VW-Krise

Erst für VW ins Gefängnis, dann fristlos gefeuert

Der langjährig für das USA Geschäft verantwortliche VW-Manager Oliver Schmidt wurde von einem Detroiter Gericht zu sieben Jahren Gefängnis und 400 000 Dollar Strafe verurteilt.

Von gp

Nach anfänglichem Leugnen hat Oliver Schmidt vor Gericht ein volles Schuldgeständnis abgelegt. Er gab zu, bewusst die kriminellen Abgasmanipulationen des VW-Konzerns gegenüber den zuständigen US-Behörden verschwiegen und gelogen zu haben.

 

Im Herbst 2015 hatte Schmidt als Zeuge der niedersächsischen Justiz von einem Kollegen berichtet, der jahrelang von seinen Vorgesetzten gezwungen wurde, die manipulierte Dieselsoftware einzubauen. Ansonsten sei seine Karriere bei VW zu Ende.

 

Schmidt passiert jetzt genau das Gegenteil. Weil er gemacht hat, was der Vorstand von VW von ihm wollte, fliegt er jetzt. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat Schmidt von VW die fristlose Kündigung erhalten. Die Begründung eines VW-Sprechers: "Bei schwerwiegenden Pflichtverletzungen von Beschäftigten, zumal im Falle strafgerichtlicher Verurteilungen, müssen zwingend auch arbeitsrechtliche Maßnahmen geprüft werden." Das sei  „integraler Bestandteil der Compliance-Pflicht“ jedes Unternehmens.

 

Was für eine Heuchelei! Der gesamte VW-Vorstand und ein Großteil des Aufsichtsrats haben jahrelang mit krimineller Energie die Abgaswerte manipuliert und den vorzeitigen Tod Tausender Menschen billigend in Kauf genommen. Vom Standpunkt des Finanzkapitals haben sie sich nichts zuschulden kommen lassen, sondern nur ihre Pflicht erfüllt, den Aktionären Maximalprofit zu garantieren!