IG-Metall-Kundgebung

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Kampf gegen Werkschließungen und Personalabbau bei Mahle

Über 600 Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Werken folgten dem Aufruf der IG Metall, am 12. Juli vor die Konzernzentrale von Mahle an der Pragstraße in Stuttgart zu demonstrieren.

Korrespondenz aus Stuttgart
Kampf gegen Werkschließungen und Personalabbau bei Mahle
Die Mahle-Hauptzentrale in Stuttgart (foto: Mahlezu1 (CC BY-SA 4.0))

Im Zentrum der Demonstration vor die Konzernzentrale von Mahle stand die Solidarität mit den Beschäftigten vom Werk Öhringen (Raum Heilbronn), dessen Schließung vom Vorstand für 2020 geplant ist. „Hier geht es nicht allein um 240 Arbeitsplätze, sondern um die Existenz von 240 Familien“, sagte die Betriebsratsvorsitzende Sonja Hanselmann unter großem Beifall. „In neun Minuten hat dies der Geschäftsführer auf einer Versammlung bekanntgegeben – mit dem Rücken zum Ausgang und unter der Auflage, dass sich keine Gläser, Tassen und Feuerlöscher im Raum befinden. Soviel zur Angst dieser Herren vor uns!“

 

Viele Kolleginnen und Kollegen sind empört, dass Mahle mit der Schließung von Öhringen und Telford (GB), sowie einem „Spar“-Programm, bei dem 380 bestehende und 300 geplante Arbeitsplätze vernichtet werden sollen, alles andere als den vor kurzem noch selbst propagierten „sozialverträglichen Kurs“ fährt.

 

Das reiht sich ein in die aktuell bekannt gewordenen Abbaupläne von Autozulieferer Marquardt mit 600 Jobs, oder Conti, das sein Werk in Oppenweiler mit 340 Jobs schließen will. Einige angesprochene Metallerinnen und Metaller stimmten deshalb der Losung der MLPD zu: „Wir zahlen nicht die Zeche eurer Krisen!“ Etliche sehen auch, dass es dem Vorstand nur um die Profitmaximierung geht, wenn ein Teil der Arbeitsplätze zum Beispiel nach Rumänien verlagert werden sollen.

 

Gleichzeitig wirkt, was von Betriebsrats- und IG-Metall-Führern von der Bühne aus vertreten wurde: "gemeinsam" aus der Krise kommen, sowie die Kritik an der Regierung, die mit ihrem Druck auf die Transformation hin zur E-Mobilität schuld daran sei, dass den Automobilarbeiterinnen und Automobilarbeitern die Zukunft verbaut wird. Statt an den Vorstand oder gar an die Mahle-Stiftung zu appellieren, er solle zum Weg „vernünftiger Verhandlungen“ zurückkehren, wo angeblich der Mensch an erster Stelle steht, ist der entschlossene Kampf der gesamten Mahle-Belegschaft und der Automobilarbeiterinnen wie Automobilarbeiter die einzige Sprache, die die Herren in der Chefetage verstehen. In diesem Sinne muss der europaweite Aktionstag der Mahle-Belegschaft am 25. Juli durchgeführt werden.