Stuttgart

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Rechtsprechung im Namen von Daimler

Vor kurzem fand in Stuttgart der Fortsetzungprozess gegen die fristlose Kündigung eines Daimler-Kollegen statt.¹

Korrespondenz

Der Solidaritätskreis hatte 25 Kolleginnen, Kollegen, Freundinnen und Freunde mobilisiert. Es zeigte sich ein ähnliches Bild, wie bereits beim ersten Prozess: Nur für den als Zeugen benannten Meister oder den Personaler von Daimler, sowie dessen Prozessbeauftragten waren die dem Kollegen zu Last gelegten „Tätlichkeiten“ erwiesen. Der Daimler-Anwalt diffamierte in seinem Schlusswort den Kläger als „aggressiven“ Menschen. Der Richter schloss sich dem an und erklärte die fristlose Kündigung für rechtens – ein Skandal!

 

So war das gesamte Verfahren völlig ungleich. Daimler konnte sechs Zeugen aufbieten, die gegen den Kläger aussagten. Dessen Zeugen wurden dagegen bei den firmeninternen Ermittlungen nicht angehört. Die Prozessführung des Richters beschränkte sich auf den „eigentlichen Tathergang“. Was sich aber beim Kläger davor angestaut hatte, also die davor stattfindenden Auseinandersetzungen in der Abteilung - und damit die politische Seite - sollte außen vor bleiben.

 

All das griff der Kollege in seinem Schlusswort an. Auch sein Anwalt nannte die Kündigung „unverhältnismäßig“, da der Kollege sich 21 Jahre lang nichts zu Schulden hatte kommen lassen. Hier soll ein kämpferischer Vertrauensmann aus dem Betrieb gedrängt werden, der für Daimler unbequem ist. Der Richter lag nur in einer Sache richtig, nämlich als er annahm, dass der Kollege ohnehin in die Revision gehen werde. Darauf kann er sich verlassen!