100 Jahre Novemberrevolution

Revolutionäre Flamme greift von der Küste bis nach München über

Nachdem die meuternden Matrosen der Kaiserlichen Hochseeflotte vor Wilhelmshaven das Ausfahren zur letzten Schlacht verweigert hatten, wurden die „Rädelsführer“ inhaftiert.¹ Das setzte eine Serie von Ereignissen in Bewegung, an deren Ende die Novemberrevolution 1918 stand.

Von ffz
Revolutionäre Flamme greift von der Küste bis nach München über
Der Soldatenrat des Kriegsschiffs "Prinzregent Luitpold" - auf dem unteren Teil der Tafel, leider nicht mehr im Bild, steht: "Es lebe die sozialistische Republik!" (foto: Bundesarchiv, Bild 183-J0908-0600-002 / CC-BY-SA 3.0)

Es geschah das, was Willi Dickhut, einer der theoretischen Vordenker und Mitbegründer der MLPD, spannend in der Broschüre 100 Jahre Novemberrevolution berichtet:

 

„Auf die Massenverhaftungen reagierten die Matrosen des II. Geschwaders in Kiel durch solidarische Aktionen zur Freilassung ihrer Kameraden. Am Sonntag, den 3. November 1918, wurde eine gemeinsam durchgeführte gewaltige Demonstration der Kieler Matrosen und Arbeiter durch die Straßen Kiels veranstaltet.“²

Feuergefecht eröffnet Novemberrevolution

Zuletzt zog der Demonstrationszug zur Arrestanstalt, um die verhafteten Matrosen zu befreien. Um das zu verhindern befahl ein Leutnant namens Oskar Steinhäuser seiner Patrouille das Feuer auf die Demonstrierenden zu eröffnen. Dabei kamen sieben Demonstrierende zu Tode. 29 wurden schwer verletzt. Die Matrosen erwiderten das Feuer wodurch Steinhäuser und zwei weitere Offiziere schwer verletzt wurden. Das war der Startschuss für die Novemberrevolution.

 

„Nun war kein Halten mehr, die revolutionäre Lawine begann zu rollen. Matrosen und Landtruppen wählten einen Soldatenrat und bewaffneten sich. Am 4. November waren es 20.000 Mann. Die vom Gouverneur zum Einsatz gegen die revolutionären Matrosen befohlenen Infanterieregiementer gingen über“, weiß Willi Dickhut zu berichten.

Gesandte schwärmten in alle Himmelsrichtungen aus

An diesem 4. November schwärmten Gesandte des Soldatenrats in alle Himmelsrichtungen aus. Die Flamme der Revolution wurde in alle Städte getragen: Am 6. November übernahm der Wilhelmshavener Soldatenrat die Macht in der Stadt; am 7. November waren alle größeren Küstenstädte unter Kontrolle; dazu kamen Braunschweig, Frankfurt am Main, Hannover, Stuttgart, und am 7. November wurde das revolutionäre Feuer in München entzündet.

 

Hier kann die Broschüre "100 Jahre Novemberrevolution" von Willi Dickhut bestellt werden!