Augsburg

Geplante Schließung von Fujitsu - Kampf um jeden Arbeitsplatz – aber wie?

Für die Belegschaft kam es völlig überraschend: Am 26. Oktober verkündeten die Bosse von Fujitsu die komplette Schließung des Augsburger PC-Werks bis September 2020.

Korrespondenz aus Augsburg
Geplante Schließung von Fujitsu - Kampf um jeden Arbeitsplatz – aber wie?
Die protestierenden Belegschaften (rf-foto)

Diese Arbeitsplatzvernichtung trifft alleine in Augsburg direkt 1.850 Beschäftigte und ihre Familien. Auch in München will Fujitsu ca. 200, in Sömmerda (Thüringen) 60 Arbeitsplätze vernichten.

700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Am gestrigen 7. November hatten Betriebsrat und IG Metall zu einer Kundgebung in München eingeladen. Unter den 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren neben Augsburgern und Münchnern auch Kolleginnen und Kollegen aus Sömmerda

 

Viel Beifall erhielten die Redner immer dann, wenn vom Kampf für den Erhalt der Arbeitsplätze gesprochen wurde: Wie zum Beispiel: Das sei nicht das Ende – nicht die Schlusskundgebung, sondern der Anfang von Kämpfen. Offen blieb, wie diese Kämpfe stattfinden sollen.

 

Die Organisatoren verteilten anfangs Schilder mit der Aufschrift: „Kein Fujitsu ohne Augsburg“ Das bewertet die strategische Bedeutung der Augsburger Produktion des Weltkonzerns über und bläst zu Unrecht Entwarnung, die Bosse würden sich noch aus „Vernunftsgründen“ anders entscheiden.

 

Der Veranstaltungsort in der Nähe des Fujitsu Forums München, wo sich zur Zeit die Spitzen der IT-Branche treffen, orientiert auf ein Appellieren an die Bosse. Die Kundgebung hätte in der Augsburger Innenstadt und vor Großbetrieben sicher viel Aufmerksamkeit und Solidarität hervorgerufen.

 

Die Berichte über Missmanagement in der Konzernführung legten nahe, dass die Vernichtung der Arbeitsplätze „hausgemacht“ seien und „vernünftige“ Führung den Standort retten könnten.

Einsatz des MLPD-Flugblatts war genau richtig

Es war genau richtig, dass wir unser MLPD-Flugblatt verteilten, das von den Meisten genommen wurde. Für Gewerkschaften als Kampforganisationen, 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich und ein vollständiges gesetzliches Streikrecht. So lange produziert wird, hat die Belegschaft durchaus Druckmittel. Nur wer kämpft, kann gewinnen und bekommt Solidarität.

 

In den wenigen möglichen Gesprächen kam bei den Kolleginnen und Kollegen durchaus der Wunsch nach konzernübergreifenden Kämpfen zum Ausdruck.