Betriebsversammlung

Protest gegen Kündigung der Leiharbeiter bei VW in Wolfsburg

Eine eher ruhige Betriebsversammlung sollte es wohl nach dem Wunsch der Geschäftsleitung am 29. November in bei VW in Wolfsburg werden.

Korrespondenz aus Wolfsburg
Protest gegen Kündigung der Leiharbeiter bei VW in Wolfsburg
In Hannover protestierten Leiharbeiterinnen gemeinsam mit dem Internationalistischen Bündnis gegen ihre Kündigung durch VW und gingen mit einer „Hannoveraner Frauenerklärung“ an die breite Öffentlichkeit (Foto: RF)

Doch eine kämpferische Aktion von insgesamt ca. 20 Minuten durchbrach die von ihr erhoffte Ruhe in der Aussprache. Ein Redner forderte die Weiterbeschäftigung der Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter an einer Montagelinie. Sie sollen Ende 2017 entlassen und durch Ferienkräfte ersetzt werden.

Minutenlang Standing Ovations

Bei der Aktion standen mindestens 50 Kolleginnen und Kollegen mit Schildern auf und protestierten. Als dann zwei der Betroffenen sprachen, gab es minutenlang Standing Ovations. Eine Leiharbeiterin sprach Markenvorstand Herbert Diess direkt an: „Sehen sie mir in die Augen, Herr Diess!“

 

Damit provozierte sie, dass Diess das Wort ergriff – das war neu, laufen doch üblicherweise die Redebeiträge bei der Aussprache ins Leere – ohne Antworten. Insgesamt dreimal ergriff das Management und einmal der Betriebsratsvorsitzende das Wort.

Folgen für die Ingenieure - den Arbeitern nicht egal

Ein Kollege fragte wegen Gerüchten um Selbsttötungen in der Motorenentwicklung nach und wegen des Drucks auf Ingenieure im Zusammenhang mit dem Abgasbetrug, die teilweise privat verklagt werden. Es liefen Ermittlungen, es sei aber unverschämt, so etwas überhaupt zu fragen - so die Antwort.


Es ist sogar sehr solidarisch, wenn wir Werker diese Fragen stellen. Oder soll uns egal sein, welche Folgen die Vertuschung des Abgasbetrugs für die Kolleginnen und Kollegen aus der Forschung und Entwicklung hat?