Babelsberg

Solidarität mit Babelsberg 03

Viele antifaschistische Fußballfans unterstützen derzeit den SV Babelsberg 03 - ein Potsdamer Verein der Regionalliga - gegen den Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV). Was ist geschehen?

Korrespondenz aus Dresden

Im April 2017 missbrauchten Faschisten im Fanblock von Energie Cottbus ein Spiel in Babelsberg zu faschistischen und antisemitischen Provokationen, dem Zeigen des Hitlergrußes usw. und stürmten das Spielfeld.

 

Diese Sache war geplant! Fans und Vereinsführung von Babelsberg 03 wiesen diese Provokation sofort zurück: "Nazis raus aus den Stadien!" Der NOFV verhängte daraufhin Geldstrafen gegen beide Vereine, gegen Cottbus ausdrücklich wegen "rechtsextremistischer und antisemitischer Verfehlungen". Der Skandal begann, als die Strafe gegen Cottbus aufgehoben wurde, gegen Babelsberg aber bestehen blieb. Fans und Verein entschieden: "Wir zahlen nicht!"

 

Vollkommen richtig! Der NOFV droht nun - nachdem null drei standhaft bleibt - mit einem Spielverbot, um die Zahlung der Strafe zu erzwingen. Das wird einmütig von vielen Fans zurückgewiesen. In zwei Tagen traten dem Verein 120 neue Mitglieder bei. Der Bundesliga-Verein Werder Bremen erklärte sich solidarisch.

 

Bei manchen Vereinen wie Dynamo Dresden oder Erzgebirge Aue, aber auch bei Vereinen der ersten Bundesliga in Westdeutschland, ist es geduldet, dass Faschisten aus den Fanblöcken heraus agieren, rassistische Sprechchöre rufen, Naziabzeichen auf den Fanklamotten tragen usw. Der SV Babelsberg 03 zeigt hier klare Kante. Er ist ein Verein, der sich als links versteht, die Fans verteidigten das Karl-Liebknecht-Stadion und ein Banner von Karl Liebknecht ist bei jedem Spiel dabei. Das Besondere des Vereins ist auch seine dritte Mannschaft: bei Welcome united 03 spielen nur Flüchtlinge in der Kreisklasse Havelland.