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Dr. Bertrams Zivilcourage – damals wie heute gefragt

Eine würdige kleine Gedenkveranstaltung und Niederlegung von Blumen und Gestecken fand auf Initiative der scheidenden Stadtverordneten des Gelsenkirchener Kommunalwahlbündnisses AUF Gelsenkirchen, Monika Gärtner-Engel, und von Jan Specht am heutigen 11. September, um 9 Uhr, am St. Josef-Krankenhaus statt.

Von AUF Gelsenkirchen
Dr. Bertrams Zivilcourage – damals wie heute gefragt
Der niedergelegte Kranz und die Gestecke an der Steele für Dr. Bertram vor dem Krankenhaus St. Josef in Gelsenkirchen-Horst (foto: AUF Gelsenkirchen)

Anlass für die Gedenkfeier vor St. Josef ist das 75-Jahres-Gedenken an das mutige Engagement des damaligen Chefarztes Dr. Bertram - für Gesundheit und Leben der jüdischen Zwangsarbeiterinnen bei Gelsenberg.

 

„Erinnerung heißt nicht die Asche zu bewahren, sondern die Glut weiterzutragen“, so Jan Specht. Im diesem Sinne versammelte sich die kleine Delegation von AUF Gelsenkirchen, zusammen mit Frau Kathol-Bertram, Tochter von Dr. Bertram und Karl-Heinz Rotthoff, der das Gemälde im Foyer des Hauses zu diesem Thema schuf. Frau Schwarz, Geschäftsführerin des St. Josef-Krankenhauses, begrüßte freundlich die Gruppe.

 

Frau Kathol-Bertram hob hervor, dass Dr. Bertram sein Engagement immer sehr selbstlos als gelebten christlichen Glauben verstand. Die Einheit von Wort und Tat ist bis heute großes Beispiel. Daran anknüpfend gibt es viel Bedeutendes aus der Zeitgeschichte von damals, was es wert ist, es wieder zu entdecken bzw. ins Bewußtsein zu rücken.

 

Monika Gärtner-Engel: „Aus der ganzen Bevölkerung gibt es weitere Beispiele für beherztes Widerstehen gegen die Unterdrückung durch die Faschisten, von Christen, Kommunisten und Sozialdemokraten. Ich erinnere mich an Berichte, dass auch viele Bergleute den russischen Zwangsarbeitern Essen zusteckten, oder an Helga Janzik aus Ückendorf, die in ihrem Kohlenkeller einen russischen Zwangsarbeiter versteckte. Das Gedenken heute war insofern auch Auftakt und Auftrag, sich der Zeitgeschichte heute selbst mit Zivilcourage zu widmen.“