Bergbau

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Nur noch einen Tag bis zur Bergarbeiterdemonstration in Bottrop

Es ist nur noch einen Tag hin bis zur Bergarbeiterdemonstration, die morgen, 15. Juni, um 11 Uhr, mit der Auftaktkundgebung an der Prosperstraße / Ecke Ostring beginnen wird.

Von ffz
Nur noch einen Tag bis zur Bergarbeiterdemonstration in Bottrop
Bild von der Bergarbeiterdemo am Dienstag, 11. Juni, in Bottrop (foto: Kumpel für AUF)

Die Mobilisierung für die Bergarbeiterdemonstration läuft auf Hochtouren. Rote Fahne News bringt hier noch einmal Auszüge aus Berichten, Pressemitteilungen etc.:

Solidarität von Daimler-Arbeitern aus Düsseldorf

Der Vertrauenskörper der IG Metall bei Daimler in Düsseldorf erklärt seine Solidarität mit den Kumpel: „An die 200 gekündigten Bergleute und ihre Familien. Liebe Bergleute, von Kollegen und aus den Medien erfuhren wir, dass mit euch ein mieses Spiel betrieben wird. Nach Jahrzehnten Schufterei, aber auch kollegialem Zusammenhalt, wurdet ihr von der RAG entlassen und auf die Straße gesetzt. Mancher nur wenige Tage vor der Anpassung, ein anderer an seinem Geburtstag. Das ist eine unverfrorene Unverschämtheit! Damit ist das heilige Versprechen, dass 'keiner ins Bergfreie fällt', geplatzt!

 

Auch bei Daimler heißt es: 'Keine betriebsbedingten Kündigungen bis 2029.' Euer Beispiel zeigt, dass wir uns nicht darauf verlassen sollten. Auch wir kämpfen um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz. Wir fahren am 29. Juni nach Berlin, um dort dafür einzustehen, denn die Autoindustrie steht vor gewaltigen Umwälzungen. Ihr und wir lassen nicht zu, dass unsere Zukunft und die der Jugend einfach dem Profit geopfert wird.

 

Es wird Zeit, darüber nachzudenken, gemeinsam zu kämpfen. Unsere Solidarität ist euch sicher!"

 

Im Auftrag der Vertrauenskörperleitung

Metin Duman, Vertrauenskörperleiter

Monika Gärtner-Engel: Kampf der Bergleute verdient volle Unterstützung!

Die Stadtverordnete des überparteilichen Kommunalwahlbündnisses AUF Gelsenkirchen, Monika Gärtner-Engel schreibt: „Mit großer Freude habe ich erlebt, wie am 11. Juni über 250 Bergleute mit ihren Familien und vielen Unterstützern in Bottrop ein klares Signal auf die Straße brachten: Nein zu den betriebsbedingten Kündigungen und damit Massenentlassungen im Bergbau!

 

Kumpel für AUF, die Arbeitsgruppe in AUF Gelsenkirchen, hat seit Jahren auf diese Gefahr hingewiesen und die irreführende These vom sozialverträglichen Arbeitsplatzabbau kritisiert. Was hier passiert, ist eine Aufforderung an das ganze Revier, den Kumpels jede Unterstützung zu geben und die breite Solidarität aus der Bevölkerung und anderen Betrieben zu organisieren“.

 

AUF betont insbesondere auch den Zusammenhang zur klammheimlich begonnenen Flutung der Zeche AV, was früher oder später eine Trinkwasserkatastrophe heraufbeschwört. Weitere Brennpunkte der Auseinandersetzung wie die teils enormen Mieterhöhungen früherer Bergbauwohnungen und die Beschneidung des Deputats machen deutlich, wie eine Masse von Menschen im Ruhrgebiet betroffen ist …

 

Monika Gärtner-Engel: „Es ist der Gipfel der Dreistigkeit, dass die RAG den Entlassenen und von Entlassung bedrohten Kumpels die Schuld für den Verlust ihrer Arbeitsplätze zuschiebt, während billige Blutkohle importiert wird und von der umweltschädlichen Verbrennung mitnichten abgerückt wird. Ein weiterer Grund, am Samstag mitzudemonstrieren, ist der ungerechte Deal der Bergschadensbegleichung am Sportparadies. Die kämpferische Bergarbeiterbewegung hat noch keinen Schlussstrich unter die Rechnung gezogen. Stärken wir ihnen den Rücken - zum Kämpfen ist es nie zu spät!“

Rebellische Jugend – am 15. Juni in Bottrop auf die Straße!

Der Jugendverband REBELL schreibt: „Die Kumpels protestieren gegen die RAG-Politik, die im Ruhrgebiet und im Saarland verbrannte Erde hinterlässt. Das ist nicht nur Sache der Bergleute, sondern der gesamten Bevölkerung und vor allem der Jugend. Kumpel für AUF hat diese Woche nochmal eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der sie alle aufrufen, die Demonstration zu unterstützen ...

 

REBELL und ROTFÜCHSE sind solidarisch mit den Bergleuten! Es geht um unser aller Zukunft. Mit den Zechenschließungen macht sich die RAG auch als einst größter Ausbilder im Ruhrgebiet aus dem Staub. Arbeitslosigkeit und Armut steigen. Wöchentlich protestieren Zehntausende Jugendliche für die Umwelt. Fridays for future und der Kampf der Kumpel gehören zusammen!

 

Wir dürfen uns nicht spalten lassen. Die Kohleförderung ist doch nicht das Problem, sondern die unverantwortliche Verbrennung des wertvollen Rohstoffes, der für vieles anderes nützlich wäre. Von den Bergleuten müssen wir lernen, die Hauptverursacher ins Visier zu nehmen. Nur um Geld zu sparen, will die RAG die Zechen fluten und riskiert damit mutwillig eine regionale Trinkwasserkatastrophe.

 

Rebellen und Rotfüchse, zieht eure Bergmannskluften an! Nehmt eure Grubenlampen und eure Fahnen mit! Bereitet Transparente mit euren Forderungen vor und seid gemeinsam mit den Bergleuten lautstark für die Zukunft der Jugend!"

20 Besucher in Duisburg-Walsum

Vom Vorbereitungstreffen in Duisburg-Walsum wird berichtet: „20 Besucher kamen auf Einladung von Kumpel für AUF Walsum, Dinslaken, Oberhausen in den Saal des Restaurants ‚Haus Garden‘. Die Versammlung setzte sich überzeugend mit vielen Argumenten gegen die herrschende Propaganda vom angeblichen Ende des Bergbaus auseinander. Die kämpferische Aktion von rund 250 Bergleuten vor drei Tagen hat das Thema Steinkohlebergbau wieder aktuell auf die Tagesordnung gesetzt.

 

Am Schluss erklärte die Versammlung, die Demonstration am Samstag in Bottrop aktiv durch die Herstellung von Plakatträgern zu unterstützen. Dafür wurden Spenden gesammelt und vier Freiwillige werden heute Abend, 14. Juni, ein kleines Produktions-Team bilden. Für eine organisierte Anreise zur Demo haben sich die Anwesenden auf Samstag, 10 Uhr, am Parkplatz vor dem Amtsgericht Duisburg-Hamborn geeinigt.“

Bochum: Vorbereitungsgruppe organisiert Anreise

Aus Bochum berichtet ein Korrespondent: „Die Veranstaltung der Organisation Kumpel für AUF war mit über 20 Personen gut besucht. Es gab Informationen zu den Gründen der wiederholten Demonstration der Bergleute in Bottrop, wie die Entlassung von 200 Bergbaumitarbeitern; der Flutung von mit Giftmüll verklappten Zechenstollen wie in der Schachtanlage Auguste Viktoria in Marl; der Streichung des Deputats und die Veräußerung der günstigen Bergmannswohnungen an Wohnungskonzerne wie z.B. Vonovia.

 

Den Widerstand der Bergleute unterstützen auch Beschäftigte in anderen Branchen, wie zum Beispiel der Stahlbranche - auch hier sind viele Arbeitsplätze bedroht. ... Neben Einzelheiten zum Ablauf der Demo wurden die Mitfahrgelegenheiten nach Bottrop besprochen. Alle Interessierten treffen sich am kommenden Samstag, 15. Juni, um 9.45 Uhr (bitte pünktlich sein), auf dem Parkplatz am Jahrhunderthaus (IG Metall), Alleestr. 80, Bochum, von dort wird die Abfahrt mit PKW organisiert.“

Moers: Alle Hinterlassenschaften der RAG werden am Samstag zum Thema

Aus Moers-Meerbeck wird berichtet: Am gestrigen Donnerstag, 13. Juni, fand am Meerbecker Markt die Vorbereitung der 2. Protestdemonstration der Bergleute statt ...

 

Die rund zehn Kumpel und Freunde der Bergleute besprachen alle wichtigen Fragen, wie Schilder malen, die Anfahrt und wie man noch weitere Mitstreiter vom linken Niederrhein gewinnt.

 

Sie betrachten die Behauptungen von RAG und IGBCE-Spitze, die Bergleute seien selbst schuld, als Unverschämtheit. Gleichzeitig mit den Kündigungen werden vermehrt Leiharbeiter eingestellt und zusätzliche Fremdfirmen beauftragt.

 

Zusammen mit den gekündigten Kollegen wollen auch von den Deputatkürzungen Betroffene, Kollegen denen Bergbauwohnungsgesellschaften wie Vivawest die Miete enorm erhöht haben, umweltbewusste Bürger, gegen die Flutung der mit Giftmüll und PCB belasteten Schächte demonstrieren. Kurz – alle Hinterlassenschaften der RAG werden am Samstag zum Thema gemacht werden.“

Am 15. Juni: Auf nach Bottrop!

Also: Auf am 15. Juni, um 11 Uhr, nach Bottrop: Prosperstraße/Ecke Ostring!

 

Aktuelles Flugblatt der MLPD zur Bergarbeiterdemo

 

Das Flugblatt als Druckvorlage

 

Aufuf kommunalpolitischer Bündnisse zur Demo