Metallindustrie

Bewegung zur Angleichung der Arbeitszeit Ost-West nimmt Fahrt auf

In einer ganzen Reihe tarifgebundener Betriebe im Tarifbezirk Berlin Brandenburg Sachsen (BBS) der IG Metall beteiligten sich einige Tausend Metallerinnen und Metaller in der vergangenen Woche an drei Aktionstagen.

Korrespondenz aus Dresden

Es wurden Vertrauensleute-Versammlungen, Infostände, Sprechstunden und aktive Pausen durchgeführt, unter der - auf Plakaten, T-Shirts und Transparenten sichtbaren - Losung: „35 reicht – keine Zeit für neue Mauern!“

 

So unter anderem bei Mahle Wustermark in Brandenburg, Siemens Mobility in Berlin-Treptow, GE Power Berlin, Mercedes Benz Ludwigsfelde, Gestamp Umformtechnik Ludwigsfelde, ZF Brandenburg, Heidelberger Druck in Brandenburg , BMW Werk Leipzig, MAN Plauen, König&Bauer Radebeul, Volkswagen Sachsen in Zwickau, Mahle im sächsischen Reichenbach, Mahle Industrial Thermal Systems Chemnitz und anderen.

Bereitschaft, sich als "Arbeiter zweiter Klasse" behandeln zu lassen, sinkt

Der Kampf um die Angleichung der Arbeitszeit Ost (heute 38-Stunden-Woche) an die 35-Stunden-Woche West in der Metallindustrie nimmt wieder an Fahrt auf.

 

In der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie zu Jahresbeginn 2018 hatte die IG Metall unter anderem eine „belastbare Gesprächsverpflichtung“ über die schrittweise Angleichung der Arbeitszeiten im Osten an die 35-Stunden-Woche im Westen vereinbart, ohne jedoch die volle Kampfkraft zu entfalten. Zehntausende Metallerinnen und Metaller in Ostdeutschland hatten in der Tarifrunde Kampfbereitschaft für die Angleichung der Arbeitszeit gezeigt und dafür gesorgt, dass diese Forderung inzwischen massenhaft und breit von den Belegschaften getragen wird!

 

28 Jahre nach der Wiedervereinigung, und nach der jüngsten Tarifrunde ist die Bereitschaft, sich im Osten weitere Jahre als „Arbeiter zweiter Klasse“ behandeln zu lassen, weiter gesunken.

"Nein" zu Stufenplan

Es ist daher auch nicht einzusehen, dass der seitens der IG Metall am 19. Oktober beim zweiten Gespräch mit dem Verband der Metall- und Elektroindustrie Brandenburg vereinbarte (VME) Stufenplan zur Angleichung an eine 35-Stunden-Woche mit „unterschiedlichen Geschwindigkeiten“ vorsieht, bei dem die ersten Betriebe zwischen 2019 und 2021, die allerletzten Betriebe erst 2024 bis 2026 die Arbeitszeit angleichen.

 

Dieser Stufenplan ist den meisten Mitgliedern weder bekannt noch wurde er diskutiert. Der untaugliche Versuch, die längst fällige Angleichung Ost-West über Klassenzusammenarbeitspolitik und vorauseilende Kompromisse zu erreichen, braucht keine neue Aufwärmung mit einem Stufenmodell.

MLPD steht für die Arbeitereinheit in Ost und West

Die diesjährige Metalltarifrunde hatte es nochmals klar gezeigt: eine bundesweite, einheitliche Bewegung für die Angleichung ist den Metallerinnen und Metallern in Ost und West eine Herzensangelegenheit! Für diese Arbeitereinheit in Ost und West, gegen die Fortsetzung der Diskriminierung und Deklassierung der Arbeiter im Osten - dafür steht die MLPD.

 

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