Stuttgart und Albstadt

Stuttgart und Albstadt

Solidarität gegen die Abschiebung von Solution

Schnell mobilisiert protestierten am Samstag, 14. September, rund 100 Menschen auf dem Schloßplatz gegen die Nacht-und-Nebel-Abschiebung unseres Freunds und Mitkämpfers Solution aus Nigeria, der zuletzt in Göppingen lebte.

Korrespondenz aus Stuttgart
Solidarität gegen die Abschiebung von Solution
Bild von der Solidaritätsaktion für Solution in Stuttgart (rf-foto)

Er war Donnerstagnacht von der Polizei aus seiner Unterkunft geholt und nach Italien abgeschoben worden. Wie es ihm dort jetzt geht, beschreibt der Freundeskreis Alassa & Friends: „In der Nacht vom 11. September auf den 12. September, gegen 2 Uhr, kam die Polizei in seine Unterkunft. Das Handy wurde ihm abgenommen – er konnte weder seinen Anwalt noch Freunde informieren.

 

Jetzt ist er in Italien. Dort muss er auf der Straße leben – es gibt dort keine Unterstützung durch den Staat. Daran hat sich auch mit der neuen Regierung nichts geändert. Diese heuchelt Humanität, will aber ausdrücklich sämtliche von Salvini organisierte Dekrete der reaktionären Flüchtlingspolitik nicht aufheben.“ (siehe Rote Fahne News)

Erstunterzeichnerinnen und Erstunterzeichner des Ellwanger Appell waren anwesend

Bei wunderschönem Spätsommerwetter blieben in der proppenvollen Fußgängerzone viele Passanten stehen und informierten sich. Unterstützerinnen hatten Aufsehen erregende Schilder und ein großes Transparent gemalt. Einige Erstunterzeichnerinnen und Erstunterzeichner des Ellwangen-Appells waren anwesend, darunter Professor Fischer oder der Zeitungskolumnist Joe Bauer. Julia Scheller, Landesvorsitzende der MLPD, und Christine Schaaf vom Freundeskreis Alassa & Friends moderierten den Protest.

Sollen jetzt unliebsame Zeugen aus dem Weg geräumt werden?

Julia Scheller, Landesvorsitzende der MLPD Baden-Württemberg

Julia Scheller wies auf mögliche Hintergründe der Abschiebung hin: „Solution ist Zeuge im Prozess gegen das Land Baden-Württemberg zu dem illegalen Polizeieinsatz in der Landeserstaufnahmeanstalt Ellwangen. Sollen jetzt unliebsame Zeugen aus dem Weg geräumt werden?“

Wir lassen Solution nicht alleine

Wir lassen Solution nicht allein. Von der Kundgebung aus wurde er angerufen und mit dem Sprechchor „Hoch die internationale Solidarität!“ gegrüßt. Solution bedankte sich für die Solidarität und den gemeinsamen Kampf. Ein Gewerkschafter der Stuttgarter Straßenbahnen überbrachte Solidarität und berichtete von den Auseinandersetzungen um die Flüchtlingsfrage im Betrieb. „Vielen Kollegen geht es um Menschlichkeit. Das ist richtig. Aber Leute wie Solution sind auch Verbündete im gemeinsamen Kampf.“

 

Christel Beck hat mit Solution in Göppingen eng zusammengearbeitet. Sie wandte sich gegen die Hetze, die Flüchtlinge würden Arbeitsplätze gefährden: „Bei uns in der Region stehen derzeit Hunderte Arbeitsplätze auf der Kippe, so bei Schuler-Pressen in Göppingen. Da soll die ganze Produktion geschlossen werden. Das hat mit den Flüchtlingen rein gar nichts zu tun, sondern ist einfach die Jagd nach maximalen Profiten.“

 

Zu Spenden für die Solidaritätsarbeit wurde aufgerufen und es kamen über 100 Euro zusammen. Vorgestellt wurde die Dokumentation „Jetzt reden wir!“, ein einmaliges Werk der Anklage gegen die Berliner Flüchtlingspolitik. Die MLPD verbreitete ihre Broschüren zur proletarischen Flüchtlingspolitik und gegen die Hetze der AfD.

 

Mehr und mehr Flüchtlinge blieben an dem lauen Abend stehen. Afghanen und Syrer ergriffen das offene Mikrofon, machten auf ihre Lage aufmerksam, würdigten und forderten den gemeinsamen Kampf.

Flüchtlingspolitischer Kongress zum Jahresende

So wurden einige Adressen ausgetauscht. Denn Julia Scheller kündigte an: „Wir haben in den letzten Jahren sehr viel Erfahrungen gesammelt im gemeinsamen Kampf gegen die Rechtsentwicklung der Regierung. Dazu gehört auch, wie die Flüchtlinge sich selbst organisieren können. Deswegen werden wir zum Jahresende einen flüchtlingspolitischen Kongress vorbereiten.“ Solution wollen wir dort dabei haben!

 

Bericht von der Solidaritätsaktion in Albstadt