Indien

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Illegaler Sandabbau – ein Faktor in der Entwicklung zur globalen Umweltkatastrophe

Illegaler Sandabbau ist ein wachsendes Problem in vielen Regionen Indiens. Der Rohstoff ist weltweit begehrt. Sand wird in der Baubranche, in der Metallverarbeitung und sogar in Reinigungsmitteln und in Kosmetika eingesetzt. Schätzungen der UN gehen von weltweit bis zu 50 Mrd. gehandelten Tonnen Sand pro Jahr aus. Die Folgen sind erodierte Strände, verschmutztes Grundwasser und überhöhte Gefahren von Dürren und Überschwemmungen.

Korrespondenz aus Ingolstadt

Dr. Aunshul Rege, Professorin in Philadelphia, dazu laut Süddeutscher Zeitung: "Die Sandmafia gilt derzeit als eine der prominentesten, gewalttätigsten und undurchdringlichsten Gruppen der organisierten Kriminalität in Indien."

 

Die Politiker und der Staatsapparat sind fester Bestandteil dieser Mafia. Die Korruption blüht, Bestechungsgelder fließen. Journalisten, die diese Verbindungen aufdecken, werden verfolgt, unterdrückt, ermordet. Jagendra Singh ist einer von weltweit 13 Journalisten, die seit 2009 mutmaßlich getötet wurden, nachdem sie über Ressourcenausbeutung  oder Umweltverschmutzung berichteten. Zahlreiche andere wurden angegriffen, eingeschüchtert oder mit Klagen überzogen, um ihre Berichterstattung zu behindern. Die Organisation Forbidden Stories, ein internationaler Zusammenschluss investigativer Journalisten, hat deshalb das Projekt „Green blood“ – grünes Blut – ins Leben gerufen. 40 Journalisten von 30 Medienorganisationen haben in den vergangenen Monaten zusammengearbeitet, um die Arbeit von Kollegen fortzuführen, die bei Recherchen über Umwelt- und Ressourcenausbeutung getötet oder behindert wurden.

 

Entgegen einem Exportverbot des südindischen Staates Tamil Dadu geht aus Zollunterlagen hervor, dass weiter Sand in die BRD exportiert wurde. Fair Trade nach Merkel, alles grün. Die Dinslaker Ampeco  GmbH, die in diese Geschäfte verwickelt ist, beschwerte sich bei der indischen und bei der deutschen Regierung über das Exportverbot. Dies sei lediglich auf Gerüchte über das "angebliche Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter" zurückzuführen. Das Auswärtige Amt stellt fest, dass sein Einsatz "kein Lobbying gegen das Exportverbot gewesen" sei. "Aspekte der Menschen- und Arbeitnehmerrechte sowie des Umweltschutzes im Rahmen der Außenwirtschaftsförderung" würden beachtet und gewahrt.

 

So schön kann man Außenpolitik im Interesse der Monopole umschreiben, wenn man in ihrem Dienste steht.