Herne

Bürgerinitiative gegen Sondermüllverbrennungsanlage gegründet

Anwohner und Umweltschützer sind mächtig sauer, es stinkt zum Himmel: erneut hat die Firma Suez einen Antrag auf Kapazitätserweiterung ihrer Sondermüllverbrennungsanlage gestellt - den nunmehr 22. Antrag seit 1995.

Korrespondenz
Bürgerinitiative gegen Sondermüllverbrennungsanlage gegründet
Über 40 Menschen kamen zum Gründungstreffen (Foto: www.dickeluft-herne.de)

Mitten im Wohngebiet hätte die Anlage so nie gebaut werden dürfen. Deklariert ist sie offiziell als „Bodenreinigungsanlage“. Seit 2013 werden dort neben Bohrschlämmen auch „freigemessener“ Bauschutt aus dem AKW Würgassen verbrannt.

Kämpferisch, selbstbewusst, überparteilich

Umweltschützer befürchten radioaktive Belastung, wie immer wiegelt die Firma ab. Jetzt besteht die Befürchtung, dass künftig auch Bohrschlämme von Fracking-Bohrungen aus Niedersachsen herangekarrt werden, mit Zustimmung des Landesministeriums.

 

Kein Giftmüll-Tourismus, Stop der geplanten Kapazitätserweiterung: dies sind die Forderungen der neu gegründeten Bürgerinitiative, die sich längerfristig auch für die komplette Schließung der Anlage einsetzt. Über 40 Menschen kamen zum Gründungstreffen. Die Bürgerinitiative ist mit Vertreterinnen und Vertretern von Umweltorganisationen wie BUND, Umweltgewerkschaft und verschiedenen Parteien breit aufgestellt.

Geduld und Ausdauer sind notwendig

Sofort wurde eine informative Homepage eingerichtet: www.dickeluft-herne.de.  Empört sind die Bürger auch deshalb, weil Herne und Gelsenkirchen schon jetzt an der Spitze der Krebserkrankungen stehen. Kontakt besteht auch zu der Essener Bürgerinitiative "Gegen den Giftmüll-Schredder in Kray“, die nach 20- jährigem Widerstand die Schließung der Anlage erreichen konnte. Unterstützung kommt auch von der Umweltgewerkschaft Gelsenkirchen.

"Das Klo des Ruhrgebiets"

Auch die Zentraldeponie Emscherbruch der AGR (Abfallentsorgungsgesellschaft Ruhrgebiet) in Gelsenkirchen und Herten plant eine Kapazitätserweiterung von 4,6 Millionen Tonnen. Es sind auch 1,5 Millionen Tonnen mit Giften belasteter Sondermüll eingeplant. Kritiker bezeichnen die riesige Deponie als „das Klo des Ruhrgebiets“. Seit ihrem Bestehen wehren sich die Anwohner dagegen. 1987 kam es zu einem enormen Widerstand, mit großer Unterstützung der evangelischen Kirche gegen die vorgesehene Einlagerung von Giftmüll.