Leserbrief

Leserbrief

Faschistische Vernetzungen im Fall Lübcke immer offenkundiger

„Rote Fahne News“ dokumentiert einen Leserbrief zum Artikel „MLPD weist nach faschistischem Mord an Walter Lübcke auf dunkle Abgründe hin".

Leserbrief

Was da nach und nach an die Öffentlichkeit dringt, bestätigt die Einschätzung der MLPD nicht nur voll und ganz – es zeigt auch: die Zusammenhänge zu faschistischen Strukturen werden immer offenkundiger.

 

Liest man mal den Werdegang des Stefan Ernst (45)², wird deutlich, mit wem, welchem Rassenhass und krimineller Energie man es da wirklich zu tun hat und warum es völlig unglaubwürdig ist, dass dieser Mann nicht mehr auffällig gewesen sein soll, wie offiziell behauptet wird:

 

  • Erstmals wurde er mit 15 Jahren wegen eines Brandanschlags auf ein Haus mit türkischen Staatsbürgern verurteilt. Am 31. März 1989 setzte er im Keller eines Mehrfamilienhauses in Aarbergen-Michelbach in der Nähe von Wiesbaden einen Kanister mit fünf Litern Benzin in Brand.
  • Drei Jahre später, im November 1992, stach er auf einer Toilette am Wiesbadener Hauptbahnhof auf einen migrantischen Mitbürger ein – erst von hinten, dann von vorne. Der Mann konnte nur durch Notoperationen gerettet werden.
  • Ein Jahr später, einen Tag vor Heiligabend, wollte Stefan Ernst im hessischen Hohenstein-Steckenroth einen Anschlag auf eine Asylbewerberunterkunft verüben. In der Container-Siedlung lebten etwa 20 Flüchtlinge aus Bulgarien, Rumänien und Albanien. Der damals 20-Jährige deponierte eine Rohrbombe in einem Auto vor den Wohncontainern. Die Bewohner des Heims konnten das Feuer zum Glück löschen, bevor der Sprengsatz detonierte.
  • Als er dann in Untersuchungshaft kam, wurde er erneut gegen einen migrantischen Mithäftling gewalttätig. Mit einem eisernen Stuhlbein schlug er damals auf ihn ein.
  • Auch nach seiner Zeit im Gefängnis fiel Stefan Ernst weiterhin durch seine Nähe zur faschistischen Szene auf, zuletzt angeblich 2009. Damals überfiel er gemeinsamen mit mehreren Hundert Neonazis einer Gewerkschaftskundgebung zum 1. Mai in Dortmund. Als Anführer der Dortmunder Gruppe von „Combat 18“ gilt Robin S.; 2013 war bekannt geworden, dass dieser eine Brieffreundschaft zu einem zentralen Mitglied der Terrorgruppe NSU unterhielt: Beate Zschäpe.

Enge Verbindung zu "Combat 18"

Recherchen von Monitor machen nun deutlich, dass Stefan Ernst enge Verbindung zu „Combat 18“ unterhalten hat. Für Matthias Quent vom „Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft“ ist die Teilnahme von Stephan E. an einer konspirativen Veranstaltung ein Beleg dafür, wie gut die Kontakte des mutmaßlichen Mörders in die faschistische Szene seien: "Die Teilnahme von Stephan E. an einer konspirativen Veranstaltung noch im März dieses Jahres zeigt, dass der mutmaßliche Mörder gut vernetzt war, sonst hätte er diese Zugänge nicht.“³

 

Und trotzdem soll Stefan Ernst offiziell nicht (?) zu der faschistischen Gruppe oder Organisation gehören? Was wird da alles durch die Behörden verdeckt? Keinen Fußbreit den Faschisten und Kampf gegen die Rechtsentwicklung der Regierung sowie der bürgerlichen Parteien!