Reutlingen

Protest gegen AfD-Neujahrsempfang

Am 19. Januar 2018 fand zum zweiten Mal ein AfD-Neujahrsempfang in Reutlingen statt. Und das im städtischen Spitalhof am Marktplatz - auch eine Methode, sich als gutbürgerliche Partei darzustellen.

Korrespondenz
Protest gegen AfD-Neujahrsempfang
(rf-foto)

Innerhalb einer reichlichen Woche stand der Protest: ca. 400 Leute aller Altersklassen, viele junge Menschen, Lautsprecherwagen, Musik, fünf  Rednerinnen und Redner.

 

ROSA, ein antifaschistisches Bündnis junger Reutlinger/-innen, prangerte angriffslustig die AfD als mit Faschisten durchsetzte Partei an. Ein junger Mann des alternativen Jugendclubs „Zelle“ griff besonders deren reaktionäres Frauenbild an. Der junge afghanische Flüchtling, der auch den Rebell kennt, bekam den meisten Applaus, so als er es als Lüge bezeichnete, dass die AfD eine Protestpartei des "kleinen Mannes" sei. Er fragte: "Vernichten Flüchtlinge Arbeitsplätze oder vermieten Flüchtlinge Wohnungen zu Wucherpreisen, versauen sie die Umwelt und diktieren die Löhne?"

 

Der MLPD-Direktkandidat der Stadt, Michael Weidner, betonte den Zusammenhang zwischen der reaktionären Flüchtlings- und der Wirtschaftspolitik der Regierung, der Vernichtung von Arbeitsplätzen und den aktuellen Tarifrunden. Auch er erhielt viel Zustimmung: die AfD sei arbeiterfeindlich und Wegbereiterin des Faschismus.

 

Leider kamen die Redebeiträge unserer Delegation des Internationalistischen Bündnisses und der Tübinger Montagsdemo nicht zum Zug. Nächstes Mal müssen auch wir in der Vorbereitung mitarbeiten, denn die ROSA- Leute waren sehr offen. Dafür prangte in der Zeitung ein Bild von vier Montagsdemonstranten mit ihrem Transparent „Kein Fußbreit den Faschisten“ in deutsch, griechisch und türkisch.

 

Martialisch vermummte und bewaffnete Polizei überall, vier Polizeipferde, viele Absperrungen. Einige junge Demonstranten waren wohl nach der Kundgebung in den Spitalhof gelangt. Im Bericht wurden daraus Tumulte, Blockade und Sturm des Gebäudes. Soweit wir es mitbekamen, waren es berechtigte Sprechchöre! Der alte Spruch: „Deutsche Polizisten schützen die Faschisten“ passte gut.