Thüringen

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Besucherbergwerk Sondershausen – es lohnt sich!

„Und jetzt will ich Euch etwas über die Arbeit der Bergleute erzählen.“ Dieser Satz erklingt Hunderte Meter tief unter der thüringischen Erde.

Korrespondenz aus Nordhausen

„Das wichtigste ist die Disziplin! Hier unter Tage muss sich jeder auf den anderen verlassen können. Wir standen immer zueinander. Der letzte Brotkrümel wurde noch geteilt. Das muss hier unten auch so sein!“ Vor uns steht ein alter Bergmann, der weiß, wovon er spricht. Wir sind 700 Meter unter Tage im Besucherbergwerk Glückauf, einer ehemaligen Kalisalzgrube mit einem Stollensystem unter der nordthüringischen Stadt Sondershausen, so groß wie die Straßen von Kassel oder Halle an der Saale.

 

Unser Führer ist ein hochqualifizierter Bergmann, der in DDR-Zeiten in dieser Grube, aber auch in afrikanischen Minen gearbeitet hat. Der Stolz auf seine Kollegen und ihre gemeinsame Arbeit ist deutlich spürbar. Gelassen, kenntnisreich und humorvoll erläutert er uns an verschiedenen Stationen die Technik, die Arbeitsorganisation und die Gefahren der Arbeit unter Tage.

Die haben uns alle betrogen, der Ministerpräsident und alle anderen

Bergmann der Grube Glückauf in Sondershausen

Als aber die Wende zur Sprache kommt, bricht es aus ihm heraus: „3000 Leute haben hier gearbeitet! Von einem Tag auf den anderen war Schluss. Die haben uns alle betrogen, der Ministerpräsident und alle anderen.“ 1991 war der Kalibergbau in Sondershausen zu Ende. Über Tage ist selbst unter den Leuten, die unmittelbar mit dem Bergbau nichts zu tun haben, 30 Jahre nach der Wende die Empörung immer noch groß.

Immer noch 160 Kumpels unter Tage

Das Besucherbergwerk Glückauf ist mit seiner 700 m unter Tage befindlichen Konzerthalle, dem Hochzeitssaal, und Möglichkeiten für Sportveranstaltungen unter Tage nicht nur eine Touristenattraktion, sondern im Bergwerk werden auch noch von 160 Kumpel täglich 11 Tonnen Steinsalz gefördert. Wenn die Besuchergruppe mittags einfährt, begegnet sie den Kumpel beim Schichtwechsel. Als wir nach gut zwei Stunden wieder ausfuhren, hatten wir ein Stück Kalisalz in der Hand. Der Autor dieser Zeilen gibt die Bitte unseres Bergmann-Führers gerne weiter: „Machen Sie Werbung für unser Besucherbergwerk!“

 

Es lohnt sich!

 

Noch mehr Interesse am Bergbau entdeckt? Dann lohnt sich auch der Besuch der Bergbauveranstaltung „Der große Bergarbeiterstreik 1997“, die am 4. August in Dorndorf (Krayenberggemeinde) stattfinden wird. Mehr dazu gibt es hier auf Rote Fahne News!