Autokonzerne

Empörende Abgastests an Menschen und Affen

Abgastests an Menschen und Affen, um die Ungefährlichkeit der Abgase von Dieselautos vorzutäuschen. Dafür gründeten und finanzierten die führenden deutschen Autokonzerne Daimler, VW und BMW zusammen mit dem Autozulieferer Bosch bereits 2007 die „Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor“ (EUGT).

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Empörende Abgastests an Menschen und Affen
Protest gegen umweltzerstörende Konzerne am 11. November in Bonn (Foto: RF)

Das ist erst jetzt durch eine Recherche der "New York Times" bekannt geworden. Die Enthüllungen dazu offenbaren erneut die unglaubliche Verkommenheit der Konzerne.

 

2014 ließ VW in den USA Experimente mit Affen durchführen, indem sie entweder den konzentrierten Abgasen „alter“ Dieselautos ausgesetzt wurden oder den Abgasen des VW-Beetle mit der manipulierten Abgastechnik.

Diesel-Abgase gesund?

Die Tierquälereien sollten beweisen, dass die Schadstoffbelastung dank der angeblichen (manipulierten) Abgasreinigung erheblich abgenommen habe und Dieselfahrzeuge heute keine Gesundheitsschäden mehr verursachen würden. 

Ein Affe im Versuchslabor (foto: gemeinfrei)
Ein Affe im Versuchslabor (foto: gemeinfrei)

In Kürze

  • Bereits 2014 ließ VW in den USA Abgas-Experimente mit Affen durchführen
  • Bereits 2013 gab es am Uniklinikum Aachen Abgasversuche mit Menschen
  • Feinstäube und Stickoxide führen zum vorzeitigen Tod von 400.000 Menschen jährlich in der EU

Bereits im Jahr zuvor (2013) wurden von der „Forschungsvereinigung“ entsprechende Menschenversuche in einem Institut des Uniklinikums Aachen an 25 jungen, gesunden Personen durchgeführt. Über mehrere Stunden mussten die Probanden das Gas NO2 in unterschiedlichen Konzentrationen einatmen. Laut der Studie habe man keinerlei Wirkung auf die Gesundheit der Testpersonen feststellen können.

 

Tatsächlich und längst nachgewiesen ist, dass Feinstäube und Stickoxide die Hauptfaktoren dafür sind, dass 400.000 Menschen jährlich in der EU vorzeitig sterben. Ein zusätzlicher Skandal ist, dass die zuständige Ethikkommission des staatlichen Uniklinikums die Menschenversuche nachträglich als „vertretbar“ bewertete. Das zeigt ein weiteres Mal, wie der Staat als Dienstleister der Monopole funktioniert.

Wieder mal "von nichts gewusst"

Natürlich haben die Konzernmanager von VW, Daimler, BMW und Bosch sowie bürgerliche Politiker von den Menschen- und Affenversuchen mal wieder "nicht gewusst" und geben sich heuchlerisch „erschüttert“. Wer fühlt sich da nicht erinnert an die ersten Enthüllungen zur kriminellen Abgasmanipulation, als der komplette Vorstand von VW seine Hände in Unschuld wusch?

 

Man verurteile die Versuche „auf das Schärfste“, so der Daimler-Konzern. Angeblich würde das Vorgehen der vom Konzern mit gegründeten Forschungsvereinigung „unseren Werten und ethischen Prinzipien“ widersprechen. Und wieder einmal fordern Politiker wie Niedersachsens Wirtschaftsminister und VW-Aufsichtsrat Bernd Althusmann (CDU) „vollständige Aufklärung“ und „harte personelle Konsequenzen“.

 

Mit "Aufsicht" hat seine Tätigkeit für VW in Wirklichkeit wenig zu tun. Vielmehr hilft Althusmann genauso wie die gesamte niedersächsische Landesregierung, das Kraftfahrtbundesamt, das Bundesverkehrsministerium und allen voran Bundeskanzlerin Merkel den Automobilkonzernen bei der Durchsetzung ihrer wirtschaftlichen und politischen Interessen.

Staatsmonopolistischer Kapitalismus live

Dazu gehört auch, eine "vollständige Aufklärung" der tatsächlichen Zusammenhänge im staatsmonopolistischen Kapitalismus mit allen Mitteln zu verhindern.

 

Konzerne kennen nur einen Wert und ein ethisches Prinzip: Die Profitsteigerung! Wer eine grundsätzliche Alternative zu diesem System sucht, das die natürlichen Lebensgrundlagen und die Gesundheit des Menschen systematisch zerstört bzw. schädigt, der muss die Arbeiter- und Umweltpartei MLPD stärken.