Abgasbetrug

Warum will VW auf Dieselsubventionen verzichten?

Der geschäftsführende Bundesverkehrsminister Christian Schmidt¹ versteht die Welt nicht mehr. VW-Chef Matthias Müller „hinterfragt“ inzwischen öffentlich den „Sinn und Zweck der Dieselsubventionen".

Von wb
Warum will VW auf Dieselsubventionen verzichten?
Alte Kumpels: VW-Chef Matthias Müller und Noch-VDA-Chef Matthias Wissmann (foto: Matti Blume (CC BY-SA 4.0))

Was bei den Chefs anderer Automobilkonzerne auf geteilte Zustimmung stößt, hat offenbar den Hintergrund, dass sich VW angesichts des Image-Verlusts seiner Dieselfahrzeuge von der Steuersubvention kaum noch Konkurrenzvorteile erhofft. 

Umweltschützer Müller?

Müllers Vorstoß, stattdessen E-Autos steuerlich zu begünstigen, zielt darauf ab, mit einem pseudo-ökologischen Anstrich wieder aus der Krise des Konzerns herauszukommen. Möglicherweise geht es ihm auch darum, den Absatz von E-Autos zur Finanzierung der riesigen Investitionen beim Umstieg in die Elektromobilität zu fördern.

 

Dabei weiß er auch, dass die EU unter dem Druck der öffentlichen Kritik und der Interessen von Konkurrenten gegen die Subventionierung des Diesels vorgehen will.

 

Ausgerechnet Müller, der das System der kriminellen Manipulation bei VW bis heute faktisch verteidigt und so gut wie nichts zur Aufklärung beigetragen hat, gibt jetzt den Umweltschützer.

Was wirklich notwendig ist ...

Während die Führung der Grünen voll des Lobes für den Vorstoß von VW ist, gibt sich die MLPD mit Steuersenkungen für Diesel- oder E-Autos nicht zufrieden. Sie lehnt die besonders unsoziale Abkassierung der breiten Massen mittels indirekter Steuern wie auf Benzin und Diesel grundsätzlich ab und tritt stattdessen sein für:

 

  • die Finanzierung der E-Mobilität aus den Kassen der kriminellen Betrüger, statt einer Politik der Umverteilung zu Lasten der Massen!
  • die Umrüstung bzw. Einbau von SCR-Katalysatoren in Dieselfahrzeuge der „kleinen Leute“ und Kleinunternehmen auf Kosten der Autokonzerne! Ihnen wurden die Autos als „umweltschonend“ verkauft und sie sollen jetzt ein neues Fahrzeug kaufen, was viele nicht können.
  • die schnellstmögliche Umstellung der Antriebstechnologie, zur Nutzung regenerativer Energien; als Bestandteil einer Verkehrspolitik, in deren Rahmen zum Beispiel der Güterverkehr weitgehend auf Schienen und Wasser stattfindet und Einführung des Nulltarifs im Nahverkehr.
  • ein sozialistisches Gesellschaftssystem, in dem der Widerspruch zwischen der Vergesellschaftung von Produktion/Investitionen und der privaten Aneignung des Mehrwerts (Profite) überwunden ist und die Einheit von Mensch und Natur zur gesellschaftlichen Leitlinie wird!