15 Jahre Montagsdemo

15 Jahre Montagsdemo

Rauschende Feiern und packende Themen

An vielen Orten wurde gestern der "15. Geburtstag der Montagsdemonstrationen" gefeiert.¹ "Rote Fahne News" bringt erste Korrespondenzen:

Verschiedene Korrespondenzen
Rauschende Feiern und packende Themen
"Freunde im Regen" - Die Gelsenkirchener Montagsdemo schwoft unterm Schirm (rf-foto)

15 Jahre Montagsdemo Gelsenkirchen - ein begeisterndes Fest dem Regen zum Trotz

Für die Montagsdemo Gelsenkirchen schreiben Martina Reichmann und Thomas Kistermann: „Wenn das Schiet-Wetter eine Probe war - das Jubiläumsfest der Montagsdemo hat sie mit über 100 Gästen glänzend bestanden ... Flugs wurde gemeinsam angepackt beim Aufbau, den Regenböen getrotzt, Grillstand und vielfältiges Bufett fanden unter Pavillons einen geschützten Platz, die Gäste unter Schirmen, und Punkt halb sechs ging es los wie seit 15 Jahren. Das Wetter besserte sich zumindest zeitweise - bis zum nächsten kühlen Guss und Regentanz. Der Stimmung tat das keinen Abbruch.

 

Ein vielfältiges Programm wurde mit bester Feierlaune gestaltet und genossen. Einen breiten Bogen spannten die Teilnehmerinnen, Teilnehmer und Gäste mit ihren Beiträgen. Drängendes Thema ganz vornedran: Der Kampf für die Rettung der Umwelt, die Jugendlichen vom REBELL forderten alte wie junge auf, sich bei den Fridays for Future einzubringen. Wir nehme uns als Ziel vor, die Bewegung gegen alle Spaltungsmanöver mitzustärken. Mit den Kumpels nehmen wir den Kampf gegen Entlassungen und Zechenflutungen auf.

 

Mondays for Future - den Montag haben wir zum Widerstandstag gemacht - mit vielfältigen Beziehungen zu anderen Bewegungen und Themen. Wir haben uns als soziales Gewissen bewährt - ganz im Gegensatz zur unglaubwürdigen Groko. Unser Markenzeichen, der Kampf gegen Hartz IV, bleibt auf der Tagesordnung!

 

Als die Tanzrunde begann, stimmten viele alte Freunde und neue Interessierte mit ein in "Ein Hoch auf uns!" Genau! Wir haben noch viel vor und eine Zukunft zu erobern.

 

Zur ganzen Bandbreite unserer Themen gab es kompetente Redebeiträge für den Durchblick, kulturelle Highlights mit Geburtagsständchen und -kuchen, ein Münchener Kabarett nahm witzig das Thema "Fremdsein" aufs Korn, ein Wilhelm Busch-Gedicht beschäftigte sich mit BP, und die Stimmung stieg mit mitreißender Live-Musik mit Andreas Hägler & Freunden und mit Tanzmusik von DJ Carsten.

 

Nach vollen zwei Stunden Party-Stimmung ging das Fest zu Ende mit dem Lied "Was bleibt, sind Freunde im Leben", diesmal auch: Freunde im Regen. Die Montagsdemo ist gestärkt und guter Dinge: Startklar für das nächste Jahr Montagsdemo und unsere Ziele!

Saarbrücken: „Saarbrooklyn bei Spiegel-TV – und was Montagsdemonstrierer davon unterscheidet“

„Saarbrooklyn bei Spiegel-TV – und was Montagsdemonstrierer davon unterscheidet“, war gestern, 12. August, ein spannendes Thema bei der Montagsdemo, das auch drei Wochen nach der Sendung nicht vergessen war und etliche Passanten Halt machen und aufhorchen ließ.

 

"Seit nunmehr 15 Jahren genau treffen wir uns montags bundesweit, nicht nur in Saarbrücken. Wir tragen den Protest gegen diese ungeheuerliche Kinderarmut auf die Straße, kämpfen gegen die Hartz-Gesetze und die Brandmarkung der Betroffenen in der Öffentlichkeit, zeigen die neuerdings wieder steigende Arbeitslosigkeit auf und ermuntern zum organisierten Aufbegehren – Deutsche und Migrantinnen und Migranten gemeinsam. Und nun wird ein Film gesendet, der die Folgen der Gesetze auf menschenunwürdige Weise ausschlachtet. Prompt folgen die 'Gegendarstellungen', 'Richtigstellungen' und 'ausgleichenden‘ Stellungnahmen der Politikerinnen und Politiker aus dem bürgerlichen Spektrum, ganz zu schweigen von denen der AfD“ ,so die Moderatorin.

 

„In den Stellungnahmen wird die Furcht vor Imageverlust für die Stadt aus allen Poren geschwitzt“, meinte eine Rednerin am offenen Mikro. „Widerlich, wie in dem Film die Hartz-IV-Betroffenen als asoziale Elemente hingestellt werden.“ „Der Film provoziert die Empörung – und prägt einen Reflex, zur ‚eigenen‘ Stadt zu stehen, statt hinzusehen, nach Hintergründen zu fragen und sich dagegen zu organisieren.“

 

Ein Redner brachte es auf den Punkt: „Deshalb: Für mich zeigt das, dass man ein ganz anderes Gesellschaftssystem braucht – eine sozialistische Gesellschaft kann das nur sein.“

 

Auch die Hitzewelle infolge der sich anbahnenden Klimakatastrophe wurde thematisiert. Ebenso die Lage von Leiharbeitern, die von der Leihfirma abbestellt wurden trotz guter Arbeit – einfach, weil sie nicht gebraucht würden.

 

Ein Redner regte an, bei der kommenden Montagsdemo am 2. September, einen Tag nach dem Antikriegstag, das Thema Ausländerhetze und Rassismus zu wählen. Die AfD solle offenbar wieder Oberwasser bekommen, nachdem sie bei den Europawahlen weniger Stimmen als von manchen erhofft bekam. Seit einiger Zeit fiele auf, dass die Rechtsentwicklung der Regierung nicht den gewünschten Effekt im Bewusstsein der Bürger bewirke – da müssten derlei schreckliche Dinge wie der Mord am Frankfurter Bahnhof herhalten, um Stimmung gegen Ausländer zu machen.