Thüringen

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Saalfeld - Ein Mädchen in der Zeitung, gelbe Westen vor dem Stahlwerk …

„Ob ich die MLPD kenne? Da ist doch heute der Artikel in der Zeitung mit eurem Mädchen, was den Prozess hatte gestern. Klar, da unterschreibe ich.“ Das war eine der ersten Erfahrungen bei unserem Aufbau-Einsatz, den wir an diesem Wochenende, vom 8. bis 10. März, in Saalfeld in Thüringen gemacht haben.

Korrespondenz aus Oberhausen
Saalfeld - Ein Mädchen in der Zeitung, gelbe Westen vor dem Stahlwerk …
Bild vom Wahlkampfeinsatz in Thüringen (rf-foto)

Wir haben uns am Freitag, den 8. März, zum Schichtwechsel vor die Thüringen-Kliniken gestellt, um den vielen Frauen, die dort arbeiten, zum Internationalen Frauentag zu gratulieren. Viele nahmen gerne unser Flugblatt zum Frauentag, eine ganze Reihe unterschrieb auch für die Wahlzulassung für die Landtagswahl in Thüringen. Viele zeigten ihre Sympathie für die mutige Lisa Gärtner, über deren Prozess (siehe Rote Fahne News) an diesem Tag in der Ostthüringer Zeitung ausführlich berichtet wurde. (Mehr dazu hier!)

Stahlarbeiter unterschrieben, Kolleginnen freuten sich über Wünsche zum Frauentag

Gleichzeitig waren zwei Genossen vor dem Stahlwerk Thüringen (SWT). In gelben Westen, denn an diesem Tor fahren die Autos, LKWs und Fahrräder durch. Aber die gelben Westen sind inzwischen natürlich auch ein Zeichen des Protests. Auch da unterschrieben etliche Stahlarbeiter, Kolleginnen freuten sich über die Wünsche zum Frauentag.

Interesse am Infostand und bei Hauseinsätzen

Wir hatten uns für dieses Wochenende vorgenommen, zahlreiche Saalfelderinnen und Saalfelder für unsere Wählerinitiative einzuladen und die noch fehlenden Unterschriften für die Wahlzulassung zu sammeln – und das haben wir geschafft! Auch an einem Infostand im Stadtzentrum und bei Hauseinsätzen in einem Wohnviertel bekamen wir relativ viele Unterschriften. „Was, Marxisten-Leninisten – gibt’s die noch?“ Oder „gibt's die wieder?“ Das fanden viele gut und unterschrieben schnell. Auch der neue Mitgliederflyer und die Einladung zur nächsten Wählerinitiative fand viele Abnehmerinnen und Abnehmer.

Nächste Wählerinitiative

Auffallend war, dass wir wenige reaktionäre bzw. antikommunistische Abfuhren erhielten. Einzelne rassistische Äußerungen waren zu hören, unter anderem zu einem Genossen mit Migrationshintergrund am Stand. Das haben wir sofort angegriffen, denn es spaltet die Einheit der Arbeiterinnen, Arbeiter und Unterdrückten und schwächt den Kampf gegen den Kapitalismus! Allerdings sind die Zweifel verbreitet, ob sich denn unser Ziel einer von Ausbeutung und Unterdrückung befreiten Gesellschaft verwirklichen lässt. Viele beschäftigen sich mit der Perspektive Sozialismus, aber tief sitzt noch die Skepsis nach ihren Erfahrungen mit der Restauration des Kapitalismus und ihren enttäuschten Hoffnungen nach der Wende in der DDR. Darüber wird sicher bei den nächsten Treffen der Wählerinitiative am 23. März, um 18 Uhr, im „Istanbul“, Blankenburger Str. 17, weiter diskutiert werden.

 

Und jetzt sitzen wir zusammen bei einem schönen Liederabend, feiern ein bisschen und freuen uns auf unseren nächsten Besuch in dieser schönen Stadt!