Umweltproteste

Umweltproteste

Wer ist "Extinction Rebellion"?

"Extinction Rebellion" (XR) spricht alle an, die sich um die Umwelt Sorgen machen.

Korrespondenz aus Leverkusen

Ursache sei "der Mensch". Auf der zentralen Webseite findet man kein Wort der Kritik an Konzernen. XR wirbt für das parlamentarische System. Das erklärt die Attraktivität dieser Bewegung für die Medien.

 

Geschickt nützen sie dabei die Kampfbereitschaft vieler Jugendlicher zum Widerstand gegen die Umweltzerstörung aus, indem sie Straßen- und Platzblockaden nach ihrem "Vorbild Mahatma Ghandi" durchführen. Klingt radikal – ist es aber nicht. Denn so ist das kapitalistische Übel nicht an der Wurzel zu packen. Das wird nur gelingen, wenn die Arbeiterklasse zusammen mit den breiten Massen an der Spitze des Widerstands steht – davon ist bei XR aber keine Rede.

 

XR spricht Gefühle an: "Wir befinden uns in einer globalen Umwelt Katastrophe. ... Die dauerhafte Zerstörung unserer eigenen Lebensgrundlagen steht kurz bevor. ... Wer sich mit der gegenwärtigen Situation auseinandersetzt, fängt an zu verzweifeln. Selbst führende Wissenschaftler haben keine Hoffnung mehr, dass unsere Zivilisation noch zu retten ist." Von Rebellion oder gar von Revolution ist im weiteren Text dann nicht mehr die Rede. So muss man die Frage aufwerden, ob der Name vielleicht nur zur Bauernfängerei dient?

 

Schon Lenin hat die ohnmächtige Verzweiflung der Kleinbürger charakterisiert. Es war und ist vor allem die MLPD, die bei den FFF-Protesten den Schulterschluss von Jugendlichen mit der Arbeiterklasse vorangetrieben hat. Vielen Jugendlichen ist die revolutionäre Stärke der Arbeiter nicht bekannt und bewusst.

 

XR lebt von der Einsatzbereitschaft und der Kampfkraft vieler Jugendlicher. Die gilt es für eine echte Alternative zu gewinnen! Wie bei FFF kann bei XR jeder mitmachen, der will. In einer halben Minute kann man auf der Homepage mit ein paar Klicks eine Ortsgruppe gründen. Die deutsche Zentrale von XR, die Verfasser der zentralen Homepage, bleiben wie bei FFF anonym. Etwaige Mitglieder und Ortsgruppen können machen, was sie wollen. Das klingt zwar basisdemokratisch, aber die Kehrseite ist, dass weder die XR-Zentrale noch das ganze Programm von XR irgendwie demokratisch legitimiert sind oder gar kontrolliert werden. Es sind selbst ernannte Zirkelhäuptlinge.

 

Die allerdings haben Erfahrung. XR wurde im Oktober 2018 von Gail Bradbook und George Barda in Großbritannien gegründet. Beide hatten schon lange Erfahrungen in sozialen Netzwerken. Gail war von 2003 bis 2017 "Director of Strategy" der Online-Plattform "Citizens online". Sie und George waren (laut ihrer eigenen Homepage von Rising up!) in Occupy, der Bewegung, die 2011 wenigstens noch die Banken ins Visier nahm, und in einem halben Dutzend ähnlicher Gruppierungen aktiv.

 

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