Umwelt

Meeresspiegel steigt schneller als bisher angenommen

Nach einer seriösen Studie des Geophysikers Steve Nerem (USA) und seines Teams steigt der Meeresspiegel zunehmend schneller an, als prognostiziert.

Von ak
Meeresspiegel steigt schneller als bisher angenommen
Am 11. November 2017 erklärten 2.000 Menschen ihr "Nein" zum "weiter so" der Monopole und ihrer Parteien (rf-foto)

Nach Auswertung von Satellitenmessungen geht Steve Nerem davon aus, dass der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 statt um 30 sogar um 65 Zentimeter steigen könnte – nach vorsichtiger Schätzung! Für ihre Studie werteten die Forscher Satellitendaten der vergangenen 25 Jahre aus.

Die Malediven sind dem Untergang geweiht, wenn sich die Prognosen bestätigen (foto: Shahee Ilyas (CC BY-SA 3.0 nicht portiert))
Die Malediven sind dem Untergang geweiht, wenn sich die Prognosen bestätigen (foto: Shahee Ilyas (CC BY-SA 3.0 nicht portiert))

In Kürze

  • Nach Schätzungen kann der Merresspiegel bis 2100 statt um 30 sogar um 65 Zentimeter steigen
  • GroKo-Koalitionsvertrag revidiert bisherige Klimaziele
  • Küstennahe Städte und Gebiete sind in Gefahr - Landverluste schon jetzt unvermeidlich

Die Studie bestätigt die Analysen in dem Anfang 2014 erschienenen Buch „Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?“ von Stefan Engel. Zu den Auswirkungen heißt es darin: „Eine Reihe von Inselstaaten wie die Malediven oder große Teile Bangladeschs würden dadurch bereits vom Meer verschlungen.“ An den Küsten lebt etwa die Hälfte der Weltbevölkerung, auch in Millionenstädten wie New York, London, Rotterdam, Mumbai, Tokio, Shanghai oder Hamburg. Hunderte Millionen Menschen würden in die Flucht getrieben.

Grund: Ansteigen des CO2-Gehalts in der Atmosphäre 

Verantwortlich für diese katastrophale Entwicklung sei das Abschmelzen der Eisschilde und die Ausdehnung des Wassers durch die Erwärmung. Vordergründig ja, aber das ist nur die Folge der Klimaerwärmung, ausgelöst durch das Ansteigen des CO2-Gehalts in der Atmosphäre auf über 400 ppm1 (erstmals 2013), insbesondere durch die ungebremste Verbrennung fossiler Brennstoffe.

 

Daran hat keine der jährlichen, Millionen verschlingenden UN-Weltklimakonferenzen etwas geändert. Der CO2-Ausstoß steigt - allen vagen Absichtserklärungen zum Trotz - jährlich weiter, weil kein Konzern im internationalen Konkurrenzkampf zurückfallen will.

Regierungen sind Dienstleister der Monopole

In ihrem Interesse handeln auch die Regierungen und ergreifen als Dienstleister der Monopole keine wirksamen Maßnahmen. Im Gegenteil! So tritt US-Präsident Donald Trump dafür ein, weltweit 1.600 neue Kohlekraftwerke zu bauen, und „befeuert“ damit die weitere Klimaerwärmung.

 

Im Koalitionsvertrag der angestrebten GroKo bekennen sich CDU/CSU und SPD zu den unverbindlichen Zielen der Pariser UN-Weltklimakonferenz, die Erderwärmung „auf deutlich unter zwei Grad Celsius und möglichst auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen“. Gleichzeitig revidieren sie ihre eigenen unzureichenden Klimaziele noch weiter.

Anpassungsstrategie muss scheitern

Notwendig wäre dagegen ein schnelles Ersetzen fossiler durch regenerative Brennstoffe. Der Koalitionsvertrag sieht dagegen vor: „Wir wollen die deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel fortentwickeln...“ z.B.: „Zudem werden wir dieses Programm zum vorbeugenden Hochwasserschutz ausbauen und den Küstenschutz sicherstellen.“ Diese Anpassungsstrategie wird scheitern. Deiche können nicht beliebig erhöht werden, ganze Städte nicht geschützt werden.

 

„Landstriche, die man heute als betretbaren und erlebbaren Bereich sieht, werden nicht mehr da sein, weil sie im Meer versinken“, sagte der Vorstand der Stiftung Küstenschutz Sylt, Helge Jansen, im Radioprogramm SWR Aktuell. Als Sofortmaßnahme gegen den steigenden Meeresspiegel begrüßte er die Deicherhöhungen in Norddeutschland. Doch bei einem weiter steigenden Meeresspiegel reichten alle bisherigen Maßnahmen nicht - Landverluste seien unvermeidlich.

 

Der Übergang in eine globale Klimakatastrophe darf zudem nicht isoliert betrachtet werden. Die Klimaveränderungen sind nur einer der Hauptfaktoren des des Umschlag in eine globale Umweltkatastrophe. Die Zerstörung der lebensnotwendigen Ozonschicht ist ein weiterer Faktor. Auch hier gibt es keine Entwarnung. So kam ein internationales Team unter Leitung von Forschenden der ETH Zürich und des Physikalisch-Meteorologischen Observatorium Davos jetzt zu erschreckenden Ergebnissen. Die Ozonschicht nahm zwar über den Polen wieder zu. Aber über den dicht besiedelten mittleren Breiten und den Tropen nimmt sie weiter ab.

Verheerende Wechselwirkungen

Auch die unverantwortliche Fortsetzung der zivilen und militärischen Nutzung der Atomkraft belasteten die Welt. Diese und andere Faktoren bilden eine verheerende Wechselwirkung und verstärken sich zum Teil gegenseitig. So ist der Umschlag in die Katastrophe bereits weit fortgeschritten.

 

Die drohende globale Umweltkatastrophe, die die Existenz der Menschheit gefährdet, muss verhindert werden! Das geht nicht im Vertrauen auf die imperialistischen Regierungen, sondern nur durch den weltweiten aktiven Widerstand der Arbeiterklasse und Unterdrückten der Welt gegen die kapitalistische mutwillige Zerstörung der Lebensgrundlagen der Menschheit. Die überparteiliche Umweltgewerkschaft ist eine Kampforganisation, die den Mut hat, sich mit Gegnern wie VW anzulegen. Das hat sie auch bewiesen mit der Organisierung der Demonstration mit 2.000 Teilnehmern gegen den Weltklimagipfel in Bonn.

Perspektive: Sozialismus

Die Einheit von Mensch und Natur kann jedoch nur in einem gesellschaftsverändernden Kampf mit dem Ziel der Beendigung der Monopolherrschaft und des Aufbaus des Sozialismus erhalten und stabil wiederhergestellt werden. Wer sich dieser Perspektive anschließen will, ist als  Mitglied der MLPD oder des REBELL herzlich willkommen.