BDS-Kampagne

BDS-Kampagne

Offener Brief von Gewerkschaftern gegen "Antisemitismus"-Stimmungsmache

72 Kolleginnen und Kollegen, darunter Vertrauensleute, Betriebsräte, Delegierte und ein Kreisvorstandsmitglied aus den Gewerkschaften IGBCE, ver.di, IG Metall, GEW, NGG sowie der Umweltgewerkschaft, kritisieren in einem Offenen Brief ein 1.-Mai -Transparent der DGB-Jugend Nordhessen in Kassel als "undifferenziert, unsachlich und polarisierend". Darauf war zu lesen: "Gegen den BDS und Israelhass - Solidarität mit der Histadrut".

Korrespondenz

Völlig unabhängig davon, ob wir als UnterzeichnerInnen BDS unterstützen oder nicht, lehnen wir eine solche Gleichsetzung ... ab. Eine solche Diffamierung hat erhebliche Auswirkungen …

 

Deutlich ist, dass das Thema BDS nur ein Hebel ist, um Kritik an der rechts-nationalistischen Likud-Regierung zu unterbinden. Fatalerweise wird durch die völlig inflationäre und beliebige Benutzung der Begriffe 'Israelhass' und 'Antisemitismus' die tatsächlich vorhandene Rechtsentwicklung, der wachsende Fremdenhass und Antisemitismus als 'Hass auf Juden, nur weil sie Juden sind' banalisiert.

 

Die BDS-Kampagne ist 2005 in den besetzten Gebieten entstanden und wird von über 100 palästinensischen Organisationen - darunter auch etliche Gewerkschaften - unterstützt, die in ihrem Appell deutlich machen, dass sich die Kampagne nicht gegen 'Juden' richtet, sondern gegen israelische und ausländische Unternehmen, die von der Besatzung, von den illegalen Siedlungen und von der Unterdrückung der palästinensischen Bevölkerung profitieren. ...

 

Zuletzt möchten wir die DGB-Jugend an folgendes Dokument erinnern: Vom 2. bis 7. Dezember 2018 fand in Kopenhagen der 4. IGB-Weltkongress statt. In der Kongresserklärung 'Building Workers Power' finden sich unter Punkt 53-55 folgende Aussagen, die wir allen Kolleginnen und Kollegen zwecks Diskussion ans Herz legen: 'Staaten und Unternehmen sollten davon abgebracht werden, Aktivitäten im Zusammenhang mit den illegalen Siedlungen direkt oder indirekt zu ermöglichen oder davon zu profitieren. Die Besatzung muss enden, die illegalen Siedlungen müssen geräumt werden, und Israel muss sich vollständig von palästinensischem Grund und Boden zurückziehen und die Trennmauer beseitigen.'  ..."

 

Hier gibt es den kompletten Offenen Brief als pdf-Datei