Nürnberg

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Bürgerkriegsübung in Gostenhof

Ein Spezialeinsatzkommando hat letzte Woche einen jungen afghanischen Flüchtling abgeholt. Er wehrte sich gegen die Abschiebung und flüchtete. Die Polizei überwältigte ihn, stieß ihn in ein Polizeiauto und brachte ihn zum Airport nach Leipzig, wo wieder ein Abschiebeflug startete.

Korrespondenz

Jan Ali Habibi lebt seit 2010 in Deutschland, mit seiner kranken Mutter und zwei Geschwistern. Die Taliban hatten seinen Vater umgebracht, deshalb sind sie geflohen. Er besucht z.Zt. eine Abendrealschule und sollte seinen Abschluss im Juni machen.

 

Der Bayerische Flüchtlingsrat und viele Organisationen protestierten gegen diese Abschiebung und verurteilt die brutalen Methoden der Behörden. Stundenlang waren Teile von Gostenhof durch Polizeiwagen abgesperrt. Nachbarn wurden aufgefordert, sich zu entfernen.

 

Das taten sie nicht, im Gegenteil: Sie solidarisierten sich, es kam zu einer Spontandemo durch Gostenhof mit über 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmern - Jugendliche, Migrantinnen und Migranten, Bewohner des Stadtteils. Lautstark wurde ein Ende der reaktionären Flüchtlingspolitik gefordert: Abschiebungen stoppen, keine Kriminalisierung der Flüchtlinge.Eine Frau hatte spontan ein Schild gemalt: "Hände weg von unserem Nachbarn".

 

Die MLPD Gostenhof war mit dabei, mit Schildern: „Für das Recht auf Flucht“. Wir hatten ein offenes Mikrofon dabei, wo Parolen gerufen und Reden gehalten wurden, um gegen die Rechtsentwicklung der Regierungen zu protestieren, und sich für die internationale Solidarität stark zu machen. Auch über den Fall von Alassa M. wurde berichtet und die Forderung nach Asyl für ihn unterstrichen.

 

Die Jugend steht links und Gostenhof ist bunt, das wurde heute Abend lebendig. Der Protest hat schon Wirkung gezeigt, der junge Afghane wurde bisher nicht abgeschoben, sondern in ein Krankenhaus gebracht. Wir werden weiter gegen seine Abschiebung protestieren.