dass die Festeinstellungen nach sozialen Kriterien verliefen. Es lief chaotisch. Es hat alles mit Beziehungen zu tun.

 

Ich weiß in einem Fall genau, dass 3000 Euro für einen Festvertrag geflossen sind. Ich arbeite nun für Randstad. Wir beliefern die Linie, an der ich vorher gearbeitet habe. Gibt es überhaupt Gerechtigkeit?"




In Indonesien finden tägliche Proteste zur Freilassung der inhaftierten Gewerkschaftsführerin Reni Desmira statt. Die Sekretärin der Gewerkschaft beim Meeresfrüchteverarbeiter BMI in Lampung  war am 17. Mai verhaftet worden. Hintergrund ist, dass sie eine Kampagne für die gesetzlich vorgeschriebene Anmeldung der Beschäftigten bei der Krankenversicherung durchführte. Am 4. Juli organisierten alle IUL-Gewerkschaften (Internationale Union der Lebensmittelarbeitnehmerinnen) einen Protest vor den BMI-Fabriktoren und demonstrierten dann zur Provinzregierung.


Auch dieses Jahr startet der Jugendverband REBELL von seinem Sommercamp, das vom 20. Juli bis 10. August im Ferienpark Thüringer Wald in Truckenthal (Thüringen) stattfindet, eine Kanu-Tour. Die ist berühmt und „berüchtigt“.



Ein REBELL aus Dortmund schreibt zur Kanu-Tour vor dem Sommercamp von REBELL und ROTFÜCHSEN: „Ich habe an der Kanu-Tour des Sommercamps 2018 teilgenommen und würde das jedem unbedingt empfehlen. Wir sind zwei Tage über die Saale gefahren, haben draußen im Schlafsack und auf der Isomatte geschlafen. Wir haben zwischendurch Pausen gemacht und die einzigartige Natur und das Schwimmen in der Saale genossen. Sport, Freunde und Natur, das waren zwei anstrengende aber wunderschöne Tage!“

 

Die Tour beginnt am 5. August und geht bis zum 6. August Nur noch wenige Plätze sind frei. Danach nimmt man am Sommercamp teil. Meldet euch bei der Verbandsleitung an.




In der südafrikanischen Provinz Mpumalanga fanden in dieser Woche zahlreiche Protest- und Blockadeaktionen vor Kohleminen statt. So blockierten 500 Bewohner aus Phosa und Ogies den Zugang zur Glencore Kohlemine Goedegevonden. Protestmäsche gab es auch vor zwei Anglo American Kohleminen. Die Menschen verlangen, dass die Konzere ihre Zusagen einhalten und mindestens 30 Prozent der Arbeitsplätze an Anwohner der Region gehen. Bisher sind das leere Versprechungen.


In Serbien gibt es nach wie vor wöchentliche Demonstration gegen Präsident Aleksandar Vucic.



Sie reihen sich in einen Aufschwung von Arbeiter- und Volkskämpfen ein, die seit Ende 2018 in Europa aufleben.

 

Am letzten Samstag, 6. Juli, haben sich erneut Hunderte Regierungsgegnerinnen und Regierungsgegner zu einer Protestkundgebung in der Hauptstadt Belgrad versammelt. Die Demonstrantinnen und Demonstranten zogen durch das Stadtzentrum zum Polizeipräsidium von Belgrad. Dort protestierten sie dagegen, dass auch sieben Monate nach einer schweren Prügelattacke auf einen Spitzenfunktionär der Opposition die Angreifer nicht gefasst wurden. Es war bereits die 31. Protestkundgebung.




In Ang Snuol in der kambodschanischen Provinz Kandal streiken seit Montag, den 8. Juli 2019, 2000 Arbeiterinnen der Bowker Garment Fabrik, nachdem eine Gewerkschafterin entlassen worden war. Diese hatte sich für eine andere Kollegin eingesetzt, die angeblich Kleider gestohlen haben soll. Die Streikenden haben 18 Forderungen gestellt: neben der Wiedereinstellung geht es vor allem um bessere Arbeitsbedingungen. Dazu gehört auch die Entlassung des Verwaltungschefs.