Anna Bartholomé Ein schönes Motto für diese tagtägliche Überzeugungsarbeit hat der chilenische kommunistische Dichter Pablo Ne­ruda geprägt: „Mit brennender Geduld“.

Klartext

Anna Bartholomé

Anna Bartholomé spricht Klartext

Vertrauenssache

Misstraue den Frauen – das ist die Devise der Bundesregierung, wenn es darum geht, erwachsenen Menschen vorzuschreiben, ob, wann und wie viele Kinder sie haben möchten oder ob sie eine Schwangerschaft unterbrechen möchten. Deshalb bleiben der § 218, der § 219 a als Gesetz, wenn auch modifiziert. Gesundheitsminister Jens Spahn hat sich fünf Millionen Euro vom Kabinett bewilligen lassen für eine vollkommen überflüssige Studie über „Langzeitfolgen eines Schwangerschaftsabbruchs“. Dafür fehlt dann das Geld für Frauenhäuser, für Geburtskliniken, Hebammen und sowieso für die Fürsorge für die bereits geborenen Kinder.

 

Misstraue Flüchtlingshelferinnen und -helfern – das ist die Devise neuer Gesetzesvorhaben von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer und CSU-Innenministers Horst Seehofer. Danach sollen nicht nur Flüchtlinge noch rabiater abgeschoben werden und schon „vorsorglich“ wie Kriminelle inhaftiert werden. In der Nachbarzelle könnten sich dann diejenigen treffen, die sie davor zu beschützen suchten, vorwarnten oder als Journalisten darüber berichten. Denen drohen nach den jüngsten „Werkstattgesprächen“ bis zu drei Jahre Gefängnis.

 

Auf den offenbar irreparablen Vertrauensverlust großer Teile der Bevölkerung in die bürgerliche Politik und zunehmende Kritik an der Diktatur der Monopole reagieren die Herrschenden mit abgrundtiefem Misstrauen in die Massen und insbesondere ihren revolutionären „Flügel“. Hetzkampagnen, Repressalien und Überwachung richten sich gegen jegliche eigenständige, kämpferische Aktivität – ob in der Arbeiter- oder Friedensbewegung oder jetzt auch bei den Schülerinnen und Schülern, die sich für den Schutz der natürlichen Umwelt einsetzen. Besonders im Fokus stehen dabei die, die als Revolutionäre an der Spitze solcher Bewegungen stehen.

Ein schönes Motto für diese tagtägliche Überzeugungsarbeit hat der chilenische kommunistische Dichter Pablo Ne­ruda geprägt: „Mit brennender Geduld“. Anna Bartholomé, Bildungsbeauftragte des Zentralkomitees der MLPD

Selbst ihr bislang wirksamster Schutzdamm – das System der kleinbürgerlichen Denkweise mit seinem Kern des modernen Antikommunismus – bröckelt. Sich auch mit rückständigen Ansichten und Verhaltensweisen anzulegen, dazu gehört ein tiefes Vertrauen in die Massen. Die Suche nach einer Alternative zum zerstörerischen kapitalistischen Gesellschaftssystem treibt viele Menschen um.

 

Da gibt es Träume von einer „besseren Welt“, einem „System Change“. Und doch lassen sie sich mit der Hoffnung auf einzelne Verbesserungen immer wieder abspeisen. Antikommunistische Ängste und Vorbehalte werden geschürt. Sie machen unfrei, hindern daran, weiter zu denken, zu fühlen – und zu handeln, als es Medien, Schulen oder Massenkultur erlauben.

 

Den Dingen auf den Grund gehen, gemeinsam kämpfen zu lernen, sich dafür zu organisieren und sich eine gesellschaftliche, eine sozialistische Alternative zu eigen zu machen – so kann der Weg zu einer revolutionären Entwicklung frei gemacht werden. Eine unspektakuläre, systematische Kleinarbeit gilt es dafür zu leisten – in den Betrieben, Wohngebieten, Schulen oder Hochschulen, in der Nachbarschaft und in der Familie. Ein schönes Motto für diese tagtägliche Überzeugungsarbeit hat der chilenische kommunistische Dichter Pablo Ne­ruda geprägt: „Mit brennender Geduld“.

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