AUF Gelsenkirchen

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Monika Gärtner-Engel gibt ihr Ratsmandat ab - Nachfolger wird Jan Specht

Exakt nach 20 Jahren gibt die AUF-Stadtverordnete Monika Gärtner-Engel ihr Mandat zum 12. September 2019 ab und weiter an ihren jüngeren Nachfolger (Listenplatz 2 bei der Kommunalwahl). Die AUF-Mitgliedschaft hat diesen Generationswechsel schon länger entschieden, jetzt werden ein Jahr vor der Kommunalwahl Nägel mit Köpfen gemacht.

Von Monika Gärtner-Engel und Jan Specht

„20 spannende, ereignisreiche, erfolgreiche und zuweilen auch harte Jahre als Stadträtin sind für mich ein guter Zeitpunkt, um aufzuhören“, so Monika Gärtner-Engel. „Wir kleben in AUF nicht an unseren Posten. Ich freue mich riesig, dass mit Jan Specht jemand im Generationswechsel in den Rat einsteigt, dessen kompetente Arbeit schon aus dem Umweltausschuss bekannt ist.

 

Vor allem legt AUF den Fokus ja auf die extensive Basisarbeit vor Ort. Hier ist die Kontinuität durch die hochmotivierte Mitgliedschaft von AUF ohnehin gewährleistet – und daran werde ich mich auch weiter aktiv beteiligen. Es sollte also niemand hoffen, dass ich jetzt weg vom Fenster bin oder gar sich Sorgen machen, dass ich mich wegen der Serie von Morddrohungen aus der Arbeit zurückziehe.“

Sehr große Bandbreite von Aktivitäten

Die 20 Jahre Ratsarbeit von Monika-Gärtner Engel waren von einer sehr großen Bandbreite von Aktivitäten geprägt.

 

Von der Initiierung des ersten Bürgerbegehrens in Gelsenkirchen zum Hans-Sachs-Haus in Verbindung mit dem legendär gewonnenen Prozess gegen die Stadt, dass „Millionen Euro am Rat vorbei in die Taschen des Investors flossen“; stetiger Einsatz im Kampf der Betroffenen um Arbeitsplätze sei es bei Brotfabrik Stauffenberg, Wellpappe, ZF, Vaillant, Opel und natürlich den Kohlezechen; Initiierung von Kumpel für AUF zunächst als Arbeitsgruppe von AUF Gelsenkirchen, inzwischen mit weltweitem Aktionsradius in den internationalen Bergarbeiterkonferenzen; der antifaschistische Pionierarbeit wie die in einer breiten Aktionseinheit erfolgreichen einzigartigen Blockade gegen den faschistischen Aufmarsch von Essen nach Gelsenkirchen-Rotthausen am 1. Mai 2015; Hilfe zur Selbsthilfe bei den Prostituierten auf der Münsterstraße; Recherchen, Aufklärungsarbeit und erfolgreiche Aktivitäten gegen Cross-Border-Leasing; die breiten Aktivitäten zum „Bäderalarm“ mit einem AUF-Gutachten, das schon früh genau die zuletzt teuer und langwierig ausgearbeitete Entscheidung empfahl; Aufdeckung des Giftmüllskandals mit umfangreicher Akteneinsicht; die stetigen Initiativen zur Neuorganisation der Gemeindefinanzierung; intensive Flüchtlingsarbeit, vor allem zur später für illegal erklärten Wohnsitzauflage; streitbares Engagement gegen fahrlässige, umweltschädliche Aktivitäten Gelsenkirchener Firmen wie das Abfackeln oder die Verbrennung der Ölpellets; Engagement gegen Gewalt an Frauen wie zuletzt der jungen Mutter „Seda“ - um nur einige wenige Beispiele zu nennen.

 

Dies alles wurde verwirklicht in dem Selbstverständnis, im Rat als Sprachrohr der entsprechenden Anliegen aus der Bevölkerung zu agieren und den hauptsächlichen Fokus auf die Basisarbeit zu legen.

AUF: Versprochene Prinzipien konsequent eingehalten

Angesichts der verbreiteten Resignation und Politikerverdrossenheit unter der Masse der Bevölkerung ist AUF Gelsenkirchen besonders stolz, dass mit der Rats- und Ausschussarbeit von AUF stets die versprochenen Prinzipien und Standards der Arbeit über 20 Jahre konsequent eingehalten wurden: eine eigene aktive Basisarbeit sämtlicher Mandatsträger, überparteiliche Zusammenarbeit auf antifaschistischer Grundlage, öffentliche Rechenschaftslegung der Mandatsträger über die Arbeit und Spende sämtlicher Zuwendungen an AUF, gleiche Möglichkeit der Kostenabrechnung für alle AUF Mitglieder, egal ob mit parlamentarischer Funktion oder außerhalb.

 

Monika Gärtner-Engel hat sich auch zu einer kompetenten Beraterin und Moderatorin in brisanten politischen Ereignissen aller Art erwiesen. Sei es bei Demonstrationen von Kurden, Palästinensern oder auch bei der von diesen selbst initiierten Blockade von Geflüchteten vor dem Hans-Sachs-Haus.

 

Als größte Hürde in der gesamten Arbeit erwies sich die teils aggressive, von Vorbehalten und Diskriminierungen geprägte, vielfach antikommunistisch ausgerichtete Streit- und Diskussionskultur im Rat. „Vor allem in den ersten Jahren trieb das im Rat der Stadt geradezu skurrile Blüten,“ berichtet Gärtner-Engel rückblickend. „Da hat sich inzwischen doch so manches geändert, vor allem weil AUF Gelsenkirchen und insbesondere Monika Gärtner-Engel sich stets daran orientiert haben, sachlich fundiert zu argumentieren, positive Vorschläge zu machen, klare Kante zu zeigen, aber sich im Stil nicht von vielfachen Respektlosigkeiten anderer provozieren zu lassen. Dazu hat auch beigetragen, dass in der praktischen Arbeit und verstärkt dann auch im Rat Bündnisse geschlossen und sachbezogen zusammengearbeitet wurde und wird“, ergänzt Jan Specht.

 

AUF sieht es auf diesem Hintergrund als großen Erfolg, dass zahlreiche ihrer Vorschläge früher oder später aufgegriffen und umgesetzt wurden – dann natürlich mit Vorliebe als ureigenste Idee der etablierten Parteien...

"Staffelübergabe" und Party "20 Jahre AUF" am 12. September

Der Wechsel im Rat fällt am 12. September 2019 zusammen mit 20 Jahren AUF – ein Anlass, der am 12. September 2019 um 17 Uhr mit Empfang und „Staffelübergabe“ an Jan Specht und ab 19 Uhr mit Party „20 Jahre AUF“ in der Gaststätte Schacht III in Gelsenkirchen Horst gebührend gefeiert wird.