Buchenwald

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Alle Solidaritäts- und Protestschreiben gegen das geplante Verbot des Ernst-Thälmann-Gedenkens

Die MLPD erreichten viele Solidaritäts- und Protestschreiben aus aller Welt, in denen gegen den Versuch des Stiftungsrats der Gedenkstätte Buchenwald, die Gedenkfeier des Internationalistischen Bündnisses für Ernst Thälmann am 17. August zu verbieten, protestiert wird. "Rote Fahne News" dokumentiert im Folgenden alle bisher eingegangenen Erklärungen:

Von Verschiedene Autoren / ffz
Alle Solidaritäts- und Protestschreiben gegen das geplante Verbot des Ernst-Thälmann-Gedenkens
Ernst Thälmann

 

Solidaritätsgrüße aus Bosnien

Vor 75 Jahren ermordeten die Nazis Ernst Thälmann auf persönliche Anordnung von Hitler. Das war einer der finalen Racheakte der Nazis.
Zur Erinnerung: das KZ Buchenwald war ein politisches Konzentrationslager, gemacht und gedacht vor allem für Kommunisten. Warum ist es dann den Kommunisten verboten, dort eine Veranstaltung zum Gedanken an Thälmann und andere Kameraden zu machen?


Die Stiftung (und die Regierenden) versuchen mit falschen Antisemitismus-Vorwürfen, die Geschichte zu ignorieren und dabei noch billige politische Punkte bei Antikommunisten und Ultrareaktionären zu sammeln. Es ist eine Schande, dass jemand im 21. Jahrhundert wagt, Antifaschisten und Kommunisten, die berechtigte Kritik an der israelischen Regierungspolitik üben, des Antisemitismus zu bezichtigen. Eine noch eine größere Schande ist es, dass dieselben, die diese Antisemitismus-Vorwürfe erheben, die Geschichte zu revidieren versuchen.

 

Vom Grund unserer Herzen senden wir euch unsere Solidarität!
Revisonismus - NO PASARAN!

 

SMRT FAŠIZMU!

Achim Kreuzer, "Die Linke": "Großartige Gedenkveranstaltung"

Die "Internationale", das Solidaritätslied, "Wir sind die Moorsoldaten" - nach langer Zeit habe ich diese Lieder mal wieder gesungen, diesmal zusammen mit Hunderten Anderen. Es war vor dem Ernst-Thälmann-Denkmal am Buchenwaldplatz in Weimar am 17. August.

 

Diese großartige Gedenkveranstaltung des Internationalistischen Bündnisses und der MLPD anlässlich des 75. Jahrestages der Ermordung Ernst Thälmanns war sehr feierlich, andächtig und gleichermaßen kämpferisch, solidarisch und zuversichtlich.

 

Achim Kreuzer, Weimar - Mitglied der Partei "Die Linke"

Grußadresse der Bulgarischen Kommunistische Partei

Wir, die bulgarischen Kommunisten, sind empört über die Heuchelei der bürgerlichen "Redefreiheit". Es ist unerhört einem Arbeiterleader verboten zu werden, bei einer Veranstaltung zum Gedenken an den hervorragenden Antifaschisten Ernst Thälmann zu sprechen. Dies ist eine Unterstützung für den Faschismus. Wir erwarten, dass dieses Verbot sofort aufgehoben wird.

 

Bulgarische Kommunistische Partei

Solidarität von der Nationalen Union der Frauen Saharawis

Aus den Saharawi-Flüchtlingslagern im Südosten Algeriens senden wir unsere Solidarität und Unterstützung anlässlich des Gedenkens des großen Arbeiterführers Ernst Thälmann, Vorsitzender der Kommunistischen Partei, der vor 75 Jahren am 18.8.1944 nach elf Jahren Gefängnis und Folter im Konzentrationslager Buchenwald auf Befehl von Hitler getötet wurde.

 

Ernst Thälmann, der ein großartiger Führer und Kämpfer für Menschlichkeit war, ist auch für uns und für alle, die weiter den Kampf für unsere Unabhängigkeit als Saharawi-Volk führen, ein Vorbild. Wir grüßen Euch alle mit Herz und Solidarität.


Fatma Mehdi, ehemalige Generalsekretärin der Nationalen Union der Frauen Saharawis

Veit Wilhelmy: "Unglaublicher Vorgang"

Veit Wilhelmy, Gewerkschaftssekretär aus Wiesbaden, ist schockiert über den unglaublichen Vorgang der Stadtverwaltung Weimar, die die antifaschistische Gedenkkundgebung des Internationalistischen Bündnisses zum 75. Jahrestag der Ermordung Ernst Thälmanns in der Gedenkstätte KZ Buchenwald in rechtswidriger und vordemokratischer Weise behindert. "Ich hoffe, dass der öffentliche Druck dazu beitragen wird, dass diese vordemokratische 'Haltung in der Stadtverwaltung schleunigst revidiert wird. In der aktuellen politischen Lage müsste jede Kommune stolz sein, wenn antifaschistische Gedenkkundgebung organisiert werden. Die Stadt Weimar müsste sich normalerweise aktiv an einer solchen Veranstaltung beteiligen, anstatt diese zu behindern", so Wilhelmy abschließend.

Solidaritätsadresse vom European Coordinating Comitee (ECC) der ICOR

Liebe Freunde und Genossen,

 

Ernst Thälmann genießt weit über die Grenzen Deutschlands ein hohes Ansehen unter den Völkern, die gegen den Hitler-Faschismus kämpften. Er führte eine der größten Kommunistischen Parteien außerhalb der sozialistischen Sowjetunion. Es ist eine Selbstverständlichkeit - nicht nur für jeden Marxisten-Leninisten-, den antifaschistischen Widerstandskämpfer und Kommunisten Ernst Thälmann am 75. Jahrestag seiner Ermordung durch die Hitler-Faschisten zu gedenken und zu ehren.

 

Umso empörter sind wir über die Versuche der Stadt Weimar und des Leiters der Gedenkstätte Buchenwald, diese Gedenkveranstaltung am Ort seiner Ermordung zu verhindern. Dies ist Ausdruck eines erzreaktionären Antikommunismus, den der deutsche Schriftsteller Thomas Mann 1946 als „Grundtorheit unserer Epoche“ bezeichnete.


Diese weitgehende Einschränkung und Aufhebung demokratischer Rechte und Freiheiten für Revolutionäre, verbunden mit üblen Verleumdungen, darf keine Schule machen! Dieses provokative Versammlungsverbot reiht sich in Maßnahmen der Rechtsentwicklung in Europa ein wie das Verbot „kommunistischer Symbole“ wie es u.a. in Ungarn besteht.

 

Im Namen des ECC fordere ich die sofortige Aufhebung des Versammlungsverbotes. No pasarań!

 

Wir werden die skandalösen Verbote weiter in Europa bekanntmachen.

 

Dem internationalistischen Bündnis und der MLPD sprechen wir unsere wärmste Solidarität aus.


Für das ECC
Joachim Griesbaum

Protesterklärung des Frauenverbands Courage e.V.

Die für den 17. August in der Gedenkstätte Buchenwald geplante Gedenkveranstaltung des „Internationalistischen Bündnisses“ zum 75. Jahrestag der Ermordung von Ernst Thälmann wurde von Ihrer Behörde untersagt und zwangsweise in die Stadt Weimar verlegt. Ebenfalls verboten wurde die Kranzniederlegung am Denkmal. Gegen dieses Vorgehen und seine Bestätigung durch das Verwaltungsgericht Weimar protestieren wir Frauen des überparteilichen Frauenverbands Courage e.V. entschieden.


Die Begründung, die Gedenkfeier verletze die „Würde der Opfer“ von Buchenwald, befremdet uns sehr. Sind Ernst Thälmann und die vielen ermordeten kommunistischen WiderstandskämpferInnen etwa keine Opfer? Wir begrüßen, dass im April 2019 der Vor-sitzende der Vereinigung der Sinti und Roma bei einer Gedenkfeier in Buchenwald den Bezug zur heutigen Rechtsentwicklung in Europa herstellte. Mitgliedern der MLPD, einer der Trägerorganisationen des Internationalistischen Bündnisses, soll das verwehrt wer-den - ausgerechnet dort, wo insbesondere Tausende kommunistische Antifaschisten aus ganz Europa mundtot gemacht wurden! Das ist zutiefst undemokratisch und ignorant!


In unserem Verband sind Frauen unterschiedlicher politischer und weltanschaulicher Einstellungen auf antifaschistischer, demokratischer Grundlage aktiv - von Religion bis Revolution. Wir knüpfen damit an den Erfahrungen der überparteilichen Frauenausschüsse an. Sie zogen nach dem II. Weltkrieg erfolgreich Lehren aus den schmerzlichen Erfahrungen des zersplitterten Widerstands während des Hitler-Faschismus. Gerade Buchenwald steht für die Überwindung von Spaltung und Vorbehalten, die Entwicklung des gemeinsamen Widerstands und der Solidarität untereinander, die vielen Menschen das Leben retteten.


Wenn der mutige und selbstlose Widerstand gegen den Hitler-Faschismus in seiner ganzen Bandbreite gewürdigt und als Verpflichtung für den Kampf gegen Faschismus und Rechtsentwicklung heute angesehen wird, dann entspricht das sehr wohl der „Würde der Opfer“ und dem Geist des antifaschistischen Widerstands. Es ist doch vielmehr die un¬sägliche Gleichsetzung von Faschisten und Menschen, die sich für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung einsetzen, die die „Würde der Opfer“ verletzt.


„Wehret den Anfängen“ – unter dieser Leitlinie treten viele Menschen in Deutschland, der Verbreitung von rassistischem und faschistischem Gedankengut und dem Auftreten neofaschistischer und rechter Gruppen und Parteien entgegen. Angesichts von Feindeslisten neofaschistischer Netzwerke, die bis in Polizei und Bundeswehr reichen, ange¬sichts der Bedrohung und Einschüchterung von Journalisten wie vor dem Fußballstadion in Chemnitz, angesichts von Morddrohungen gegen Linke und führende Mitglieder der MLPD, angesichts der Ermordung des christdemokratischen Kasseler Regierungspräsidenten Dr. Lübcke sind eine vorbehaltlose Aufklärung über den Faschismus und seine Wurzeln und ein breiter Zusammenschluss aller fortschrittlichen, demokratischen, antifaschistischen und revolutionären Kräfte, wie ihn das Internationalistische Bündnis repräsentiert, das Gebot der Stunde. Gedenken heißt aus der Geschichte zu lernen!

 

In diesem Sinne fordern wir Sie dazu auf, ihre Entscheidung zu überdenken und die Genehmigung für die Gedenkfeier und die Kranzniederlegung in Buchenwald umgehend zu erteilen.

 

Mit couragierten Grüßen


Bernadette Leidinger-Beierle und Seyran Cenan
Sprecherinnen im Bundesvorstand des Frauenverbands Courage e.V.

Die Marxistisch Leninistische Gruppe Schweiz (MLGS) schreibt:

An Direktion der KZ Gedenkstätte Buchenwald

Stadt Weimar und Verantwortliche

Zürich, 16.8.2019

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

Unsere Alarmglocken klingeln in hoher Intensität, nachdem wir von dem Verbot der Gedenkveranstaltung anlässlich der Ermordung von Ernst Thälmann vor 75 Jahren, gehört haben.

 

Dass sich die Stadt Weimar weigert ein Verwaltungsgerichtsurteil nicht umzusetzen zeigt was bürgerlich demokratische Rechte anscheinend noch Wert sind und dass ist gerade im Zusammenhang mit der Geschichte Deutschlands mehr als besorgniserregend.

 

Wir wissen, dass mit dem Bundesgedenkstättenkonzept, die antifaschistischen Gedenkstätten auf den Antikommunismus ausgerichtet wurden. Wir wissen, dass in den Ausstellungen der Kapitalismus, Imperialismus als Wurzel des Faschismus verschleiert werden soll. Um in den Worten Ernst Thälmanns zu sprechen: „Faschismus ist die brutalste Herrschaftsform des Finanzkapitals“ 1

 

Wir wissen, dass der Kapitalismus keinerlei Perspektiven, geschweige denn Frieden, für die Menschen anzubieten hat. Von der Angst gejagt, dass Kommunist*innen den Massen einen Ausweg zum Sozialismus öffnen, wird der Antikommunismus ausgepackt.

 

Wir wissen wer die Faschisten an die Macht gebracht hat um ihre Profite und Macht auszubauen und zu sichern. Dies in einer Zeit, in der die Kommunisten immer stärker wurden, die Sowjetunion als sozialistisches Land ein leuchtendes Beispiel für die ausgehungerten und nach Frieden strebenden Menschen - international war.

 

Thyssen, Krupp und Mannesmann brachten einst die Nazis ran, wenn wir kleinen Leute ruh`n, werden sie es wieder tun!

 

Soll nun mit dem Verbot der Veranstaltung verhindert werden, dass die Wurzel für den Faschismus aufgedeckt wird. Was mit dieser Politik verhindert werden soll, ist dass die Menschen im Sozialismus die Perspektive erkennen, die ihnen Frieden, Freiheit und die Weiterentwicklung ihrer sozialen und kulturellen Bedürfnisse bringt, wie dies eben auch Ernst Thälmann gesehen hatte.

 

Mit diesem Verbot wird eine Schwelle überschritten, ein Paradigmenwechsel eingeleitet, bisherige bürgerlich demokratische Grundrechte werden massiv beschnitten. Das ist sehr bedenklich. Kommunisten werden erneut kriminalisiert und damit Tür und Tor für eine Hetze geöffnet. Wir erinnern uns sehr gut daran, wie die Nationalsozialisten Juden und Kommunisten für alles Übel des Kapitalismus verantwortlich machten – wollen sie damit wieder anfangen?

 

Wir wissen und sind uns sicher, sie sprechen nicht im Sinne der Überlebenden des Holocaust und ihrer Familien. Die offiziellen Begründungen für dieses Verbot sind mehr als haltlos. In der Schweiz werden wir dies bekannt machen. Und wir wissen und sind uns sicher, die demokratischen und antifaschistischen gesinnten Menschen werden sich gegen dieses Verbot stellen.

 

Wer antifaschistische Anliegen derart mit Füssen tritt hat im Stiftungsrat der Gedenkstätte nichts zu suchen. Wir fordern alle ehrlichen Antifaschisten, die sich seit Jahren aktiv für die Gedenkstätte Buchenwald einsetzen auf, diesem entsetzlichen Antikommunismus ein Ende zu setzen und zu einer demokratischen Haltung zurück zu kehren und dieses Verbot unverzüglich aufzuheben.

 

Mit demokratischen Grüßen

Marxistisch-Leninistische Gruppe Schweiz

Solidaritätserklärung von Jump Up

Der Schallplattenversand JUMP UP protestiert gegen das Verbot einer Gedenkkundgebung, den Führungen an der Anlage des Mahnmals in Buchenwald des Internationalistischen Bündnisses zum Gedenken an den 75. Jahrestag der Ermordung von Ernst Thälmann und ferner gegen das Verbot einer Kranzniederlegung der MLPD an der Thälmann-Gedenktafel. Es besteht kein Zweifel daran, das es eine antikommunistische Kampagne der bürgerlichen Machthaber gibt (inklusive ihrer Agenturen z.B. den "Antideutschen").

 

Allein die antikommunistischen Verbotsbegründungen lassen einem die Haare zu Berge stehen. Wir stehen zusammen mit Antifaschistinnen und Antifaschisten, mit demokratischen und revolutionären Menschen an Eurer Seite. Wir fordern, dass das Internationalistische Bündnis die Veranstaltung wie angemeldet durchführen und dass die Kranzniederlegung der MLPD stattfinden kann.

 

Matthias Henk
Schallplattenversand JUMP UP

Willi Dickhut Museum an den Stiftungsrat

Sehr geehrte Damen und Herren, wir sind auch Teil des Internationalistischen Bündnisses und haben den Aufruf zur Gedenkfeier für Ernst Thälmann unterzeichnet. Erneut haben Sie über den Stiftungsrat wesentlich mitbewirkt, dass am 17. August weder die Thälmann-Gedenkfeier des Internationalistischen Bündnisses, noch eine Kranzniederlegung möglich sein soll.

 

Die Begründung von Ihnen und der Stadt Weimar, die sich Ihnen offenbar anschloss, ist rein antikommunistisch und undemokratisch! Das widerspricht eklatant der entscheidenden Lehre der Buchenwald-Häftlinge und auch der heute dringenden Notwendigkeit, im Kampf gegen Faschismus, Rassismus, Antisemitismus partei- und weltanschauungsübergreifend zusammenzustehen. Jede Spaltung und Ausgrenzung antifaschistischer Kräfte nützt nur den Faschisten und der politischen Rechtsentwicklung der Herrschenden, wie wir sie derzeit weltweit erleben müssen.

 

Der Namensgeber unseres Museums, Willi Dickhut, war selbst als Kommunist und antifaschistischer Widerstandskämpfer in zahlreichen Gefängnissen und KZ’s der Faschisten. Ende der 50-Jahre wurde er wie andere vom Adenauer-Regime erneut wegen seines konsequenten Eintretens gegen die Wiederbewaffnung der BRD, gegen den drohenden Atomkrieg und wegen seines konsequenten Festhaltens an den Lehren aus Buchenwald kriminalisiert und seiner Rechte als Verfolgter des Nazi-Regimes beraubt.

 

Wollen Sie tatsächlich das Andenken von Buchenwald mit einer solchen Politik beschmutzen und in die Fußstapfen des Kalten Kriegs wie unter Adenauer und McCarthy treten?

 

Sie maßen sich eine Deutungshoheit über das Erbe von Buchenwald an, die entgegen allen geschichtlichen Tatsachen völlig unakzeptabel ist! In diesem Sinn protestieren wir gegen das Verbot der Gedenkfeier des Internationalistischen Bündnisses sowie der Kranzniederlegung und fordern Sie auf, das Verbot zurückzunehmen.

 

Christoph Gärtner

Vorstand des Willi Dickhut Museums

European Coordinating Comitee der ICOR¹: „Es ist eine Selbstverständlichkeit, Ernst Thälmann zu ehren“

Liebe Freunde und Genossen, Ernst Thälmann genießt weit über die Grenzen Deutschlands ein hohes Ansehen unter den Völkern, die gegen den Hitler-Faschismus kämpften. Er führte eine der größten Kommunistischen Parteien außerhalb der sozialistischen Sowjetunion. Es ist eine Selbstverständlichkeit - nicht nur für jeden Marxisten-Leninisten - dem antifaschistischen Widerstandskämpfer und Kommunisten Ernst Thälmann am 75. Jahrestag seiner Ermordung durch die Hitler-Faschisten zu gedenken und ihn zu ehren.

 

Umso empörter sind wir über die Versuche der Stadt Weimar und des Leiters der Gedenkstätte Buchenwald, diese Gedenkveranstaltung am Ort seiner Ermordung zu verhindern. Dies ist Ausdruck eines erzreaktionären Antikommunismus, den der deutsche Schriftsteller Thomas Mann 1946 als „Grundtorheit unserer Epoche“ bezeichnete. Diese weitgehende Einschränkung und Aufhebung demokratischer Rechte und Freiheiten für Revolutionäre, verbunden mit üblen Verleumdungen, darf keine Schule machen!

 

Dieses provokative Versammlungsverbot reiht sich in Maßnahmen der Rechtsentwicklung in Europa ein - wie das Verbot „kommunistischer Symbole“, wie es unter anderem in Ungarn besteht.

 

Im Namen des ECC fordere ich die sofortige Aufhebung des Versammlungsverbotes. No pasarań! Wir werden die skandalösen Verbote weiter in Europa bekanntmachen. Dem Internationalistischen Bündnis und der MLPD sprechen wir unsere wärmste Solidarität aus.

 

Für das ECC

Joachim Griesbaum

MLPD-Wohngebietsaufbaugruppe Zollernalb: „Wir werden auf jeden Fall teilnehmen“

Sehr geehrte Damen und Herren, Sehr geehrter Peter Kleine (Oberbürgermeister von Weimar, Anm. d. Red.), seit Monaten waren wir regelmäßig gemeinsam mit Freunden aus Reutlingen/Tübingen in Ihrer schönen Stadt Weimar. Für unsere Direktkandidatin der Internationalistischen Liste/MLPD im Wahlkreis Weimar, Cornelia Jungk, haben wir allein 280 beglaubigte Unterstützungsunterschriften gesammelt und eingereicht.

 

Dazu haben wir Tausende Gespräche mit Menschen aus Weimar geführt. Es zeigte sich eine große Aufgeschlossenheit und es gab auch streitbare Gespräche. Viele Menschen interessierten sich besonders für die antifaschistische Gedenkkundgebung des Internationalistischen Bündnisses am 17. August in Buchenwald. Ernst Thälmann, der vor 75 Jahren im KZ Buchenwald ermordet wurde, hat auch heute noch ein hohes Ansehen.

 

Wir fühlen uns dem Schwur von Buchenwald "Nie wieder Faschismus" verbunden. Viele von uns leisten seit Jahrzehnte eine antifaschistische Kleinarbeit. In der Begründung des Verbots der Gedenkveranstaltung des Internationalistischen Bündnisses wird jeder ehrliche Antifaschist mit Dreck beworfen. Auch das Ansehen der kulturvollen Stadt von Goethe und Schiller wird durch dieses Verbot beschädigt,

 

Wir fordern die sofortige Aufhebung des Verbots und eine Entschuldigung durch die Stadt. Wir werden auf jeden Fall am Gedenken am 17.August teilnehmen.

 

Einstimmig verabschiedet am 15. August 2019

Erich Seifert: „Mit Ihrem Vorgehen diskreditieren Sie den antifaschistischen Widerstand der Kommunisten und zahllosen Antifaschistischen“

Sehr geehrte Damen und Herren, mit Empörung habe ich Kenntnis genommen vom Verbot der Gedenkfeier zum 75. Jahrestag der Ermordung von Ernst Thälmann am 18. August 1941.

 

Elf Jahre lang wurde er von den Faschisten eingekerkert. Sie konnten ihn trotz Folter nicht brechen. Deshalb wurde er auf Befehl Hitlers ermordet, seine Familie ins KZ verbracht – mit der Auflage „Rückkehr unerwünscht“.

 

Mit Ihrem Verbot soll der kommunistische Widerstand gegen den Hitler-Faschismus, der den größten Blutzoll zahlen musste, diskreditiert werden.

 

Mein Großvater – Kommunist – und meine Mutter, sowie einige Antifaschisten aus Neustadt bei Coburg haben unter Einsatz ihres Lebens die Stadt Neustadt an die amerikanische Armee übergeben. Im Vorfeld setzten sie sich mit den hier stationierten Flak-Soldaten auseinander und forderten diese auf, ihre Geschütze zu verlassen. Sie machten durch die Entnahme der Schlösser diese unbrauchbar.

 

Zur gleichen Zeit wurden durch das Standgericht Holm desertierte Soldaten hingerichtet und an den Straßenbäumen aufgehängt. Dieser Holm wurde später in Würzburg Richter - er hatte ja angeblich nur seine „Pflicht“ getan.

 

Mit Ihrem Vorgehen diskreditieren Sie diesen antifaschistischen Widerstand der Kommunisten und zahllosen Antifaschistischen unter den schwierigsten Bedingungen der faschistischen Diktatur.

 

In einer Zeit, wo es notwendig ist eine breite überparteiliche antifaschistische Zusammenarbeit gegen den Rechtsruck der Regierung und gegen den faschistischen Terror, der mit Morden, Mord- und Bombendrohungen gegen Antifaschisten vorgeht, geben Sie sich dazu her, diese Einheit zu spalten. Ich fordere Sie auf, Ihr Verbot sofort aufzuheben.

 

Mit empörtem Gruß

Erich Seifert

Mitglied des Kreisverbandes der IG BAU Coburg

Alois Blanke: „Die Kommunisten haben wie keine andere Gruppe gegen die faschistische Mörderbande gekämpft“

Was soll ich noch den Protesten und Argumenten zu diesem schäbigen Verhalten der Verantwortlichen der Stadt Weimar hinzufügen? Es ist ja eigentlich alles schon vorgetragen. Zumindest muss ich persönlich auch meinen Abscheu gegenüber den hier ehr- und ruchlosen Verrätern an den wirklichen, einzigen erfolgreichen Kämpfern gegen den faschistischen deutschen Staat zum Ausdruck bringen. Diese elenden Verweigerer hier haben wahrscheinlich zum gleichen Gedenktag einem Stauffenberg gehuldigt. Dieser war aber nichts anderes als ein begeisterter Anhänger der Faschisten. Man mag mal lesen, wie begeistert der sich als deutscher faschistischer Besatzer aus Frankreich geäußert hat. Das einzige, was diese Leute dem Hitler übel genommen haben, war, dass er absehbar den Krieg verloren hatte. Nur dafür wollten die ihn bestrafen und um sich selber möglichst noch den eigenen Hintern zu retten.

 

Dagegen haben die Kommunisten wie keine andere Gruppe unbeugsam gegen diese faschistische Mörderbande gekämpft. Nur auf diese Leute können wir Nachkommen in diesem Land stolz sein. Und diese sollen von solchen Wahrheitsverweigerern entwürdigt werden? Das lassen wir niemals zu. Volle Verachtung für die in meinen Augen degenierten Funktionäre einer wieder in höchsten Maße beängstigenden und gefährlichen Politik. Von denen kann keine Hoffnung auf eine gute Zukunft kommen. Im Gegenteil. Die einzige Hoffnung beruht in der Erinnerung und auf die Zukunft von Antifaschisten vom Schlage eines Ernst Thälmann.

Alois Blanke

Erklärung der Marxistisch-Leninistischen Plattform (Russland)

Empört und voll Zorn haben die Mitglieder der russischen Marxistisch-Leninistischen Plattform von der Entscheidung deutscher Behörden erfahren, dass diese die Durchführung einer antifaschistischen Versammlung im früheren Konzentrationslager Buchenwald zu Ehren des 75. Jahrestags seit der Hinrichtung des Helden des Widerstands gegen das nazistische Regime, des Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Deutschlands, Ernst Thälmann, verbieten.

 

Die sich ihrer demokratischen Gesinnung rühmende Macht in der Bundesrepublik Deutschland verletzt demonstrativ eines der fundamentalen Menschenrechte, das Recht auf Versammlungsfreiheit. Damit stellt sich diese Macht auf eine Stufe mit autoritären Regimes, eingeschlossen das gegenwärtigen russischen Regimes, die demonstrativ jedwede oppositionelle Versammlung unterdrücken und auseinander jagen. Die regierende Elite der BRD leugnet stets ihre Verbindung mit dem Nazismus, aber strebt nichtsdestotrotz an, jede Erinnerung an die Helden, die unter der Roten Fahne den Kampf gegen die „braune Pest“ führten, aus der Geschichte zu löschen.

 

Wir fordern deswegen mit Nachdruck von der heutigen Macht in Deutschland ein Verhalten in Übereinstimmung mit den von ihr erklärten demokratischen Prinzipien. Wir fordern die Rücknahme des Verbots der Durchführung der Versammlung zum Gedenken an Ernst Thälmann und die Beendigung der schmutzigen Hetzkampagne gegen deren Organisatoren.

 

Dmitrij Kostenko, Vorsitzender des Zentralen Exekutivkomites der Marxistisch-Leninistischen Plattform.

UPML (Frankreich): „Wir verlangen die Annulierung dieser Entscheidung“

An die Stiftung der Gedenkstätte des KZ Buchenwald, Herrn Rikola-Gunnar Lüttgenau: Wir haben von der skandalösen Entscheidung der Stiftung erfahren, die Gedenkveranstaltung zu untersagen, die vom Internationalistischen Bündnis für den von den Hitler-Faschisten am 1. August 1944 ermordeten Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Deutschlands, Ernst Thälmann, durchgeführt werden sollte. Wir stehen auf der Seite unserer Kollegen und Genossen und verlangen die Annullierung dieser Entscheidung, die im Widerspruch zu der bereits erfolgten Genehmigung steht.

 

Nichts kann eine solche Entscheidung rechtfertigen, es sei denn man möchte ein starkes Symbol des Opferbereitschaft und des Widerstands der Völker, insbesondere des deutschen Volkes, gegen die faschistische Diktatur im Dienste der damaligen Monopole auslöschen. Da wir die Gedenkstätte KZ Buchenwald besucht, und ehemalige Häftlinge, die an der Befreiung beteiligt waren, kennengelernt haben, wissen wir genau, dass Ihre Entscheidung für viele Menschen, auch in Frankreich, nicht hinnehmbar ist.

 

Der Vorwand, das Internationalistische Bündnis sei antisemitisch, ist durch nichts begründet. Die israelische Regierung zu kritisieren, die aus Palästina ein Gefängnis für die Palästinenser und diese zu Bürgern zweiter Klasse macht, hat aber auch gar nichts mit Antisemitismus zu tun. Diejenigen – wer auch immer sie seien – die für Misshandlungen oder Verbrechen verantwortlich sind, nicht zu kritisieren, würde unserer Moral und der Vernunft widersprechen.

 

Nein, es wird Ihnen nicht gelingen, die Geschichte in Übereinstimmung mit den primitivsten antikommunistischen Vorurteile umzuschreiben. Es wird Ihnen nicht gelingen, die Völker vergessen zu lassen, was sie denjenigen, die in allen Ländern Widerstand geleistet haben, und was sie der Roten Armee der UdSSR verdanken.

 

Im Namen der Marxistisch-Leninistischen Proletarischen Union (Frankreich)

Daniel Bouc

Red Party Norwegen: Solidaritätsbotschaft an die Gedenkveranstaltung am 17. August 2019 in Buchenwald

In meinem und im Namen meiner Partei, der Red Partei Norwegen, grüße ich die Gedenkveranstaltung zu Ehren des kommunistischen und antifaschistischen Führers Ernst Thälmann und anderer von den Nazis ermordeten Genossen am 17. August 2019 in der Gedenkstätte Konzentrationslager Buchenwald.

 

Auch etliche norwegische Kommunisten und Antifaschisten waren dort inhaftiert und verloren ihr Leben dort. Wir grüßen auch euren Kampf gegen die zunehmend antikommunistische und antidemokratische Politik, die ihr Gesicht in diesen Zeiten auch in Deutschland zeigt, wie mit dem Versuch, dieses Gedenken zu verbieten, mit kriminellen Bedrohungen gegen Führer der MLPD usw.

 

Diese Tendenzen werden heute in ganz Europa und der Welt stärker. In Ländern wie der Türkei und Indien werden Notstandsgesetze installiert, die Individuen, die sich gegen die Politik der Regierung stellen, werden als „Terrorunterstützer“ bezeichnet. In unserem Land, Norwegen, hatten wir kürzlich erneut einen rechten Terrorakt, durchgeführt von einem Mann, der durch die wachsende Dämonisierung von Menschen aus sogenannten „ausländischen Kulturen“ inspiriert wurde. Unter der Losung, die „pure“ weiße Kultur gegen vermutete Terroristen zu verteidigen, denken sie, dass sie selbst Terrorakte ausführen dürften.

 

Wir müssen alle zusammenstehen gegen diese wachsende faschistische Ideologie und Taten, besonders wenn sie in die politischen Kreise eindringen. Kommunisten, Liberale und bürgerliche Demokraten müssen zusammenhalten.

 

Ich wünsche euch weitere Erfolge in Deutschland und eine großartige Gedenkveranstaltung am Samstag in Buchenwald.

 

Oslo, 15. August 2019

Mit solidarischen Grüßen

Arnljot Ask, Mitglied der Internationalismusabteilung Red Party Norway.

Erklärung der Partija Rada aus Bosnien

Von Aktivistinnen der Partija Rada (Partei der Arbeit) aus Bosnien erreichte uns folgende Erklärung:

 

Vor 75 Jahren ermordeten die Nazis Ernst Thälmann nach persönlicher Anordnung von Hitler. Nazis erschossen Thälmann ... Einer der finalen Akte der Rache der Nazis. Zur Erinnerung nur, das Konzentrationslager Buchenwald war ein politisches Konzentrationslager, ein Konzentrationslager am meisten für die Kommunisten gemacht und gedacht. Warum ist es dann den Kommunisten verboten eine Veranstaltung im Gedenken an Thälmann und andere Kameraden durchzuführen?

 

Die Stifftung (und die Regierenden ) versuchen mit falschen Antisemitismusvorwürfen die Geschichte zu ignorieren und dabei noch billige politische Punkte bei Antikommunisten und Rechtsanhängern zu kassieren. Es ist eine Schande, dass sich jemand im 21. Jahrhundert wagt, Antifaschisten und Kommunisten, die berechtigte Kritik an die Adresse des Staates Israel richten, mit Antisemitismus zu etikettieren. Noch eine größere Schande ist es, dass die selben, die diese Antisemitismusvorwürfe machen, versuchen, die Geschichte zu revidieren.

 

Vom Grunde unserer Herzen senden wir euch (MLPD) unsere Solidarität!
Revisionismus - NO PASARAN!
SMRT FAŠIZMU! (Tod dem Faschismus)

FÜR Esslingen protestiert

Der Vorstand unseres kommunalen Wahlbündnisses FÜR Esslingen protestiert gegen die Bemühungen seitens der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und der Stadt Weimar, die Veranstaltung des Internationalistischen Bündnisses zum Gedenken an den 75. Jahrestag der Ermordung von Ernst Thälmann zu verhindern.


Wir fordern, dass das Internationalistische Bündnis die Veranstaltung wie angemeldet durchführen kann. Wir fordern das Ende jeglicher Unterstellungen, die glauben machen sollen, dass das Andenken an die Opfer des Hitler-Faschismus für das Internationalistische Bündnis unwichtig sei.


Unter dem faschistischen Hitler-Regime verloren bis zur Selbstbefreiung des Lagers unter Führung durch das Internationale Lagerkomitee etwa 56 000 Menschen vor allem durch Arbeit, Hunger Hinrichtungen oder Mord ihr Leben. Zu den Häftlingen, wie auch zu den Todesopfern gehörten vor allem Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter und Arbeiter aus vielen Ländern, unabhängig von ihrem Glaubensbekenntnis. Einer der in Buchenwald ermordeten Kommunisten war der Vorsitzende der KPD, Ernst Thälmann.


An der Straße der Nationen, am Glockenturm und am Krematorium auf dem Lagergelände auf dem Ettersberg sehen wir den würdigen Ort, die zu ehren, die dort zu Tode gebracht wurden, wie auch diejenigen, die diese Hölle überlebten und uns mit ihrem Schwur eine große Aufgabe übertrugen. Wo soll dieses feierliche Bekenntnis zu dieser Aufgabe feierlicher bekräftigt werden?


Nicht im Auftreten des Internationalistischen Bündnisses, sondern in Ihren Bestrebungen, diese Gedenkveranstaltung mit allen Mitteln zu verhindern, sehen wir eine Schändung des Andenkens der Opfer des Hitler-.faschismus, eine Verhöhnung der Toten und der Überlebenden des KZ auf dem Ettersberg, eine Ungeheuerlichkeit. Im Internationalistischen Bündnis arbeitet die MLPD mit. Diese Partei setzt sich konsequent für Völkerverständigung auf antifaschistischer und antirassistischer Grundlage ein. FÜR Esslingen ist Mitglied im Internationalistischen Bündnis und arbeitet ebenfalls auf antifaschistischer Grundlage und gibt jeglicher Hetze gegen andere Völker oder deren Angehörige keinen Raum.


Der Stiftungsrat, dem ganz offenbar Antifaschismus an diesem Ort zuwider ist, ist untragbar. Er sollte sofort aufgelöst werden.

 

Für den Vorstand FÜR Esslingen Heribert Müller

Protesterklärung der Ortsgruppe Bochum des Frauenverbandes Courage e.V.

 

Wir Bochumer Frauen des Frauenverbandes Courage protestieren entschieden gegen das ungeheuerliche Verbot durch die Stadtverwaltung Weimar und den Stiftungsrat der KZ-Gedenkstätte Buchenwald, eine antifaschistische Gedenkveranstaltung des Internationalistischen Bündnisses zum 75. Jahrestag der Ermordung Ernst Thälmanns auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Buchenwald durchführen zu können.

 

Gerade Buchenwald als eines der größten und berüchtigsten Konzentrationslager steht für die menschenverachtende Terrorherrschaft des Naziregimes. Ernst Thälmann war einer der über 56.000 Ermordeten im Lager mit fast 280.000 Menschen aus über 50 Nationen.

 

Aber Buchenwald steht auch für den gemeinsamen organisierten Widerstand der KZ-Häftlinge, besonders im Internationalen Lagerkomitee und für die Befreiung von innen und der dadurch ermöglichten Rettung von über 21.000 Menschenleben.

 

Gerade der Zusammenschluss von Kommunisten, Sozialdemokraten, Juden, Christen, parteilosen Widerstandskämpfern vieler Nationen war beispielgebend und macht noch heute Mut und Hoffnung - auch für den notwendigen aktiven antifaschistischen Widerstand gegen Rassismus, fremdenfeindliche und faschistische Ideologien und Organisationen.

 

Die Einheit der Antifaschisten darf nicht gespalten werden!

 

Der Schwur von Buchenwald „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel“ ist brandaktuell.

 

Unser Besuch in der Gedenkstätte KZ Buchenwald gab uns wichtige Lehren aus der Vergangenheit für heute – auch gegen das Vergessen.
Ein Verbot des Gedenkens an Ernst Thälmann mit unwahren, antikommunistischen Behauptungen ist unverantwortbar und tritt den Schwur von Buchenwald mit Füßen.

 

Ortsgruppe Bochum des Frauenverbandes Courage

Zwei Dresdner schreiben an den Weimarer Oberbürgermeister

Sehr geehrter Oberbürgermeister Kleine,

 

gestern Abend schauten wir in Dresden zur Einstimmung und Vorbereitung auf die Gedenkfeier des Internationalistischen Bündnisses am kommenden Samstag den Film "Ernst Thälmann - Führer seiner Klasse".

 

Mitten in den Film hinein kam die Nachricht, dass Sie bzw. die Stadtverwaltung Weimar die Gedenkfeier verbieten, indem sie den Ort zwangsweise verschieben.

 

Das kann doch wohl nicht wahr sein: Kommunisten haben in Buchenwald nichts mehr verloren? Das erinnert tatsächlich an die Verfolgung von Kommunisten und revolutionären Arbeitern durch den Staat und den Hitler-Faschismus am Ende der Weimarer Republik.

 

Ausgerechnet in Ihrer Stadt sollte das begriffen werden! Alles, was wir dann noch gelesen haben, was Sie der MLPD unterstellen ist, hanebüchen.

 

Nehmen Sie Ihre völlig absurden Auflagen zurück, so dass die Kundgebung zum 75. Jahrestag der Ermordung von Ernst Thälmann im KZ Buchenwald, würdevoll am kommenden Samstag stattfinden kann.

 

Im Namen der Filmbesucher


Franka und Bernd Blickle

Winfried Fleischmann aus Erlangen schreibt:

Guten Tag,


zur antifaschistischen Gedenkveranstaltung anlässlich des 75. Jahrestags der Ermordung Ernst Thälmanns in Buchenwald: Diese Gedenkveranstaltung ist ein Gegengewicht zum Hochjubeln des Antisemiten Richard Wagner in den Medien und durch Repräsentanten des Staats. Regelmäßig wird durch die Bayreuther Wagner-Festspiele der fanatische, glühende Antisemit Richard Wagner gefeiert.


Wikipedia schreibt zu R. Wagner: „Mit seiner Schrift "Das Judenthum in der Musik" gehört er geistesgeschichtlich zu den obsessiven ( besessenen, zwangshaften W.F.) Verfechtern des Antisemitismus.“ Der Schriftsteller Thomas Mann schreibt zu R. Wagner: „Es ist viel Hitler in Wagner.“ (Alle Zitate aus Wikipedia ‚Richard Wagner‘)


Somit ist Wagner ein geistiger Wegbereiter des Antisemitismus. Hitler und die Nazis haben durch die Vernichtung von mehr als sechs Millionen Juden auf
grausame Weise den Antisemitismus in die Tat umgesetzt.


Ernst Thälmann warnte indessen vor Hitler und den Nazis. Er und die KPD hatten die richtige Wahlkampf-Losung: "Wer Hitler wählt, wählt den Krieg" - und die Ermordung von vielen Millionen Menschen auf der ganzen Welt.


Die Gedenkveranstaltung für Ernst Thälmann muss und wird stattfinden, auch wenn Kleingeister und Antikommunisten dagegen opponieren! Sie ist eine antifaschistische Gegenveranstaltung gegen alle Versuch, die Verbrechen der Nazis zu verharmlosen.


Mit freundlichen Grüßen
Winfried Fleischmann

USA: Freedom Road Socialist Organization

Die Freedom Road Socialist Organization aus den USA schreibt: „Die Freedom Road Socialist Organization schließt sich der Verurteilung des Verbots der antifaschistischen Gedenkveranstaltung anlässlich des 75. Jahrestages der Hinrichtung des deutschen kommunistischen Führers Ernst Thälmann an, die am 17. August im Konzentrationslager Buchenwald organisiert wird.

 

Wir sind der Meinung, dass das Internationalistische Bündnis, zu der auch die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) gehört, jedes Recht hat, diese Veranstaltung durchzuführen - so wie sie es in der Vergangenheit getan hat. Dieser Versuch, auf bekannten und allgemein akzeptierten demokratischen Rechten herumzutrampeln, ist das Ergebnis des Antikommunismus, und er ist inakzeptabel.

 

Wir erklären uns solidarisch mit den Organisatoren der Gedenkveranstaltung für Ernst Thälmann. Ernst Thälmann, der gemarterte Führer der Kommunistischen Partei Deutschlands, wird weltweit respektiert und in Erinnerung gehalten. Und wir fordern die Aufhebung des Verbots. Dieses wichtige Ereignis muss ohne Behinderungen ablaufen können.

 

Mit herzlichen Grüßen,

Mick Kelly,

Freedom Road Socialist Organization

Solierklärung von Al Harris aus Australien

Al Harris aus Australien ließ uns folgendes Solidaritätsschreiben zukommen: „Liebe Genossen, ich sende tief empfundene internationalistische Grüße an euch und an alle Teilnehmer der Gedenkveranstaltung zum Leben und Tod des großen Kommunisten Ernst Thälmann. Sein unermüdlicher Kampf gegen den Faschismus inspiriert uns noch heute, wo der Faschismus auf der ganzen Welt wieder sein abscheuliches Haupt erhebt.

 

Das Vorbild von Mut, Entschlossenheit und Kampf gegen Nazismus und jegliche Reaktion, welches Thälmann und seine Genossen gaben, ist besonders heute wichtig, wo der Kapitalismus erneut droht, seine Fassade von Demokratie fallen zu lassen und zurückzukehren zu einer brutalen Diktatur der herrschenden Klasse.

 

Genießt eure Feierlichkeiten, habt Spaß und behaltet eure Anstrengungen bei!

 

Al Harris

Cairns

North Queensland Australia

Offener Brief des Internationalistischen Bündnisses München an die Leitung der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Lüttgenau,Ernst Thälmann Gedenken in Buchenwald – ja bitte! Antikommunismus - nein danke! Mit Entsetzen und Bedauern mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass Sie sich mit wüsten Drohungen und Unterstellungen daran geben, unserem Bündnis eine Gedenkveranstaltung anlässlich des 75. Jahrestages der Ermordung von Ernst Thälmann im KZ-Buchenwald zu verbieten.

 

Zum Ansinnen der Feier: Ernst Thälmann trat ein für ein freies sozialistisches Deutschland. Er sah sehr bewusst das Heraufziehen der Gefahr einer faschistischen Diktatur, die einer Revolution in Deutschland zuvorkommen sollte. Unermüdlich setzte er sich für die Arbeitereinheitsfront zur Verhinderung des Faschismus zwischen Kommunisten und Sozialdemokraten ein.

 

Damit stand er nicht allein. Kein Geringerer als Albert Einstein rief ebenfalls 1932 auf, „dass ein Zusammengehen der SPD und KPD für diesen Wahlkampf zustande kommt ... Sorgen wir dafür, dass nicht Trägheit der Natur und Feigheit des Herzens uns in die Barbarei versinken lassen!“¹

 

Wir wissen heute, dass die Spaltung der Arbeiterklasse zum Sieg des Faschismus, zu dieser Barbarei in Deutschland wesentlich beigetragen hat. Angesichts der Rechtsentwicklung der Regierung, imperialistischer Kriegsgefahr und des Anwachsens neofaschistischer Kräfte und ihrer Gewaltverbrechen gibt es nichts besseres, als Schlussfolgerungen für heute aus der Geschichte zu ziehen, von Ernst Thälmann am Ort seiner Ermordung zu lernen.

 

Was also treibt die Leitung der Gedenkstätte Buchenwald dazu, (vielleicht auch das Innenministerium und den Verfassungsschutz?) plötzlich dieses Verbot der Gedenkfeier aus dem Ärmel zu ziehen?

 

Dass Ernst Thälmann im KZ-Buchenwald ermordet wurde, ist doch historische Tatsache. Er symbolisierte für Millionen in Deutschland und international den entschlossenen, unbeugsamen, antifaschistischen Widerstandskampf. Welche Bedeutung er für die Widerstandkämpfer im Lager hatte, verdeutlicht die Erinnerung an die illegale Thälmannfeier von 1944, abgebildet auf einer der Stelen im Mahnmal auf dem Ettersberg. Auch diese Feier ist historische Tatsache.

 

Und die Erinnerung an Ernst Thälmann, seiner zu gedenken, an diesem Ort, soll nun illegalisiert werden? Ausgerechnet für die Menschen, die sich in der fortschrittlichen, revolutionären, humanistischen Tradition von Ernst Thälmann und im Vermächtnis der „Buchenwälder“ sehen?

 

„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung“² beinhaltet auch Kapitalismuskritik. Denn die Wurzeln des Faschismus sind in den Großmachtinteressen des deutschen Imperialismus zu suchen, der Aufstieg und Einfluss von Hitler erst ermöglichte.

 

Mit der antikommunistischen Methode der Gleichsetzung von „links = rechts“ sollen jedoch die Finanziers und Nutznießer des III. Reiches, die Abs, Krupp, Thyssen und Konsorten, ihr Verschulden geschont werden, ihre ungebrochene Tradition kapitalistischen Großmachtstrebens soll verschleiert werden. Denn, Faschismus als die terroristische Herrschaft der reaktionärsten Kreise des Finanzkapitals, ihr imperialistischer Raubkrieg mit 60 Millionen Toten wurde verwirklicht vermittels der mörderischen Ausbeutung der Häftlinge in den KZs. Buchenwald als größtes KZ in Deutschland stand da ganz vorne. All diese Tatsachen sind Ihnen bestens bekannt.

 

Die Verwirklichung der Kampfeinheit der Häftlinge in Buchenwald bis zur Selbstbefreiung, geführt von Kommunisten, gemeinsam mit Sozialdemokraten, Juden, Christen, parteilosen Widerstandskämpfern vieler Nationen ist beispielgebend und mahnt uns. Das angedrohte Verbot des Gedenkens an Ernst Thälmann aus antikommunistischen Motiven ist unhaltbar, unverantwortlich, wissenschaftlich beschämend.

 

Eine KZ-Gedenkstätte hat andere Aufgaben, als sich an derlei, der Rechtsentwicklung der Regierung das Wort redende Verunglimpfung zu beteiligen. Der Schwur von Buchenwald sollte auch für Sie bindend sein. Ziehen Sie Ihre Verbotsdrohung zurück. Diese Thälmann-Gedenkfeier wird ein wichtiger und würdiger Baustein sein, Lehren für eine Zukunft ohne Ausbeutung und Unterdrückung zu ziehen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Marion Schmidt

Vorstand Internationalistisches Bündnis München

¹ Dringender Appell des Internationalen sozialistischen Kampfbundes (ISK) vom Juni 1932

² Buchenwaldschwur

Protesterklärung der Freidenker Gelsenkirchen

Wir Gelsenkirchener Freidenker protestieren entschieden gegen die massiven Unterdrückungsversuche des Stiftungsrats der KZ-Gedenkstätte Buchenwald und jetzt auch noch der Stadtverwaltung von Weimar gegen die seit langem geplante Gedenkfeier zu Ehren von Ernst Thälmann, der vor 75 Jahren dort ermordet wurde.

 

Die Freidenker stehen in der Tradition des antifaschistischen Kampfs, in dem Ernst Thälmann eine führende Rolle wahrnahm – und für den er sein Leben gab. In den finstersten Jahren Deutschlands, der Hitler-Diktatur, wurde auch der Freidenker-Verband verboten, der damals bis zu 600000 Mitglieder zählte. Viele Mitglieder wurden als Widerstandskämpfer verfolgt, inhaftiert und ermordet.

 

Der damalige Vorsitzende, Max Sievers, ein linker Sozialdemokrat, hat während der ganzen faschistischen Diktatur Widerstand geleistet. Im Januar 1944 wurde er zum Tode verurteilt und hingerichtet.

 

Gerade angesichts der gegenwärtigen internationalen Rechtsentwicklung von zahlreichen Regierungen und den Spielräumen, die faschistische Kräfte für Morddrohungen und Anschläge auf linke und revolutionäre Kräfte nutzen, empört uns die Gleichsetzung von rechten mit linken Kräften. Auch dagegen richtet sich unser Protest und wir engagieren uns entschieden für die Einheit antifaschistischer Kräfte über Parteigrenzen hinweg.

 

Gelsenkirchen, den 13.8.2019

Für den Ortsvorstand:

Chris Wilhelm

Anna Bartholomé

Stellungnahme von Karl-Heinz Rotthoff, Mitglied der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Gelsenkirchen

 "Ich habe mir sehr wohl überlegt, weshalb ich das Bild Ernst Thälmann im KZ Buchenwald gemalt habe. (Karl-Heinz Rotthoff hat ein sehr bewegendes Bild gemalt, das Thälmann an der Stelle seiner Ermordung zeigt. Dieses Bild hängt bis heute im Kultursaal Horster Mitte, Anm. D. Red.) Alle die ihr Leben im Widerstand gegen den Nazi-Terror geopfert haben - ob Sozialdemokraten, Christen, evangelische und katholische Priester, ebenso wie Kommunisten – alle sollen auch in gleicher Weise geehrt werden können.

Doris Feuerbach - Mitglied der Linkspartei aus Thüringen

Die folgenden Briefe von Doris Feuerbach - Mitglied der Linkspartei aus Thüringen hat sie an die Leitung der Stiftung Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora geschrieben. Der zweite Brief ist die Antwort von Frau Feuerbach auf die Standardantwort, die Herr Rikola-Gunnar Lüttgenau von der Stiftung als Standardantwort auf die Protestschreiben verschickt:

Geehrter Herr Lüttgenau, mit Befremden habe ich zur Kenntnis genommen, dass die Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald, vertreten durch Ihre Person, der Partei MLPD Thüringen die Durchführung einer Feierstunde zu Ehren des vor 75 Jahren von den deutschen Faschisten ermordeten KP-Vorsitzenden Ernst Thälmann mit fadenscheinigen Argumenten und falschen Unterstellungen untersagt hat. Offenbar fühlen Sie sich nicht dem Schwur von Buchenwald, sondern den Aussagen des Verfassungsschutzes, einem wüsten Antikommunismus und den oberflächlichen Verlautbarungen der ... Medien mehr verpflichtet. Sie haben meines Erachtens die Aufgabe, faschistische Elemente von der Gedenkstätte fernzuhalten, die historische Wahrheit über die Verbrechen des Faschismus zu bewahren und den Opfern von Buchenwald jedwedes Gedenken zuteil werden zu lassen.

Dazu gehört auch die geplante Feierstunde der MLPD. Besuchergruppen, die diesen Anspruch verfolgen, mit unwahren Behauptungen in der Öffentlichkeit zu denunzieren und vom Gedenken abzuhalten widerspricht jeglicher Gedenkstättenkultur. Auch die Respektierung unterschiedlicher Ansichten, sofern sie nicht menschenverachtend sind und dem Geist der Gedenkstätte widersprechen, gehört zur Kultur dieses Gedenkens. Ich hoffe, Sie überdenken Ihre Entscheidung nochmals. Ich wünschte mir an diesem geschichtsträchtigen Ort viele Gedenkveranstaltungen zu Ehren der faschistischen Opfer. Das erreicht man nicht durch Zensur und Verbote.

Mit nicht ganz freundlichen Grüßen

Doris Feuerbach, Mitglied der Linkspartei.

Zweiter Brief

Sehr geehrter Herr Lüttgenau,

ich bedanke mich für Ihre schnelle Antwort auf meine Mail sowie die Erläuterung der Gründe des Veranstaltungsverbotes der Gedenkfeier für Ernst Thälmann am 17. August 2019. Für mich ist nachvollziehbar, dass Verstöße gegen die Besucherordnung natürlich durch Sie geahndet werden müssen. Das ist mit dem Verursacher sicher problemlos in einer Aussprache zu klären. Ich bin auch bei Ihnen, dass in der Gedenkstätte keine Wahlkampfveranstaltungen durchgeführt werden sollen. Nach Auskunft des Herrn Timm (MLPD) ist dies auch nicht geplant, da der Wahlkampfauftakt dieser Partei am 17. August in Erfurt auf dem Anger durchgeführt wird.

Was mich bewegt sind die durch Sie ausgesprochenen Denkverbote zu den von Ihnen genannten Standpunkten dieser Partei, die nicht mit Ihren eigenen Auffassungen übereinstimmen. Das nenne ich Zensur. Ich habe deshalb den Eindruck, dass der Verstoß gegen die Busucherordnung nur der vorgeschobene Grund für die Absage ist. Außerdem haben Sie ja die Möglichkeit, Wahlwerbung in Buchenwald strikt zu untersagen. Erst bei Zuwiderhandlungen haben sie das Recht des Verbotes. Momentan ist Ihr Veranstaltungsverbot nur eine Unterstellung.

Bei der geplanten Veranstaltung der MLPD geht es um das Gedenken an Ernst Thälmann und um die Trauer über seine Ermordung, nicht um Stalin oder Israel. Thälmann war während seines ganzen Lebens ein Kämpfer für eine Aktionseinheit gegen Krieg und Faschismus. Die Gegenwart zeigt, dass diese Aktionseinheit gegen rechte Demagogen wieder nötig ist. Alle, die in dieser Frage einig sind, brauchen wir. Wir brauchen sie als Antfaschisten, nicht als Stalinverehrer. Und wir brauchen auch keinen Streit darüber, wer die besseren Antfaschisten sind. Wie schon in meiner letzten Mail bin ich noch immer der Auffassung, dass es wünschenswert wäre, wenn zu diesem Anlass an vielen Orten Deutschlands Gedenkveranstaltungen für Thälmann durchgeführt würden. So geriete er nicht in Vergessenheit.

Trotz alledem freundliche Grüße,

Doris Feuerbach, Mitglied der Linkspartei

Russische Kommunistische Arbeiterpartei – Revolutionäre Partei der Kommunisten (RKRP) und ROT FRONT (Russland)

Liebe Genossen!

 

Die Russische Kommunistische Arbeiterpartei (RKRP) bringt ihre wütende Empörung über das zynische Verbot zum Ausdruck, das Andenken an den großen Antifaschisten Ernst Thälmann zu ehren. Wir haben keinen Zweifel daran, dass dieses Verbot im Namen der Leitung der Stiftung der Gedenkstätte Konzentrationslager Buchenwald nur durch die volle Zustimmung der bürgerlichen Machthaber in Deutschland (und möglicherweise sogar auf ihren direkten Befehl hin) möglich wurde. Die herrschende Klasse des bürgerlichen Staates fürchtet einen kommunistischen Antifaschisten mehr als die Faschisten, die ihn gefoltert haben. Und das ist auch verständlich: Denn es ist der Kapitalismus, der den Faschismus hervorbringt, während die Kommunisten unversöhnliche Feinde des Faschismus, und damit auch des Kapitalismus sind.

 

Gemeinsam mit euch, Genossen, protestieren wir gegen diese empörende Entscheidung und hoffen, dass die Kommunisten, alle antifaschistischen Kräfte und die Arbeiterklasse Deutschlands erfolgreich ihr Recht verteidigen werden, das Andenken an den herausragenden Kämpfer für die Sache der Arbeiter, an den unbeugsamen Kämpfer gegen den Faschismus, den Genossen Ernst Thälmann, zu ehren.

 

Gemeinsam mit euch stehen wir im Klassenkampf auf einer Seite der Barrikaden.

 

Proletarier aller Länder, vereinigt euch!

 

Der Sieg wird unser sein!

Rot Front!

 

Erster Sekretär des ZK der RKRP, S.S. Malenzow,

Erster Sekretär des ZK der Russischen vereinigten Arbeitsfront (ROT FRONT), W.A. Tjulkin

Protesterklärung gegen das Verbot der Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Hinrichtung Ernst Thälmanns

Meine Herren Mitarbeiter von der Stiftung der Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora!

 

Kürzlich haben wir erfahren, dass die Führung Ihrer Stiftung beschlossen hat, der MLPD die Durchführung einer Gedenkveranstaltung im Zusammenhang mit der von den Faschisten im Konzentrationslager Buchenwald durchgeführten Hinrichtung eines großen Sohnes des deutschen Volks, des unbeugsamen Kommunisten Ernst Thälmann, zu verbieten. Wie uns unsere Genossen der MLPD mitteilten, war der Grund für das Verbot seitens der Stiftung die kritische Haltung der Partei zur Politik der Apartheid und der ethnischen Säuberungen, wie sie von den israelischen Machthabern betrieben wird. Ungeachtet der Tatsache, dass diese Politik der Machthaber Israels auf der ganzen Welt verurteilt wird, darunter auch von der Tribüne der UNO aus, wertet die Führung der Stiftung entgegen jeder elementaren Logik eine solche Kritik als Ausdruck von Antisemitismus. Hierdurch ergibt sich die völlig widersinnige Situation, dass den deutschen Kommunisten das ehrende Gedenken an den von den Nazis ermordeten legendären Führer der Kommunistischen Partei Deutschlands verboten wird.

 

Diese Entscheidung der Leitung der Stiftung Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora können wir nur als einen weiteren Ausdruck des in der gesamten EU anwachsenden Antikommunismus werten und als hartnäckigen Versuch, eine Neubewertung der Geschichte und der Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs vorzunehmen.

 

Wir fordern die Führung der Stiftung dringend auf, ihre ungerechtfertigte Entscheidung zu überdenken und sich nicht von den modernen Hexenjägern, den Antikommunisten, an die Kandare nehmen zu lassen.

 

Internationale Abteilung des ZK der RKRP

Marxistisch-Leninistische Plattform (MLP) Russland

Liebe Genossen!

 

Die Marxistisch-Leninistische Plattform Russlands begrüßt aufrichtig die antifaschistische Veranstaltung zum 75. Jahrestag der abscheulichen Ermordung eines großen Revolutionärs und glühenden Internationalisten, des Genossen Ernst Thälmann, im Konzentrationslager Buchenwald. Der ganze Lebensweg des Genossen Thälmann war eine Geschichte des Kampfs für die Sache der Arbeiterklasse und gegen den aufkommenden braunen Albtraum des Nazismus. Er lebte und starb als furchtloser Kämpfer und unerschütterlicher Heeresführer der Revolution. Und heute, da wir erleben, wie finstere Kräfte der Reaktion sich auf der ganzen Welt erheben, da die Ideen des Nazismus, welche für immer beerdigt erschienen, neue Triebe zeigen, rufen wir unsere Kampfgefährten dazu auf, sich ein Beispiel zu nehmen an dem heldenhaften Kommunisten und Antifaschisten Ernst Thälmann. Leben wie Thälmann, kämpfen wie Thälmann, nicht zurückweichen und sich der Übermacht der Feinde nie ergeben, wie der große Führer des deutschen Proletariats!

 

Es lebe die proletarische Revolution. Tod dem Faschismus!

KKE (M-L) Griechenland

Die Kommunistische Partei Griechenlands (Marxisten-Leninisten) protestiert entschieden gegen die Entscheidung der Leitung der Gedenkstätte Konzentrationslager Buchenwald, die Veranstaltung des Internationalistischen Bündnisses in Deutschland zu Ehren und im Gedenken an den kommunistischen Führer Ernst Thälmann abzusagen. Wir haben es mit einer Entscheidung zu tun, die im Einklang mit der antikommunistischen Kampagne steht, die sich in der Europäischen Union und ihren Mitgliedsländern entwickelt. Es ist insbesondere eine Provokation der Gedenkstättenleitung, die Ausrede zu benutzen, dass die Gastgeber der Veranstaltung Antisemiten sind, nur weil es kämpferische palästinensische Organisationen im Internationalistischen Bündnis gibt. Wir verurteilen ausdrücklich diese Ansichten und ihre daraus resultierenden Entscheidungen, deren einziges Ziel es ist, die historische Wahrheit zu verbergen und die Brutalitäten des Hitler-Faschismus als Ergebnis des Kapitalismus und des Imperialismus, die ihn zur Welt gebracht haben, zu leugnen, sowie den heftigen Widerstand der Kommunisten und der Völker gegen ihn zu verbergen.

 

Die griechischen Kommunisten und das griechische Volk kennen die Brutalitäten und Prozesse, unter denen die Häftlinge in Konzentrationslagern leiden, aus erster Hand, da sie den Blutpreis für den Faschismus und die NS-Konzentrationslager stark bezahlt haben. Die Kommunisten und die Völker waren würdige Gegner der Faschisten, denn ihr Kampf und ihre Opfer wurden zu großen Hindernisse gegen ihren Vormarsch. Wir fordern die Verwaltung der Stiftung, die das Lager Buchenwald leitet, und alle anderen Verantwortlichen auf, diese antidemokratische und provokative Entscheidung zurückzunehmen, die gegen die demokratische und fortschrittliche Einstellung jedes einzelnen verstößt.

 

Internationales Büro

Athen August 2019

Solidarität aus Peru

„Der Generalsekretär der Marxistisch-Leninistischen Partei Perus, Jorge Hurtado Ludovico, protestierte am 28. Juli 2019 gegen die Unterdrückung des Gedenkens des Internationalistischen Bündnisses an Ernst Thälmann in der Gedenkstätte Buchenwald. Er schreibt unter anderem: „Ruhm Ernst Thälmann, dem Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Deutschlands, der 1944 im KZ Buchenwald von den Hitler-Faschisten ermordet wurde.“ Das Gedenken an Ernst Thälmann verbindet Jorge Hurtado Ludovico mit dem Gedenken an alle Kommunisten, Internationalisten und Arbeiter, die vom faschistischen Regime im Konzentrationslager Buchenwald ermordet wurden.“

Kommunistische Partei Großbritanniens (Marxisten-Leninisten) [CPGB (ML)]

Liebe Genossen,

 

wir sind angewidert, diese Nachricht zu hören. Das entspricht den Erfahrungen einiger unserer Genossen, die die Gedenkstätte Buchenwald in den letzten Jahren besucht haben, und deren Politik und antisowjetische Ausrichtung beobachtet haben.

 

Wir haben Eure Informationen veröffentlicht und unsere Partei-Website berichtet darüber: https://www.cpgb-ml.org/2019/08/03/news/buchenwald-concentration-camp-bans-memorial-most-famous-victim-ww2-fascism-anticommunism-germany/

 

Herzliche Grüße

Paul Cannon

(Kommunistische Partei Großbritannien-ML)

CPA (M-L) Australien

Die Kommunistische Partei Australiens (Marxisten-Leninisten) [CPA (M-L)] hat in ihrer Zeitung „Vanguard“ vom 30. Juli diesen Jahres den folgenden Artikel zur Gedenkveranstaltung des Internationalistischen Bündnisses für Ernst Thälmann veröffentlicht:

 

 

Laut Genossin Monika Gärtner-Engel, ZK-Mitglied der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD), haben die Behörden, die den Vorstand der Stiftung vertreten, die die Gedenkstätte für den ermordeten deutschen kommunistischen Führer Ernst Thälmann (1866-1944) im Konzentrationslager Buchenwald verwaltet, die Erlaubnis für eine Gedenkveranstaltung anlässlich des 75-jährigen Jahrestages seiner Hinrichtung durch die Nazis entzogen.

 

Die vom Internationalistischen Bündnis, einer aus 38 Organisationen bestehenden Organisation, in der auch die MLPD tätig ist, organisierte Veranstaltung war zuerst genehmigt worden.

 

„Im Rahmen des Versuchs der Stiftung, einen Grund für das Verbot anzugeben", sagte Gärtner-Engel, werden falsche Behauptungen aufgestellt, wie zum Beispiel die Behauptung, dass das Internationalistische Bündnis, in der auch palästinensische Gruppen zusammenarbeiten, angeblich antisemitisch sei. Begründet wird das mit der völlig berechtigten Kritik des Internationalistischen Bündnisses an der Politik der israelischen Regierung. Dies alles steht im Einklang mit der Rechtsentwicklung der Regierung in Deutschland und der antikommunistischen Diffamierungskampagne, die vom Verfassungsschutz gesteuert wird, sowie dem von ihm eingeleiteten Paradigmenwechsel des bürgerlichen Antifaschismus. Immer mehr wird die große Anzahl von Opfern der Sowjetunion, der Roten Armee und der Kommunisten völlig ignoriert und nur die jüdischen Opfer werden geehrt.

 

Buchenwald ist ein Symbol für den brutalsten Terror der Hitler-Faschisten im Dienste des deutschen Monopolkapitals. Im KZ Buchenwald befanden sich vor allem politische Häftlinge, Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter und andere Antifaschisten vieler Nationalitäten. Thälmann wurde im August 1944 aus dem Konzentrationslager Bautzen dorthin verlegt, und Tage später hingerichtet.

 

Thälmann wurde zum Führer der Kommunistischen Partei Deutschlands, nachdem er am Hamburger Aufstand von 1923 teilgenommen und an dessen Organisation mitgewirkt hatte. Ab Mai 1924 war er Mitglied des Deutschen Parlaments, des Reichstags. Im Oktober 1925 wurde er Vorsitzender der Kommunistischen Partei Deutschlands und kandidierte für das Amt des Reichspräsidenten. 1932 wandte er sich erneut gegen den Amtsinhaber Paul von Hindenburg und den Nazi-Führer Adolf Hitler. Als letzterer an die Macht kam, verhaftete seine Gestapo Thälmann. Von seiner Verhaftung (1933) bis zu seiner Hinrichtung wurde Thälmann elf Jahre lang in Einzelhaft gehalten und gefoltert. Er war ein Vorbild für den ungebrochenen Widerstand der Antifaschisten, auch unter brutalsten Bedingungen.

 

Während des Spanischen Bürgerkriegs wurde die deutsche Brigade zu seinen Ehren als Thälmann-Bataillon bezeichnet. „Freiheit“, ein klassisches Lied des Kampfes gegen das faschistische Franco-Regime, wurde 1936 zu seinen Ehren geschrieben.

 

Es ist empörend, dass mit schwachen Vorwänden die Erinnerung an diesen großen antifaschistischen Kämpfer missachtet und Gedenkveranstaltungen in Buchenwald verhindert werden.

 

Bereits jetzt werden viele Protestbriefe von einem breiten Spektrum von Menschen, darunter Nachkommen ehemaliger Buchenwald-Häftlinge und auch jüdischer Gefangener, an den Stiftungsrat geschickt. Sie drücken ihre Bestürzung aus und bekunden ihre Solidarität! Unsere Partei wird einen stark formulierten Protest senden.

MLPD Lübeck: „Eine Selbstverständlichkeit, Ernst Thälmann zu ehren

Für die MLPD Lübeck schrieb Lüder Möller den folgenden Protestbrief gegen das Verbot der Ernst-Thälmann-Gedenkveranstaltung des Internationalistischen Bündnisses.

 

Sehr geehrter Herr Rikola-Gunnar Lüttgenau, wir haben erfahren, dass Sie die Gedenkverstaltung des Internationalistischen Bündnisses/MLPD am 17. August anlässlich 75 Jahre Ermordung von Ernst Thälmann verboten haben, nachdem sie im Februar noch genehmigt wurde.

 

Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, den Antifaschisten und Kommunisten, Ernst Thälmann, 75 Jahre nach seiner Ermordung zu ehren. Und zwar an dem Ort, an dem er von den Hitler-Faschisten ermordet wurde. Er hat sich auch in den vielen Jahren seiner Gefangenschaft nicht dem Hitler-Regime gebeugt, und er war fest davon überzeugt, dass der Hitler-Faschismus von der sowjetischen Armee geschlagen wird. Ernst Thälmann ist für uns damit und mit seinem Eintreten für ein sozialistisches Deutschland ein Vorbild.

 

Umso entsetzter sind wir, dass Sie ein Gedenken an ihn in der Gedenkstätte Buchenwald verhindern wollen. Die Stiftung „Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau Dora“ hat eine öffentliche Aufgabe, nämlich den Schwur der Häftlinge von Buchenwald immer wieder mit neuem Leben zu füllen. Im Widerstand der Häftlinge spielten die Kommunisten eine hervorragende Rolle, eine antikommunistische Spaltung ließen sie nicht zu. Den antifaschistischen Auftrag der überlebenden Häftlinge treten Sie aber mit Füßen, indem Sie Ihre eigenen antikommunistischen Vorbehalte über den Auftrag der Stiftung stellen.

 

Heute muss die antifaschistische Bewegung dringend gestärkt werden, eine Spaltung lassen wir nicht zu. Wir haben aus der Spaltung des Widerstandes gegen Hitler gelernt. Mit allem Nachdruck fordern wir sie auf, Ihre Absage der Gedenkveranstaltung zurückzunehmen.

Solidarität International für würdiges Thälmann-Gedenken

Die Solidaritäts- und Hilfsorganisation "Solidarität International (SI)" setzt sich für eine würdige Gedenkfeier zu Ehren Ernst Thälmanns ein und protestiert gegen die antikommunistisch motivierte Verbotsandrohung.

 

Sehr geehrter Herr Lüttgenau,
sehr geehrte Damen und Herren,

 

Ihre Entscheidung, die Gedenkveranstaltung des Internationalistischen Bündnisses mit der MLPD als einer seiner Trägerorganisationen zum 75.Todestag von Ernst Thälmann auf dem Gelände der Gedenkstätte Buchenwald zu verbieten, trifft bei uns auf völliges Unverständnis und Empörung.

 

Als überparteiliche, weltanschaulich offene und demokratisch organisierte Solidaritäts- und Hilfsorganisation arbeiten wir auf antifaschistischer Grundlage. Überparteilichkeit und weltanschauliche Offenheit heißt für uns deshalb, dass in unserem Verband Menschen unterschiedlicher Weltanschauungen willkommen sind: von humanitär bis revolutionär. Denn jede/r arbeitet auf seine Weise an der Überwindung bestimmter kritikwürdiger Zustände und unterstützt deshalb den berechtigten Widerstand der Menschen.

 

Diese Haltung würde gerade Ihnen als verantwortliche Personen für die Dokumentation und den Betrieb der Gedenkstätte ebenfalls gut zu Gesicht stehen. Kommunisten aus dem Gedenken ausschließen zu wollen, mit einem Verbot zu arbeiten, gibt der Rechtsentwicklung in unserem Land weiter Vorschub und verdreht die historische Erfahrung in ihr Gegenteil.

 

Ihre Entscheidung trifft v.a. auch bei unseren internationalen Partnern auf völliges Unverständnis und drängt die Frage auf, inwieweit in Deutschland aus den blutigen Erfahrungen des Hitler-Faschismus überhaupt gelernt wurde und wie ernst es mit einer antifaschistischen Arbeit steht. Gerade die alte KPD, in deren Tradition sich unseres Wissens die MLPD sieht, hat um eine starke antifaschistische Einheitsfront gerungen und Ihnen ist sicher auch das Zitat des evangelischen Theologen Martin Niemöller bekannt: „Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“

 

Ganz in diesem Sinne möchten wir Sie auffordern, das Verbot aufzuheben und die Gedenkveranstaltung wie angemeldet stattfinden zu lassen.

 

Mit freundlichen Grüßen
i.A. der Bundesvertretung von Solidarität International (SI) e.V.
Renate Radmacher, Ute Kellert

 

Göttinger Professor protestiert gegen Verbot

In einem Brief an die Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora protestiert Prof. Dr. Christian Jooß von der Universität Göttingen gegen das angedrohte Verbot der Gedenkveranstaltung des Internationalistischen Bündnisses zum 75. Todestag von Ernst Thälmann.

Sehr geehrter Herr Lüttgenau,

 

hiermit protestiere ich entschieden gegen Ihr Verbot der Gedenkveranstaltung des Internationalistischen Bündnisses zum 75. Todestag von Ernst Thälmann. Aus der Presse entnehme ich, dass Sie nicht nur diese Gedenkveranstaltung verbieten, sondern auch den Mitgliedern und Anhängern des Internationalistischen Bündnisses den Zutritt verwehren wollen.

 

Das widerspricht diametral dem Anliegen der im KZ Buchenwald ermordeten politischen Gefangenen und jüdischen Menschen sowie der Überlebenden und Nachkommen. Sie waren sich einig: Nie wieder dürfen sich antifaschistische und demokratische Kräfte im Kampf gegen Faschismus spalten lassen. Hitler konnte sich nur durchsetzen, weil er erst die Kommunisten, dann Sozialdemokraten und Gewerkschaften und später alle anderen demokratischen Kräfte ausschaltete, und diese sich spalten ließen. Das darf gerade heute angesichts der Wahlerfolge von ultrarechten Parteien, der Bildung faschistischer Strukturen in Bundeswehr und Geheimdiensten, der geplanten Aufrüstung auch in Deutschland nicht wieder passieren.

 

Ihre repressive Maßnahme gegen Antifaschistinnen und Antifaschisten, Kommunistinnen und Kommunisten richtet sich somit gegen den ganzen Geist der Gedenkstätte mit den nach 1945 gezogenen Lehren aus dem Nazi-Faschismus.

 

Ich fordere Sie auf: Nehmen Sie das Verbot sofort zurück!

 

Diesen unerhörten Vorgang werde ich unter Studierenden und Angehörigen der Universität, an der ich arbeite, bekannt machen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Prof. Dr. Christian Jooß
Institute of Materials Physics
University of Goettingen

Willi-Dickhut-Museum für Thälmann-Gedenken

Der Vorstand des Willi-Dickhut-Museums fordert, dass die Gedenkveranstaltung für Ernst-Thälmann am 17. August 2019 in Buchenwald stattfinden kann.

Im Brief des Willi-Dickhut-Museums heißt es: "Mit Empörung haben wir von dem von Ihnen geplanten Verbot der Gedenkfeier des Internationalistischen Bündnisses für Ernst Thälmann erfahren.

 

Wir sind auch Teil des Internationalistischen Bündnisses und haben den Aufruf zur Gedenkfeier für Ernst Thälmann unterzeichnet.

 

Der Namensgeber unseres Museums, Willi Dickhut, wurde als bekannter Kommunist noch in der Nacht der Errichtung der faschistischen Diktatur verhaftet, gefoltert und wurde dann in das Konzentrationslager Börgermoor verbracht. Sein Leben lang hat er sich für den breiten, gemeinsamen Kampf aller Demokraten, Sozialisten und Kommunisten gegen den Faschismus eingesetzt. Eine Spaltung dieses Kampfes nützt nur den Faschisten und der Rechtsentwicklung der Regierungen.

 

Am 20. Juli 2019 wurden mit militaristischem Pomp Leute wie Graf Stauffenberg als Vorbilder präsentiert. Diese Adligen wollten mit dem Attentat auf Hitler jedoch nur ihre Ländereien vor der vorrückenden Roten Armee retten. Die Jugend von heute braucht für ihren Kampf um eine bessere Zukunft aber andere Vorbilder: Menschen wie die mutigen und selbstlosen Antifaschisten und Kommunisten Ernst Thälmann und Willi Dickhut! Deren Erbe zu würdigen ist eine wesentliche Verpflichtung Ihrer Gedenkstätte – und auch unseres Museums!

 

In diesem Sinn protestieren wir gegen das antikommunistisch motivierte Verbot der Gedenkfeier des Internationalistischen Bündnisses und fordern Sie auf, das Verbot zurückzunehmen.

 

Christoph Gärtner und Ulrike Wester
Vorstand des Willi Dickhut Museums

Wolfgang Esser: „Mein Großvater war Kommunist und Bergmann“

Wolfgang Esser, der Enkel des Bergmanns und Kommunisten, der den Text zu dem Lied die Moorsoldaten verfasst hat, schrieb den folgende Protestbrief an die Verwaltung der Gedenkstätte KZ Buchenwald:

 

Sehr geehrte Damen und Herren, mit großer Empörung habe ich Kenntnis davon bekommen, dass sie eine Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Ermordung von Ernst Thälmann auf dem Gelände des ehemaligen KZ Buchenwald verbieten wollen.

 

Mein Großvater war Johann Esser, der Verfasser des Textes des weltbekannten „Moorsoldatenliedes“. Mein Großvater war Insasse des KZ Börgermoor im Emsland und Mitglied der KPD. Die Moorsoldaten und ihr Lied sind nach Ende der faschistischen Hitler-Diktatur zum weltweiten Symbol des Kampfes gegen den Faschismus geworden. Ich bin sehr stolz darauf, einen solchen Großvater gehabt zu haben und halte große Stücke auf das Gedenken an seinen selbstlosen Kampf gegen Faschismus und Krieg, für eine sozialistische Zukunft.

 

Mein Großvater war Kommunist und Bergmann. Er hat das KZ Börgermoor überlebt und hat danach in keiner Zeche am Niederrhein mehr Arbeit bekommen, stand überall auf schwarzen Listen.

 

Nun wollen Sie ausgerechnet den Kommunisten von der MLPD und ihren Bündnispartnern im Internationalistischen Bündnis das Gedenken an den KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann verbieten? Von welchen Motiven sind Sie denn getrieben? Sind es neben den Zigtausenden Menschen jüdischen Glaubens nicht gerade die Kommunisten gewesen, die die größte Last des Faschismus getragen haben und die meisten Opfer zu beklagen hatten? Wollen Sie diese historische Tatsache vertuschen?

 

In der heutigen Zeit spürt man überall, dass Regierungen nach rechts rücken, auch in Deutschland. Neue faschistische Banden machen sich überall breit, gefördert von der AfD, die ihre rassistische Hetze ungehindert in allen Medien verbreiten kann. In solchen Zeiten ist es die Pflicht jedes ehrlichen Antifaschisten, sich mit allen Antifaschisten gleich welcher Richtung zusammenzuschließen und den Anfängen zu wehren.

 

Ihr Verbot dagegen zielt auf die Spaltung der Einheit aller Antifaschisten und kann nur antikommunistische Motive haben. Denken Sie einmal darüber nach! Ich fordere Sie auf: Nehmen sie das Verbot der Gedenkveranstaltung des internationalistischen Bündnisses am 17. August 2019 sofort zurück!

 

Mit antifaschistischen Grüßen

Kollege aus Stuttgart: „Ich bin erschüttert und zutiefst empört."

Weiter heißt es in den Brief des Kollegen:

 

Mein Vater hat den II. Weltkrieg 30 Kilometer vor Stalingrad knapp überlebt. Seine Granatsplitternarben haben mich gelehrt, Antifaschist zu werden. Und jetzt ein Verbot der Gedenkveranstaltung für Ernst Thälmann. Hier werden die Geschichte und die Millionen Opfer mit Füßen getreten. Wie kann man so etwas tun und noch in den Spiegel schauen, ohne Abscheu zu empfinden?

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der antifaschistischen Gedenkkundgebung anlässlich des Altonaer Blutsonntags

Aus Hamburg kommt der folgende Protestbrief:

 

Wir, 34 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben erfahren, dass Sie, Herr Rikola-Gunnar Lüttgenau sowie ein Stiftungsrat eine antifaschistische Gedenkkundgebung auf dem Gelände des KZ Buchenwald anlässlich des 75. Todestages von Ernst Thälmann am 17. August 2019 verboten haben. Wir sind fassungslos!

 

Ernst Thälmann war Hamburger Kommunist, Antifaschist, Arbeiter, Kämpfer, Familienvater, eng mit den Massen verbunden und bis zu seiner Ermordung standhaft für die Sache der Arbeiterbewegung.

 

Auch wir sind Hamburgerinnen und Hamburger, wir sind Antifaschisten, Gewerkschafter, Demokraten, Christen, Marxisten-Leninisten und Internationalisten. Wir stehen heute ebenfalls hier an einem Mahnmal von vier jungen ermordeten Kommunisten, um ihrer zu gedenken und für heute zu mahnen! Keine Macht der Welt kann uns dieses verbieten!

 

Teddy, wie Ernst Thälmann liebevoll genannt wurde, ist für uns ein Vorbild im Kampf gegen Faschismus und Krieg. Er war ein glühender Verfechter einer breiten antifaschistischen Einheitsfront und für den Aufbau des Sozialismus. Dafür wurde er von den Hitler-Faschisten elf Jahre lang eingesperrt, gefoltert und am 18. August 1944 auf Befehl von Hitler ermordet. Seine Frau und Tochter kamen ins KZ Ravensbrück – Rückkehr unerwünscht.

 

Wie kommen Sie dazu, ein solches ehrenvolles Gedenken zu verbieten?! Weil auch Kommunisten dabei sind? Weil sie gegen die MLPD sind? Wo bleibt Ihre antifaschistische Ehre? Wo bleibt Ihre Geschichtskenntnis? Gerade die Kommunisten haben im Widerstand gegen den Hitler-Faschismus den größten Blutzoll bezahlt.

 

Mit ihrem ungeheuerlichen Verbot treten sie nicht nur das Gedenken an Teddy sondern das Gedenken aller im Hitler-Faschismus gefolterten und geschundenen Kämpferinnen und Kämpfer, Demokraten, Christen, Antifaschisten, Kommunisten und Menschen jüdischen Glaubens mit Füßen. Wie können Sie und der Stiftungsrat da noch Vertreter der Gedenkstätte Buchenwald sein?!

 

Aus dem Schwur von Buchenwald vom 19. April 1945: 'Wir schwören deshalb vor aller Welt auf diesem Appellplatz, an dieser Stätte des faschistischen Grauens: Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht! Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel. Das sind wir unseren gemordeten Kameraden, ihren Angehörigen schuldig…..'

 

Herr Rikola-Gunnar Lüttgenau, Stiftungsratsmitglieder, wird fordern sie auf, das Verbot sofort zurück zu nehmen und sich bei Herrn Dimler, Herrn Timm, der MLPD und dem Internationalistischen Bündnis in aller Form zu entschuldigen. Das bedeutet der Schwur von Buchenwald heute!

Kollegin aus Gelsenkirchen: „Mein Vater war in Buchenwald inhaftiert"

Sehr geehrter Herr Knigge, sehr geehrter Herr Lüttgenau, mit Empörung habe ich die Berichterstattung im Internet über Ihr Verbot der Gedenkveranstaltung am 17. August zum 75. Todestag von Ernst Thälmann auf dem Gelände der Gedenkstätte Buchenwald gelesen und Ihre Drohung, jedem, der Ihrer Meinung nach Mitglied oder Anhänger der MLPD ist – also vermutlich jedem, der an dieser Gedenkveranstaltung teilnehmen will – den Zutritt zu der Gedenkstätte zu verweigern.

 

Mein eigener Vater, Franz Germann, war vom 19. Juli 1938 bis zum 8. August 1939 in Buchenwald inhaftiert, im Anschluss an eine Zuchthausstrafe wegen Vorbereitung zum Hochverrat. Am 31. Januar 1942 wurde er erneut durch die Gestapo nach Buchenwald verbracht und von dort aus dann am 4. Mai 1942 nach Sachsenhausen, wo er bis zum Kriegsende überlebte.

 

Ihr "Verbot" des Gedenkens an Ernst Thälmann, an den kommunistischen Widerstand gegen den Faschismus und an die Zehntausenden Ermordeten in Buchenwald richtet sich direkt gegen das Vermächtnis der Buchenwald-Häftlinge: "Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel."

 

Mein Vater war Antifaschist, ohne Kommunist zu sein. Aber es ist für mich auch sein Vermächtnis, dass im Kampf gegen den Faschismus der Antikommunismus keinen Platz haben darf.

 

Ich habe mir schon länger vorgenommen, am 17. August nach Buchenwald zu fahren und auch im Andenken an meinen Vater an dem geplanten Gedenken zum Todestag von Ernst Thälmann teilzunehmen. Davon werde ich mich auch durch Ihr 'Verbot' nicht abhalten lassen. Wenn Sie wirklich vorhaben, den Hinterbliebenen von Buchenwald-Häftlingen – und vielen anderen, die das Vermächtnis der Buchenwald-Häftlinge fortsetzen – den Zutritt zu der Gedenkstätte zu verweigern, haben Sie das Recht verwirkt, diese Gedenkstätte zu leiten.

 

In der Erwartung, dass Sie es auf diesen Eklat nicht ankommen lassen und Ihr undemokratisches 'Verbot' zurücknehmen.

Weiterer Kollege: "Frechheit sondersgleichen"

Das angedrohte Verbot der Gedenkveranstaltung des Internationalistischen Bündnisses für Ernst Thälmann am 17. August in der Gedenkstätte KZ Buchenwald durch die Gedenkstätten-Verwaltung erachte auch ich als eine Frechheit sondersgleichen, die nicht hingenommen werden darf. Daher begrüße ich es auch, dass Protestschreiben an die Verwaltung geschrieben werden, in denen der Protest zum Ausdruck gebracht wird."

Daimler-Beschäftigte wollen und werden Ernst Thälmanns und aller Antifaschisten gedenken!

Der "Verein Freunde der Internationalen Automobilkoordination Sindelfingen e.V." verlangt in einem Offenen Brief an die Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora, dass das angedrohte Verbot der Gedenkveranstaltung des Internationalistischen Bündnisses am 17. August in Buchenwald umgehend zurückgenommen wird.

 

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Lüttgenau,

 

durch Printmedien und Internet erfuhren wir, dass die Gedenkveranstaltung zum 75.Todestag Ernst Thälmanns am 17. August 2019 durch Sie verboten wurde. Wir sind entsetzt und sprachlos, im Moment.

 

Wer sind wir und warum schreiben wir Ihnen? Der "Verein Freunde der Internationalen Automobilkoordination Sindelfingen e.V.", Tobias Knapp, Beschäftiger bei Daimler Sindelfingen und IG-Metall Vertrauensmann und Vorsitzender des Vereins. Klaus-Jürgen Hampejs, 67 Jahre alt, 1972 - 2016 Daimler-Beschäftigter, IG-Metall Vertrauensmann und Betriebsrat, Pressesprecher des Vereins Freunde der IAC Sindelfingen.

 

Wir sind Gewerkschafter und Antifaschistischen, in der IG Metall organisiert und darüber hinaus in der Internationalen Automobilarbeiterkoordination zusammengeschlossen. Mit Kolleginnen und Kollegen aller Automobilhersteller in Deutschland und in vielen Ländern auf dem Globus.

 

Wir stehen in der Verantwortung für den konsequenten Kampf gegen faschistische Umtriebe, Rassismus, antigewerkschaftliche und arbeiterfeindliche Aktivitäten, Umtriebe. Wir lehnen aber auch jede Hetze und Verunglimpfung von Kommunisten und Marxisten-Leninisten ab.

 

Die Internationale Automobilarbeiterkoordination ist eine Trägerin des Internationalistischen Bündnisses. Wir unterstützen die geplante Gedenkveranstaltung. Wir sind kein Wahlverein und keine Partei.

 

Wir Daimler-Beschäftigte sind Teil einer Belegschaft aus über 150 Ländern. Wir haben Verantwortung für heute und für die Jugend.

 

Persönlich habe ich, Klaus-Jürgen Hampejs, als Lehrling zwei KZ-Inhaftierte kennengelernt, die meine Grundhaltung bis heute prägten. Der IG-Metall-Bezirksleiter Willi Bleicher, am 3. Januar 1936 auf dem Daimler-Gelände verhaftet, kam am 3. Januar 1938 nach Buchenwald. Auch weitere Kollegen!

 

Willi Dickhut aus Solingen, Arbeiterführer, KPD-Funktionär, Mitbegründer der MLPD, war im KZ Börgermoor und in Esterwegen.

 

Ernst Thälmann, KPD-Vorsitzender, ermordet durch die Nazis - seiner wollen wir gedenken.

 

Die KPD hatte die richtige Wahlkampf-Losung: Wer Hitler wählt, wählt den Krieg. In dieser historischen Verantwortung arbeiten und wirken wir heute. Damals war die Arbeiter- und die Gewerkschaftsbewegung gespalten. Das darf sich niemals wiederholen. Antifaschistischen, Christen, Gewerkschafter, Kommunisten und viele andere wurden ermordet.

 

Herr Lüttgenau, meine Damen und Herren, Sie wissen das alles. Wollen Sie verantworten, dass wir keine Gedenkveranstaltung durchführen?

 

2012 haben wir, die Internationale Automobilarbeiterkonferenz in München unseren Kongress durchgeführt. Wir waren mit Automobilern aus aller Welt im KZ Dachau zum Gedenken und als Mahnung und Schulung, besonders auch für die Jugend.

 

Wollen Sie es wirklich verantworten? Wir hoffen nicht, dass wir Automobiler daran gehindert werden, auf dem Gelände des KZ Buchenwald zu gedenken. Wir, die IAC Sindelfingen, wollen das nicht unseren Kolleginnen und Kollegen berichten, unseren Azubis!

 

Zum Schluss über die Tragweite in den Daimler-Werken in Süddeutschland. Wir haben es mit Faschisten und faschistoiden Kräften zu tun, auch bei Daimler:

MdB ist Markus Frohnmaier, AfD, bekannt durch die Aussage über Flüchtlinge als "Messermigranten". Er agiert bei uns offen mit der Aussage: Diese IG Metall hat keine Existenzberechtigung. Er ist Höcke-Vertrauter und er ist aus einem Wahlkreis unserer Region.
Oliver Hilburger, Zentrum-Automobil-Betriebsrat, Daimler-Werk Untertürkheim; PEGIDA-Redner und ehemaliges Mitglied einer Nazi-Musikgruppe, deren Musik auf dem NSU-Mordvideo zu hören ist (Dokumentiert vom NSU-Ausschuss des Landtags Baden-Württemberg).

 

Diese Täter haben ein Ziel: Die Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung zu zerschlagen. In der Verantwortung für die ermordeten Kämpfer und für die Zukunft unserer Jugend wollen wir gedenken. Werden Sie bitte nicht zu indirekten Helfern der Faschisten von heute. Wir unterstellen Ihnen das ausdrücklich nicht. Wir und Sie haben die Verantwortung, dass sich das Geschehene niemals wiederholt.

 

Deswegen appellieren wir an Sie, sehr geehrte Damen und Herren: Gedenkveranstaltung am 17.August 2019 im KZ Buchenwald!

 

Mit kollegialen Grüßen

 

Klaus-Jürgen Hampejs, Pressesprecher IAC Sindelfingen

Tobias Knapp, Daimler Sindelfingen, IG-Metall-Vertrauensmann und Vereinsvorsitzender

 

Wir stellen Ihnen auf verlangen alle Dokumente zur Verfügung, die unsere Aussagen belegen.

Vorgehen gegen Linke, Marxisten-Leninisten und Internationalisten?

Als Reaktion auf das angedrohte Verbot der Gedenkveranstaltung des Internationalistischen Bündnisses für Ernst Thälmann am 17. August in der Gedenkstätte KZ Buchenwald hat Monika Gärtner-Engel einen Protestbrief geschrieben.

 

Sehr geehrte Damen und Herren!

 

Fassungslos habe ich davon gehört, dass Sie dem Internationalistischen Bündnis, dem auch die MLPD angehört, die Feier zum Gedenken an die Ermordung Ernst Thälmanns untersagen wollen. Falls dies tatsächlich zutrifft, möchte ich entschieden dagegen protestieren. Ich selbst bin seit 20 Jahren Stadtverordnete in Gelsenkirchen, stets stadtbekannt antifaschistisch tätig und demzufolge auch Opfer zahlreicher Morddrohungen, Beleidigungen, Verunglimpfungen und Bedrohungen durch die neofaschistische Szene. Dagegen hat jetzt die Staatsanwaltschaft Essen in einem umfangreichen Zehn-Punkte-Katalog Klage erhoben.

Es kann doch wohl nicht wahr sein, dass eine der berühmtesten und eindrucksvollsten antifaschistischen Gedenkstätten einen Paradigmenwechsel vornimmt, und repressiv gegen Linke und Marxisten-Leninisten sowie Internationalisten vorgeht. In Buchenwald ist gerade der internationale Charakter des illegalen Lagerkomitees weltweit bekannt geworden, berührt bis heute und hat einen weltweiten Vorbildcharakter. Beschädigen Sie nicht das Ansehen der Gedenkstätte.

 

Ich möchte Sie eindringlich bitten, Ihre unfassbare Entscheidung schnell zurückzunehmen - nicht zuletzt, um das Ansehen der Gedenkstätte und des Stiftungsrats keinen Schaden nehmen zu lassen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Abraham Melzer protestiert

Der fortschrittliche jüdische Schriftsteller Abraham Melzer protestiert schriftlich bei der Verwaltung der Gedenkstätte KZ Buchenwald gegen das drohende Verbot der Ernst-Thälmann-Gedenkveranstaltung des Internationalistischen Bündnisses am 17. August auf dem Gedenkstättengelände:

 

Zum 75. Jahrestag der Ermordung von Ernst Thälmann plant das Internationalistische Bündnis eine Gedenkfeier in Buchenwald. Nun hat die Leitung der Gedenkstätte ihre Genehmigung zurückgezogen, unter anderem mit der Begründung des Antisemitismus, und weil man sich nicht von BDS distanziere.

 

Sehr geehrte Damen und Herren, stimmt das? Als Jude und Opfer des Faschismus kann ich mir das gar nicht vorstellen. Haben Sie Beweise dafür, dass das Internationalistische Bündnis antisemitisch sei? Und wie kann man sich von etwas distanzieren, was man nicht ist? Hunderttausende von Israelis und Juden sympathisieren mit der BDS-Bewegung. Selbst die mächtige zionistische Anti-Defamation-Liga, die stramm zionistisch ist und hinter Israel steht, sagte, dass man über BDS vieles sagen kann und BDS ablehnen kann, jedoch nicht mit der Behauptung es sei antisemitisch.

 

Antisemitismus ist zum Reizwort der letzten Jahre geworden und wird jetzt nur noch durch die Buchstaben BDS auf Platz zwei verdrängt.

 

Ich bin Israeli, Jude und Deutscher. Ich stimme nicht mit allem, was BDS fordert überein, aber ich weiß, dass BDS nicht antisemitisch ist und auch nicht die Vernichtung Israels fordert, sondern einzig und allein Rechte und Freiheit für das palästinensische Volk. Was ist denn daran antisemitisch und was ist denn daran falsch?

 

MfG

Abraham Melzer

Maritte Friedrich: "Mein Großvater war selbst als Kommunist im KZ Dachau

Sehr geehrte Damen und Herren, wie ich erfahren habe, verbieten Sie dem Internationalistischen Bündnis die Gedenkveranstaltung am Ort der Ermordung von Ernst Thälmann. Das ist ein ungeheuerlicher Akt. An einer antifaschistischen Gedenkstätte, in der der Führer der Kommunistischen Partei Deutschlands auf Anweisung Hitlers durch Faschisten ermordet wurde, das Gedenken und die Trauer zu verbieten. Es war das internationale Lagerkomitee unter Leitung der Kommunisten, welches die Selbstbefreiung aus dieser Barbarei organisierte und durchführte. Sie waren die mutigsten und entschlossensten Kämpfer gegen den Faschismus. Auf wessen Anweisung Sie auch immer agieren, die Geschichte der kommunistischen Bewegung und die Lehren aus dem finstersten Kapitel deutscher Geschichte sind nicht in Vergessenheit. Sie zu leugnen oder totzuschweigen bedeutet Geschichtsfälschung im Interesse der bürgerlichen Erziehung.

 

Mein Großvater war selbst als Kommunist im KZ Dachau und er hat mir seine Erfahrungen weitergegeben. Darauf bin ich stolz: dass ich dem modernen Antikommunismus und dem Ziel, welches dahinter steht, den kommunistischen Widerstand auszublenden, niemals glauben werde.

 

Sie werden es nicht schaffen, die wahre Geschichte zu vertuschen und umzuschreiben. Schade, dass an einem so historischen Ort soviel authentische Anschauung, wie sie zu DDR-Zeiten vorhanden war, verändert wurde. Auch das hat Gründe, warum die Jugend vieles nicht erfahren darf. Ich bin auch stolz, dass es trotz des heutigen Schul- und Bildungssystems noch junge Menschen schaffen, der geschichtlichen Wahrheit auf den Grund zu kommen. Aus der Geschichte zu lernen, ist wichtig … warum wurden und werden Kommunisten isoliert, verfolgt und schikaniert? Warum wurden und werden ihre Anschauungen diskreditiert und verunglimpft? Es ist kein Verbrechen, für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung, Unterdrückung und räuberische Kriege einzutreten. Es ist kein Verbrechen, sich konsequent mit den Unterdrückten und Ausgebeuteten weltweit zu solidarisieren. Es ist ein Zeichen höchster menschlicher Moral und Ehre. Sowohl damals als auch heute.

 

Meinungsfreiheit gibt es ja offiziell noch. Auch wenn heute der Verfassungsschutz fortschrittliche Menschen ausspioniert. Dass sie noch da sind, zeigt, dass der geschichtliche Fortschritt trotz aller zur Verfügung stehenden Methoden der Manipulation nicht totzukriegen ist.

 

Getreu dem Schwur der Häftlinge von Buchenwald: Nie wieder Faschismus, nie wieder räuberischer Krieg gegen fremde Völker!

 

Ich hoffe, dass die Leitung der Gedenkstätte Mut und Anstand beweist und im Interesse der Jugend dem Druck des bürgerlichen Antifaschismus und dem modernen Antikommunismus nicht nachgibt.

Conrad von Pentz, MLPD Wilhelmshaven

Sehr geehrter Herr Rikola-Gunnar Lüttgenau! Ich kandidiere im Landkreis Nordhausen für die Internationalistische Liste/MLPD zur Landtagswahl. Ich protestiere entschieden gegen das Verbot der Gedenkveranstaltung des Internationalistischen Bündnisses zum 75. Jahrestag der Ermordung von Ernst Thälmann! Es ist unfassbar, dass man das Gedächtnis der Buchenwald-Häftlinge gegen den Leiter der Gedenkstätte verteidigen muss.

 

Unser und mein Wahlkampf richtet sich insbesondere gegen die AfD als Türöffner des Faschismus. Und Sie können sicher sein, dass wir uns auch von Ihrem antikommunistischen Unsinn davon nicht abhalten lassen. Die Gedenkstätte hätte einen Repräsentanten verdient, der den Schwur von Buchenwald in die Tat umsetzt ... 

Karl Nümmes, Liedermacher aus Berlin

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Lüttgenau, ich bin empört über das Verbot der Gedenkveranstaltung für Ernst Thälmann in der Gedenkstätte KZ Buchenwald.

 

Das ist ja ungeheuerlich. Der Brief von Tassilo Timm und Klaus Dimler geht ausführlich auf die Begründung ein, da brauche ich nichts hinzufügen. Nur eins: Ich würde gerne als Ausdruck der Solidarität mit Ernst Thälmann, Klaus Dimler, Tassilo Timm und dem Internationalistischen Bündnis mein Lied über Ernst Thälmann dort vor Ort erklingen lassen.

 

Damit dürfen die antikommunistischen Drahtzieher nicht durchkommen. Oder auf Spanisch ausgedrückt: No Pasaran!

 

 

Jede Organisation oder Person, die ein Protestschreiben versenden möchte, kann dies tun - per E-Mail an die Stadtverwaltung Weimar (besonderesordnungsrecht@stadtweimar.de), an den Stiftungsrat der Gedenkstätte (sekretariat@buchenwald.de) und zur Kenntnis auch an die MLPD (info@mlpd.de).