Bergbau

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Kämpferische Aktion vor Schacht Haniel in Bottrop

Früh ab 5.10 Uhr trafen sich rund 200 Bergleute vor dem Schacht Haniel in Bottrop.

Von mm
Kämpferische Aktion vor Schacht Haniel in Bottrop
(handy-foto)

Es war eine gemeinsame Aktion, ausgehend von den gekündigten Kumpeln der Zeche, mit Familienangehörigen, mitorganisiert von Kumpel für AUF, MLPD und anderen. Viele kamen in Trauerkleidung, um ihren Protest gegen das schäbige Verhalten der RAG und die Beerdigung des Bergbaus zum Ausdruck zu bringen.

 

Geprägt war die Aktion von einem kämpferischen Geist. Sie wurde um 5.30 Uhr mit einem  offenen Mikrofon, einer kurzen Begrüßung und dem Steigerlied.  Eine türkische Kollegin sagte z.B. "Wir kämpfen gegen die Kündigungen bis zum Schluss".

 

Mit Kumpeln mit Fackeln vorneweg, dem offenen Mikrofon und dem Transparent von Kumpel für AUF, Bergarbeiterliedern, einigen selbstgemalten Sandwiches und MLPD-Fahne wurde spontan einmal die Fernewaldstraße hinauf und hinunter demonstriert.

 

Die Kollegen waren empört darüber, dass sie nach Jahrzehnten Arbeit auf den Zechen ab dem 1. Januar offiziell arbeitslos sind.  Aber das Konzept der RAG, die Kündigungen stillschweigend über die Bühne zu bringen, haben sie bereits durchkreuzt. Die Aktion war das klare Signal, dass der Kampf um jeden Arbeitsplatz weitergeht.

 

Zunehmend wird auch der Zusammenhang mit dem Kampf gegen die Flutung der Zechen gezogen – einige äußerten: „Mit dem Giftmüll und PCB tickt unter Tage eine Zeitbombe“ - während Einzelne auch die Risiken gering schätzen.

 

Während sich die AfD im Dezember mit Guido Reil¹ an der Spitze versuchte, als Vertreter der Kumpel zu tarnen, war diesmal die AfD ausdrücklich schon vorab als „nicht erwünscht“ eingestuft worden.

 

Es wurde vorgeschlagen, am 25. Januar auf dem überregionalen Kumpel-für-AUF-Treffen über Streiks und härtere Kampfmaßnahmen zu beraten; ein Kumpel regte an, mal zur Hauptverkehrszeit die Autobahn A2 zu besetzen.