Festnahme von Carola Rackete

Festnahme von Carola Rackete

Proteste vor der italienischen Botschaft in München

Mehr als 500 Menschen kamen am Wochenende trotz brütender Hitze zum Protest gegen die Festsetzung der mutigen Seenotretterin Carola Rackete vor die italienische Botschaft.

Korrespondenz aus München
Proteste vor der italienischen Botschaft in München
Bild vom Protest in München (rf-foto)

Zahlreiche Rednerinnen, vor allem von den Grünen, von SPD und Jusos betonten ihre Solidarität mit Carola Rackete und mit der Seenotrettung. Thomas Lechner, inzwischen Kandidat bei der Linkspartei und ein Hauptorganisator der großen Demos in München erinnerte die Grünen- und SPD-Rednerinnen daran, dass ihre Parteien direkt am „Hau-Ab-Gesetz“ mitwirken, genauso wie an der Abschiebepraxis und der Frontex-Grenzsicherung im Mittelmeer. Die Südgrenze Europas ist inzwischen die gefährlichste Grenze der Welt, so eine Rednerin von Seebrücke. Sie prangerte unter großem Beifall das große Versagen der EU-Politik an.

Lifeline-Kapitän wird von Faschisten bedroht

Der Kapitän der Lifeline, Jürgen Resch, kam unter Polizeischutz nach München. Er wird von Faschisten bedroht! Neben lebendigen Berichten über die Praxis der notwendigen Seenotrettung richtete er einige Worte an die italienische Regierung – in Italienisch. „Die Seenotretter zu kriminalisieren, ist eine Frechheit. Die Politiker gehören vor Gericht gestellt, die zulassen, dass Menschen nicht gerettet werden. Solange die europäischen Regierungen diese Menschen nicht retten, müssen wir es halt tun“.

Afrika ist ein reicher Kontinent, er ist alleine überlebensfähig

Jürgen Resch, Kapitän der Lifeline

Er erinnerte an Cap Anamur, die vor 40 Jahren Boat People aus Vietnam retteten, wofür sich die CDU damals einsetzte, die SPD war dagegen. Er sprach als einziger Fluchtursachen an: „Afrika ist ein reicher Kontinent, er ist alleine überlebensfähig. Man muss sie nur lassen, nicht wie einen Supermarkt brutal ausplündern, und sich wundern, wenn es bei uns an der Türe klingelt.“

 

Diese Seenotretterei, sei wie Aspirin. Wenn man das ganze nicht an der Wurzel packe, auch neue Fluchtursachen durch die Klimakatastrophe nicht bekämpfe, so lange würde sich nichts ändern.

Dem Übel an die Wurzel

Mit dem Übel an der Wurzel packen, da hat Jürgen Resch wirklich den Nagel auf den Kopf getroffen. Zum Schluss wirbt er für den Film „Eldorado“ und berichtet vom Kauf eines neuen Schiffes durch viele Spender, womit sie in den nächsten Wochen wieder im Mittelmeer herumfahren und Menschenleben retten. Freiheit für Carola Rackete und die vielen anderen Seenotretter, die kriminialisiert werden!