Berlin

ver.di-Streik betrifft „unbeteiligte Bevölkerung“?

Der Kommunale Arbeitgeberverband Berlin (KAV BERLIN) warnt in einer Pressemitteilung vom 5. April:

Von wb

„Die Auswirkungen der Streiks betreffen wieder einmal mehr die unbeteiligte Bevölkerung. Mülltonnen werden nicht entleert, Straßen nicht gereinigt, Recyclinghöfe sind geschlossen und die Servicehotline der Wasserbetriebe wird voraussichtlich schwer erreichbar sein“.

 

Jetzt wollen sie die streikenden ver.di-Kolleginnen und -Kollegen verantwortlich machen, dass bei den Tages-Warnstreiks Busse und Bahnen stillstehen, Kitas und Ämter geschlossen bleiben. Seit wann interessiert sich der Arbeitgeberverband für die Menschen, die Beschäftigten?

 

Sie sind es doch, die auch bei der zweiten Verhandlungsrunde am 12./13. März kein Angebot vorgelegt haben. Jetzt behaupten sie dreist: „Im Gegenteil sind die öffentlichen Arbeitgeber zu angemessenen Lohnerhöhungen für ihre Beschäftigten bereit und wollen deren hervorragende Arbeit wertschätzend belohnen.“ Einen Beleg dafür bleiben sie allerdings schuldig.

Viele Menschen wollen, dass die Streikenden anständig bezahlt werden

Die Verbände wollen mit solchen Meldungen die „unbeteiligte Bevölkerung“ gegen die Streikenden aufbringen. Doch die hat auch ein Interesse, dass die öffentliche Daseinsvorsorge nicht durch fehlende Einstellungen und eine damit verbundene höhere Krankheitsquote beeinträchtigt wird. Und viele Menschen wollen, dass diese „anständig bezahlt werden“; auch weil sie wissen, wie teuer das Leben insbesondere in den Großstädten ist, wo oft allein fast die Hälfte des Gehalts für Mieten und Nebenkosten draufgeht.

 

Trotz spontaner Zustimmung und viel Verständnis unter den Menschen ist es wichtig, dass die Streikenden ihre Kampfschritte immer mit einer Öffentlichkeitsarbeit verbinden. Und die sogenannten Unbeteiligten können ihre Sympathie bekunden wo immer sie auf Streikende treffen - das stärkt den Rücken.