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Selbständiger Streik bei LSG Sky Chefs wird ausgeweitet

Der Streik bei LSG Sky Chefs gegen den geplanten Verkauf des Unternehmens und gegen die Vernichtung von Arbeitsplätzen läuft weiter.¹

Korrespondenz aus Frankfurt am Main
Selbständiger Streik bei LSG Sky Chefs wird ausgeweitet
Im Umfeld des Frankfurter Flughafens wird selbständig gestreikt (foto: McNam (CC BY-SA 3.0))

Neben den Inlandsflügen betrifft der Ausfall des Caterings bzw. ein verringertes Catering aufgrund des selbständigen Streiks bei LSG Sky Chef jetzt auch die internationalen Flüge. Lufthansa wird empfindlich getroffen, da die internationalen Flüge das profitabelste Geschäft sind. Diese Flüge wollte Lufthansa vor den Streikfolgen bewahren.

In beiden LSG-Werken wird selbständig gestreikt

In Frankfurt am Main wird nun in beiden LSG-Werken gestreikt. Jetzt sind auch Auslandsflüge betroffen - zum Beispiel die japanische Fluggesellschaft JAL. JAL wirbt mit der hohen Qualität ihrer Gerichte. Sie musste aber nun ihre Interkontinental-Flüge infolge des Streiks ohne das entsprechende Catering antreten. Das setzt die Lufthansa unter Druck. Neben den Transportbeschäftigten sind auch Arbeitskräfte der kalten und warmen Küche in den Streik einbezogen. Auch in München und in Düsseldorf beteiligen sich Beschäftige am Streik.

 

Eine Schwierigkeit liegt in der Konkurrenz zweier Gewerkschaften in der LSG, die beide stark im Betriebsrat vertreten sind. Es handelt sich dabei um die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und die "Arbeitnehmergewerkschaft im Luftverkehr e.V." - AGIL. Letztere vertritt neben dem Bodenpersonal eben auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei LSG. Die kämpferischen Kräfte ringen darum, die Einheit im Kampf herzustellen, alle Kolleginnen und Kollegen für den Streik zu gewinnen. Die Zusammenarbeit im selbständigen Streik muss eine neue Stufe erreichen.

Bisher gelingt der Einsatz von Steikbrechern nicht

Lufthansa versucht über andere Betriebe Streikbrecher einzusetzen. So über das Dienstleistungsmonopol WISAG und auch über den Flughafenbetreiber Fraport. Das gelingt ihnen bisher nicht, da auch Betriebsräte dieser Unternehmen ihre Zustimmung für Streikbrecherarbeiten verweigern. Bei WISAG gab es im Juni ebenfalls einen Streik bei der Bodenabfertigung am Frankfurter Flughafen, was zu Flugausfällen führte. Die LSG setzt jetzt für den Transport des Caterings in die Flugzeuge leitendes Personal ein, das es aber nicht nach Plan schafft.

 

Lufthansa erhöht den Druck, und Schichtleiter in Frankfurt drohen: „Das ist ein illegaler Streik“. Sie betreiben Spaltung. Sie tun alles, um herauszubekommen, wer hinter dem Streik steht und wollen die „Organisatoren“ herauspicken: „Wer hat das alles organisiert?“ Sie gehen die Kollegen an: „Haltet euch an die Gewerkschaft, … ver.di hat nicht zum Streik aufgerufen“.

 

Was fällt diesen Leuten ein, wenn Arbeiterinnen und Arbeiter für berechtigte Forderungen kämpfen, diese zu bedrohen und einzuschüchtern?

Solidarität

Die Vorgänge machen deutlich: Die Arbeiterklasse braucht in Deutschland ein allseitiges und vollständiges gesetzliches Streikrecht. Diese Forderung muss jetzt auf die Tagesordnung, weil aktuell in etlichen Konzernen Kämpfe um Arbeits- und Ausbildungsplätze bevorstehen. Die Lufthansa-Geschäftsleitung weiß sehr gut, dass eine Gewerkschaft während eines laufenden Tarifvertrags überhaupt nicht zum Streik aufrufen darf.

 

Die Belegschaft der LSG Berlin hat an die Streikenden im Werk I und II in Frankfurt Solidaritätsadressen geschickt und sichert Unterstützung zu. Damit stärken sie das Selbstbewusstsein, den Streik mutig weiterzuführen.