Sudan

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Gewerkschaftsbund SPA will weiterkämpfen

Nach dem Massaker, das sudanesisches Militär und Milizen am 3. Juni an den friedlich demonstrierenden Menschen in der Hauptstadt Khartum vorübten, bedankt sich der Gewerkschaftsbund SPA (Sudanese Professionals Association) für die Solidarität aus aller Welt (eigene Übersetzung):

Von SPA /ffz
Gewerkschaftsbund SPA will weiterkämpfen
Logo der SPA (grafik: SPA)

Unsere lieben Brüder und Schwestern überall und alle, die sich mit dem sudanesischen Volk solidarisch zeigen. ... Im Namen des revolutionären Volkes des Sudan möchten wir unseren aufrichtigen Dank und unsere Anerkennung für Ihre Solidarität und Großzügigkeit aussprechen, die wir seit der Einführung der Solidaritätskampage #BlueForSudan spüren.

 

Schon bevor wir diese Kampagne im Netz starteten, haben wir Unterstützung in vielerlei Hinsicht erhalten: von Gewerkschaften, politischen Parteien, Interessengruppen und Menschenrechtsorganisationen auf der ganzen Welt. Dies hat dazu beigetragen, die Aufmerksamkeit auf die friedliche Revolution unserer Nation zu lenken, die es bisher geschafft hat, den Diktator Omar Al-Bashir zu stürzen und ihren Weg zur Erreichung unserer Ziele zur Bildung einer demokratischen Nation fortzusetzen. Wir kämpfen für unsere Grundrechte auf Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit trotz der Ausbeutung und Unterdrückung, mit denen wir in diesem 21. Jahrhundert noch konfrontiert sind.

 

#BlueForSudan erinnert an Mohammed Hashim Mattar, eines der Opfer des Massakers vom 3. Juni, das veranlasst wurde, um die Proteste vor dem Militärhauptquartier in Khartoum zu zerstreuen. Innerhalb weniger Stunden nahmen die Streitkräfte und Milizen des Military Coup Council (MCC) mit den gewalttätigsten und brutalsten Mitteln über Hundert friedlichen Demonstranten das Leben. Das Massaker hat das sudanesische Volk bis ins Mark erschüttert. Diejenigen, die die gewaltsame Vertreibung des Sit-in überlebt haben, leiden immer noch unter dem Trauma der Erniedrigung, der verbalen, körperlichen und sexuellen Gewalt und des übermäßigen Gebrauchs von Kugeln, denen sie ausgesetzt waren.

 

Wir schöpfen Kraft aus den Fähigkeiten und der Ausdauer unseres großen Volkes sowie aus Ihrer kontinuierlichen Unterstützung und Solidarität, um unseren friedlichen Kampf fortzusetzen. Wir werden nicht ruhen, bis wir den Militärputschrat und alle Überreste des kriminellen Regimes losgeworden sind; um den Weg zu einem neuen zivilen Sudan freizumachen, der der Vielfalt, dem Reichtum und der Würde seines Volkes würdig ist ... .“

Bundesregierung stützt sich auf RSF beim Kampf gegen Flüchtlinge

Am 3. Juni waren Milizeinheiten der sogenannten Schnellen Unterstützungskräfte (RSF) über die friedlichen Demonstratinnen und Demonstranten hergefallen. Sie bestehen zu großen Teilen aus Angehörigen der berüchtigten Dschandschawid-Miliz bestehen, welche für den Völkermord im sudanesischen Dafour seit 2003 maßgeblich verantwortlich ist.

 

Sie schossen auf Demonstrantinnen und Demonstranten, setzten Zelte in Brand, vergewaltigten Frauen etc. Mit diesen Kriegsverbrechern arbeitet die Bundesregierung in Sachen "Grenzschutz vor Flüchtlingen" eng zusammen. Die RSF sind auch im "Grenzschutz" des Sudan tätig und dafür verantwortlich, dass Flüchtlinge an den Binnengrenzen Afrikas gestoppt, misshandelt und ebenfalls getötet werden.

Kontakte des Regimes nach Saudi-Arabien

Der aktuell im Sudan herrschende Militärrat sucht offensichtlich die Nähe des neuimperialistischen Saudi-Arabien. So wurde nach Medienberichten nicht nur der Korrespondent des Fernsehsenders Al Dschazira, welcher Sprachrohr des ebenfalls neuimperialistischen Regimes in Katar ist, aus dem Sudan ausgewiesen, sondern der Oberbefehlshaber über die RSF-Milizen, Mohamed Hamdan Daglo, kam ebenfalls kurz zuvor von einer Auslandsreise aus Saudi-Arabien zurück. Dem Kampf der mutigen Massen im Sudan gehört die volle Demokratie alle fortschrittlichen Menschen auf der Welt. Der faschistische Militärrat muss sofort zurücktreten.

 

Mehr Informationen gibt es hier