Bergbau

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Das Maß ist voll! Jetzt gilt es in die Offensive zu gehen!

Jahrelang wurden den Kumpel erzählt, dass die Stilllegung des deutschen Steinkohlebergbaus „sozialverträglich“ durchgeführt wird und „keiner ins Bergfreie fällt“.

Korrespondenz aus Gelsenkirchen
Das Maß ist voll! Jetzt gilt es in die Offensive zu gehen!
(rf-foto)

Jetzt hat die RAG die Entlassung von 200 nichtanpassungsberechtigten Kumpel zum 31.Juni 2019 angekündigt. Zu keinem Zeitpunkt war der Abbau von Arbeitsplätzen im Bergbau „sozialverträglich“. Die Schließung der Steinkohlezechen führte im Ruhrgebiet zu einem Anstieg der Massenarbeitslosigkeit und der Armut.

Jungbergleute werden von RAG und IGBCE-Spitze an Zeitarbeitsfirmen vermittelt

Eine unglaubliche Frechheit ist, dass die RAG jetzt in den Medien verbreitet, dass die 200 Kumpel selbst schuld seien, dass sie entlassen werden, weil sie vorhandene Arbeitsangebote der Transfergesellschaft nicht angenommen hätten. Die Wahrheit ist: Es gibt Kumpel denen teilweise nur noch fünf oder sechs Wochen fehlen, um in die Anpassung zu kommen. 30 Jahre Knochenarbeit – und jetzt kurz vor der Anpassung ein Tritt in den Hintern. Das ist Kapitalismus live! Jüngere Kumpel werden in Leiharbeitsfirmen abgeschoben. Jeder weiß, dass das der Umweg in die Arbeitslosigkeit ist. Eine Mutter schreibt in WAZ online: „ Keiner fällt ins Bergfreie - das ist die Lachnummer schlecht hin. Mein Sohn hat seine Ausbildung bei der RAG gemacht. Nach der Ausbildung wurde er für zehn Monate übernommen. Gekümmert hat sich niemand darum - weder RAG noch IGBCE. Er wurde von diesen Institutionen vermittelt und zwar an Zeitarbeitsfirmen.“

Kein Platz für 200 Kumpels trotz genügend Arbeit?

Da will die RAG allen Ernstes erzählen, dass sie die 200 Kumpels im Konzern nicht unterbringen kann? Die RAG-Stiftung hat 2018 ihren Gewinn um 454 Millionen gesteigert und Rücklagen von 7,3 Milliarden angehäuft. Es gibt im Rückbau der Zeche Prosper noch jede Menge Arbeit. Tatsächlich werden diese Kumpel gekündigt, weil sie nicht bereit sind, einfach auf ihre Arbeitsplätze zu verzichten, weil sie sich weigerten Abfindungen anzunehmen und Aufhebungsverträge zu unterschreiben. Das ist genau richtig. Etliche denken dabei, dass sie ihre Rechte auf dem Klageweg durchsetzen können. Das wiederum ist mehr als fragwürdig. Der Staat arbeitet im Dienst der großen Konzerne, wie der RAG. Er trägt die Politik der Zechenstilllegungen und Entrechtung der Kumpel mit. Selbst die Führungsriege der IGBCE arbeitet auf der gegnerischen Seite und der Gewerkschaftsvorsitzende, Michael Vassiliadis, unterstützt die Hetzkampagne gegen die Kumpel, die sich der RAG nicht beugen. Die einzige Sprache, die die RAG versteht, ist ein echter Kampf der Bergleute, ihrer Familien und Freunde.

 

Dass die RAG so gegen die Kumpel vorgeht, ist Ausdruck davon, dass sie genau davor Angst hat. Sie will die Kumpel einschüchtern und verhindern, dass sie die Solidarität der Leute bekommen, wenn sie kämpfen. So ist es auch kein Zufall, dass diese Attacke zwei Tage nachdem der Aufruf von Kumpel für AUF vor der Zeche verteilt wurde, geritten wird. Da wurde unter der Losung: „Damit darf die RAG nicht durchkommen“ zur Protestdemonstration in Bottrop am 15. Juni aufgerufen. Da hat die RAG wohl weiche Knie bekommen. Wenn der Gegner Angst hat, dabei noch SPD und CDU in einer offene Krise sind und die ganze Regierung am Wackeln ist – dann sind die Chancen für einen Kampf der Bergleute allerbestens. Darum gilt es jetzt erst Recht in voller Breite für diese Demonstration zu mobilisieren, sie mit den Kumpels in den Stadtteilen vorzubereiten und ihren Kampf mit dem Kampf der Stahlarbeiter, der Automobilarbeiter und Siemensarbeiter zusammenzubringen!

Die Zeit ist reif!

Die Zeit ist reif! Deswegen kommt alle am 15. Juni 2019, um 11 Uhr, nach Bottrop: Prosperstraße/ Ecke Ostring zur Protestdemonstration. Schluss mit Lügen und Betrug an den Bergmannsrechten. Weg mit der Politik der verbrannten Erde, Weg mit den Massenentlassungen.