200. Geburtstag

Karl Marx – genialer Theoretiker und Führer des internationalen Proletariats

Zu seinem 200. Geburtstag am 5. Mai 2018 gedenkt die MLPD wie Millionen Arbeiter und Revolutionäre auf der ganzen Welt des großen Denkers und Praktikers der internationalen Revolution – Karl Marx.

Von hm/dw
Karl Marx – genialer Theoretiker und Führer des internationalen Proletariats
Karl Marx (Foto: Thierry Ehrmann / Flickr)

In Gelsenkirchen findet am 5. Mai eine Veranstaltung der MLPD zu Karl Marx statt (mehr dazu). Vielerorts wird die "Filmische Präsentation zu Lehren und Leben von Karl Marx" aus der Filmreihe der MLPD "Dem Antikommunismus keine Chance" gezeigt - verbunden mit Diskussionsrunden.

200 Jahre Karl Marx - Veranstaltung mit Filmnacht am 5. Mai in Gelsenkirchen
200 Jahre Karl Marx - Veranstaltung mit Filmnacht am 5. Mai in Gelsenkirchen

In Kürze:

  • Auch bürgerliche Medien kommen nicht umhin, das Lebenswerk von Marx zu würdigen
  • Von seinem Engagement für den Befreiungskampf der Arbeiterklasse sind sie meist weit entfernt
  • MLPD lädt zur Veranstaltung zum 200 Geburtstag von Karl Marx am 5. Mai in Gelsenkirchen

Karl Marx und Friedrich Engels haben mit ihrem gemeinsamen Werk „Manifest der kommunistischen Partei“ 1848 die programmatische Grundlage für die kommunistische Arbeiterbewegung weltweit gelegt. Sie erarbeiteten die Grundlagen des wissenschaftlichen Sozialismus und engagierten sich mit ganzer Kraft für den organisatorischen Zusammenschluss der Arbeiter international. Denn nur organisiert kann die Arbeiterklasse siegen und die kapitalistische Ausbeutung und Unterdrückung abschaffen.

 

Auch die bürgerlichen Medien kommen in diesen Tagen nicht umhin, das Lebenswerk von Marx zu würdigen und wenigstens teilweise anzuerkennen.

Karl-Marx-Rolle - Herzenswunsch von Mario Adorf

 

Auf arte und ZDF wurde am 28. April und 2. Mai zu bester Sendezeit der Dokumentarfilm „Karl Marx – Der deutsche Prophet“ mit Mario Adorf in der Hauptrolle ausgestrahlt. Man spürte, dass es Mario Adorf schon lange ein Herzenswunsch war, mit seinen 87 Jahren die Rolle des Karl Marx zu spielen.

 

Aus der Perspektive von Marx' jüngster Tochter Eleanor betrachtet der Film die Schlussphase und in Rückblenden frühere Stationen im Leben des großen Revolutionärs. Eleanor Marx trug wesentlich  dazu bei, sein Werk weltweit bekannt zu machen. Sie machte dies zu ihrer Lebensaufgabe, weil sie zutiefst überzeugt von seiner akribischen Klarheit und Wissenschaftlichkeit war. Dafür stellte sie auch ihre Schauspielkarriere zurück.

Zutreffende und weitsichtige Analysen

 

Im ersten Teil des Dokumentarfilms wird deutlich, wie sich gerade heute Marx' Analyse der Krisenhaftigkeit des Kapitalismus, seiner Tendenz zur Ausbreitung über die ganze Welt und seiner Gesetzmäßigkeit, alle gesellschaftlichen Bereiche der profitorientierten Warenproduktion zu unterwerfen, glänzend bestätigt.

 

Umso subtiler zeichnen die Filmemacher im weiteren Verlauf zugleich ein Bild von Karl Marx, der in seinem persönlichen Leben scheiterte, den politischen Erfolg seiner Lehren nicht mehr miterlebte und mit deren Umsetzung nach der sozialistischen Revolution in Russland und in China sicherlich nicht einverstanden gewesen wäre.

"Diktatur des Proletariats" nicht im Sinn von Karl Marx?

 

Das stellt die geschichtliche Realität auf den Kopf. Der Siegeszug des wissenschaftlichen Sozialismus in der Arbeiterbewegung begann zu seinen Lebzeiten. Die Schlussfolgerung von der notwendigen radikalen Revolution und Errichtung der Diktatur des Proletariats zur Niederhaltung der alten Ausbeuterklasse stammte von Karl Marx - und nicht erst von Lenin, wie der Film suggeriert.

 

Lenin und die sozialistische Oktoberrevolution standen genausowenig im Widerspruch zu den Lehren von Marx wie Mao Zedong und die chinesischen Revolutionäre. Sie entwickelten diese vielmehr schöpferisch und erfolgreich weiter. Die prinzipielle Kritik Lenins am Opportunismus der sozialdemokratischen Führer und der MLPD am revisionistischen Verrat in ausnahmslos allen ehemals sozialistischen Ländern setzt die schöpferisch-kritische Methode von Karl Marx konsequent fort.

Entbehrungen - Folge politischer Verfolgung

 

Der Eindruck vom praktischen Scheitern des großen Philosophen floss oft in Form von Anekdoten und fiktiven Erzählungen der Film-Eleanor ein. So etwa, wenn sie erzählte, dass ihr Vater zwar für die New York Times als Europakorrespondent schrieb, sein Verdienst daraus aber nicht einmal reichte, seine Familie zu ernähren. Finanziell wurde er als "Loser" dargestellt, nach dem Motto: Er hat zwar die Rolle des Kapitals im Kapitalismus genial analysiert, konnte aber selbst mit Geld nicht umgehen.

 

Das ist schon sehr schäbig, denn selbst andere Passagen des Films machen deutlich, dass es die politische Verfolgung durch die Bourgeoisie war, die ihn immer wieder zur Flucht trieb und seiner Familie in Armut und ins Londoner Exil brachte. Und dass es sein praktischer Idealismus war, der ihn auf Vieles verzichten ließ, um sich vollständig auf seine weltbewegende Arbeit zu konzentrieren - solidarisch unterstützt von seinen Genossinnen und Genossen, allen voran Friedrich Engels.

Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt aber darauf an sie zu verändern

Karl Marx

Marx war kein Gelehrter im "Wolkenkuckucksheim", sondern in seinem ganzen Leben Revolutionär. "Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt aber darauf an sie zu verändern", nach dieser bekannten Aussage in seinen "Thesen über Feuerbach" handelte Karl Marx.

 

Während Filme wie „Karl Marx – Der deutsche Prophet“ versuchen, mit Kommentaren selbsternannter Experten die Leistungen von Marx in freundlich-sachlichem Ton zu relativieren, erhalten in anderen Sendungen und Zeitungsbeiträgen offene Reaktionäre und Antikommunisten das Wort. Teilweise geht das soweit, alle Toten der Weltkriege und sämtlicher Konterrevolutionen dem Marxismus anzulasten.

Gedenken in Verbindung mit dem aktuellen Klassenkampf

 

Alle bürgerlichen und kleinbürgerlichen Marx-Kenner sind dabei einig, seine revolutionäre dialektische Methode auf keinen Fall auf die heutige Welt und sich selbst anzuwenden. Von seinem lebenslangen Engagement für den Befreiungskampf der Arbeiterklasse und Unterdrückten der Welt sind sie meilenweit entfernt.

 

Die heutigen Erben Marx' feiern ihn unter anderem am 5. Mai in Gelsenkirchen in Einheit von historischem Gedenken und aktuellem Klassenkampf. Die MLPD lädt alle Interessierten herzlich dazu ein. Wer sich selbst einen Eindruck von seinem Werk verschaffen will, sollte das anhand der Originalschriften von Marx und Engels tun, die im Verlag Neuer Weg erhältlich sind.