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Über 10.000 Metaller und Metallerinnen in kämpferischer Stimmung auf dem Schlossplatz

Gestern kamen beim Aktionstag der IG Metall in Stuttgart über 10.000 Kolleginnen und Kollegen zur Kundgebung zusammen. Die meisten kamen vom Bosch-Konzern aus Stuttgart, Reutlingen, Esslingen, Murrhardt, Bietigheim, Waiblingen, Schwäbisch Gmünd; einige sogar aus Homburg und Hildesheim.

Korrespondenz
Über 10.000 Metaller und Metallerinnen in kämpferischer Stimmung auf dem Schlossplatz
Aktionstag der IG Metall am 22. November 2019 in Stuttgart (rf-foto)

Ein klares Votum für den konzernweiten Kampf. Allein bei Bosch ist die Vernichtung von 3000 Arbeitsplätzen angekündigt. Auch stark dabei: Vetrauensleute von Mahle, Conti, ZF. Kolleginnen und Kollegen aus Betrieben wie WMF Geislingen, Schuler Göppingen, Allgaier und weiteren, wo die Arbeitsplatzvernichtung über die „Abmeldung“ von Leiharbeitern bereits hinausgeht. Auch kämpferische Daimler-Kollegen prägten das Bild. Die IG-Metall-Jugend trat mit eigenen Transparenten auf.

 

Die MLPD war unübersehbar und verteilte breit ihr aktuelles Flugblatt. Eine Verteilerin berichtet: „Ich habe die Kollegen direkt angesprochen: 'Das ist der Standpunkt der MLPD – wir sind für den echten Sozialismus'. Es gab eine gute Resonanz. Einige lesen das Flugblatt ganz genau. Sie wissen, dass mehr auf sie zu kommt. Sie fragen auch grundsätzlich: 'Wie soll das gehen Umweltschutz und Arbeitsplätze'? Eine Angestellte von der IG Metall Rastatt betonte: 'Es ist eine neue Herausfordeung, dass es so viele Angestellte aus Forschung, Entwicklung und Verwaltung trifft, die müssen sich stärker organsisieren. Ich bin selbst bald in Rente, wir müssen Verantwortung für die Jungen übernehmen'. Es gab auch vereinzelt Ablehnung gegen die MLPD.  Besonders unangenehm: Eine IG-Metall-Funktionärin von der Linkspartei griff die MLPD mit hysterischem Geschrei an. Sie brachte als 'Argument', die MLPD habe sich unsolidarisch gegenüber Ariana Raad (ver.di) verhalten. Ihr Begleiter hielt sich gar die Ohren zu, als ich den Standpunkt der MLPD erläuterte“.

 

Dieselbe Ariana Raad, von der die Spaltung der Aktionseinheit zum 8. März 2019 in Stuttgart ausging, betätigt sich derzeit als Spalterin der Rojava-Solidarität in Stuttgart. Sie erweist sich als eine führende Repräsentantin des gesamtgesellschaftlichen Liquidatorentums in sozialen Bewegungen. Der Hammer: Martin Gürtler von der IG-Metall-Bezirksverwaltung Baden-Württemberg versuchte doch tatsächlich, Julia Scheller, Landesvorsitzende der MLPD, den Zutritt zum Kundgebungsplatz mit Verweis auf sein „Hausrecht“ zu verwehren. Julia Scheller ließ sich das natürlich nicht gefallen.

 

Sichtbar mit Transparenten, Flaggen und Flyern waren MLPD, Linkspartei und die DKP. Vertreten waren auch die „IAC Automotive Workers“, der Solidaritätskreis Mesut „Mut zur Solidarität“, „Arbeit Zukunft“ und „Revolutionäre Klassenkampf.“ Super war: Die Sprecherin der IG-Metall-Jugend trug das Grußwort von FFF Stuttgart vor. Darin wurde appelliert, Arbeitsplätze nicht gegen Umweltschutz auszuspielen und dazu aufgerufen, sich am 29. November am weltweiten Aktionstag zu beteiligen.

 

Die Betriebsratsvorsitzenden Michael Häberle von Daimler Untertürkheim und Frank Sell von Bosch sprachen vielen Kollegen aus dem Herzen, wenn sie betonten, dass wir es uns nicht gefallen lassen, wenn uns die Pistole auf die Brust gesetzt wird. Am meisten Applaus gab es auf die Frage: „Seid ihr bereit, mit uns zu kämpfen?“ Mit Aussagen wie "Ja spinnen die" und: "Das ist ein Skandal“ griffen sie die Wut vieler Kollegen auf und versuchten dann, die Politik und Praxis der Klassenzusammenarbeit als Ausweg darzustellen. So verlangten sie allen Ernstes, die Vorstände müssten gemeinsam mit den Arbeitern Zukunftsperspektiven erarbeiten. Das ist ein Holzweg. Die Arbeiterklasse muss ihre eigene Rechnung aufmachen.