Gerd Zitzner Was sich wie Umweltschutz anhört, ist grünlackierte Monopolpolitik Klartext

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Gerd Zitzner

Gerd Zitzner spricht Klartext

Dürre: Monopolpolitik statt wirksame Maßnahmen für die Landwirtschaft

Bereits Anfang Mai dieses Jahres warnten Experten, dass sich die Dürre von 2017 wiederholt. Doch in den meisten Regionen hatten die Landwirte zunächst noch Glück, es regnete immer wieder mal bis Ende Juni. Wintergerste und Winterraps brachten deshalb immerhin annähernd normale Erträge. Anders bei Winterweizen. Spätestens die Hitzewelle Ende Juni mit über 40 Grad hat ihm den Garaus gemacht. Im Grünland wächst nach zwei Schnitten nichts mehr nach – normal sind vier Schnitte. Der Mais sieht auf leichten Böden aus wie Heu. Das Futter wird knapp und die Wälder vertrocknen. Das, was die Bundesregierung und die bürger­lichen Politiker an Maßnahmen diskutieren, treibt einem noch mehr die Hitze ins Gesicht. Es wäre dringend nötig und möglich, die Beiträge der kapitalistischen industriellen Landwirtschaft zur Umweltzerstörung zu reduzieren. Stattdessen bringen Bauernpräsident Joachim Rukwied (CDU) und Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) neue gentechnische Methoden zur Anpassung an die Umweltkatastrophe ins Spiel. Die nicht für besonders konsequenten Umweltschutz bekannte EU-Kommission lehnte die neue Dünge­verordnung der Bundesregierung zum zweiten Mal als zu inkonsequent ab. Aus umweltpolitischer Sicht ist sie sogar kontraproduktiv. Ihr Kernproblem ist, dass die Massentierhaltung als Hauptursache für zu viel Nitrat im Grundwasser nicht verändert wird. Statt Gülle zu vermeiden, will Klöckner sie durch die Republik karren, in vieharme Regionen. Notwendig ist stattdessen der radikale Rückbau der Massentierhaltung bei Schweinen und Geflügel sowie die Verhinderung der gleichen Entwicklung in der Milchviehhaltung.

Was sich wie Umweltschutz anhört, ist grünlackierte Monopolpolitik Gerd Zitzner, Umweltplattform des Internationalistischen Bündnisses

Die Schweinemast ist gleichzeitig der größte Abnehmer für Soja aus Südamerika und damit eine Ursache der Regenwaldvernichtung. Durch Umstellung auf europäische Eiweißfuttermittel ließe sich der Sojaexport zumindest halbieren. Deren Anbau wiederum würde die Fruchtfolgen vielfältiger machen, was der Artenvielfalt nutzen würde. Das Handelsabkommen mit dem Mercosur lässt allerdings das Gegenteil erwarten. Die Grünen wollen die Hektarprämien für die Bauern an Umweltauflagen koppeln. Aber das wäre der Todesstoß für Zehntausende Klein- und Mittel­bauern. Sie sind schon heute auf die Prämie angewiesen. Umweltauflagen müssen zusätzlich gefördert werden, sonst gewinnen nur die Agrar- und Handelskonzerne. Was sich wie grüner Umweltschutz anhört, ist grünlackierte Monopolpolitik. Für viele kleine und mittlere Betriebe ist die Si­tua­tion dramatisch. Die Agrarplattform im Interna­tio­nalistischen Bündnis fordert im Interesse der kleinen und mittleren Betriebe eine Förderung umweltschonender Anbaumethoden und artgerechter Haltung! Die Agrarplattform muss breiter und bundesweit bekannt gemacht werden. Die Entwicklung in der Landwirtschaft darf nicht isoliert betrachtet werden. Sie ist Teil der in der heutigen kapitalistischen Gesellschaft gesetzmäßigen Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur, im Zuge des beschleunigten Übergangs in die globale Umweltkatastrophe. Sie macht vor den Landwirten nicht halt, nicht vor unserer aller Ernährung und auch nicht vor der Zukunft unserer Jugend. Deshalb gehören die Fridays-for-Future-Jugendlichen, die Bauern, die Umweltschützer, die Arbeiterklasse und breiten Massen in eine gemeinsame Widerstandsfront gegen die Umweltzerstörung. Die Umweltbewegung braucht einen gesellschaftsverändernden Charakter.

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