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Empörung über Lübcke-Mord - wie bürgerliche Redner desorientieren

Gestern fand in Kassel unter dem Motto "#zusammen sind wird stark" eine Kundgebung statt, unterstützt unter anderem von den Unternehmerverbänden, den DGB-Gewerkschaften und der hessischen Landesregierung.

Korrespondenz aus Kassel
Empörung über Lübcke-Mord - wie bürgerliche Redner desorientieren
Demonstration in Kassel (Foto: RF)

Mit der Kundgebung wurde vor allem versucht, die wachsende Empörung über den faschistischen Mord an dem Lokalpolitiker Walter Lübcke und die Enthüllungen über umfassende faschistische Terrornetzwerke für den bürgerlichen Antifaschismus zu vereinnahmen.

 

Die Redner orientierten vor allem darauf, die sogenannte freiheitlich-demokratische Grundordnung gegen "rechtsextreme" Angriffen zu verteidigen. So sprach sich Carsten Rahier vom Unternehmerverband Gesamtmetall für den Schutz der Wirtschaft und für den Schutz "einer der besten Demokratien auf der Welt" aus.

Bedürfnis, sich antifaschistisch zu positionieren

Zugleich zeigte sich der fortschrittliche Stimmungsumschwung unter den Massen in dem Bedürfnis der großen Mehrheit der rund 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sich konsequent antifaschistisch zu positionieren. Viele sprachen sich dafür aus, den NSU-Prozess wieder aufzurollen und wirklich alle Zusammenhänge aufzudecken.

 

Der Intendant des Staatstheater Kassels, Thomas Bockelmann, zeigte klare Kante gegen die AfD als Wegbereiterin des Faschismus und dagegen, was passiert, wenn man faschistoiden, rassistischen Gedanken so viel Raum lässt, wie die Bundesregierung das tut.

Demagogische Warnung vor "jeglichem Extremismus"

Ein Teil der offiziellen Redner betonte auch, dass man "jeglichem Extremismus" den Kampf ansagen müsse. Diese antikommunistische Gleichsetzung von "links" und "rechts" richtet sich gegen die wachsende Erkenntnis, dass die Faschisten vom herrschenden Staat geduldet und gefördert werden, um sie als Terrortrupps gegen die Arbeiter- und Volksbewegung und vor allem ihre revolutionären Vertreter aufzubauen.