EU-Afrika-Gipfel

Die Perspektive für Afrikas Jugend liegt im Kampf für Freiheit und Sozialismus

Am 30. November ging der EU-Afrika-Gipfel mit Vertretern aus 55 afrikanischen und 26 EU-Ländern in Abidjan (Elfenbeinküste) zu Ende. Offizielles Motto: „Investieren in die Jugend für eine nachhaltige Zukunft“.

Von rem
Die Perspektive für Afrikas Jugend liegt im Kampf für Freiheit und Sozialismus
Sofia aus Kenia, Repräsentantin des Weltfrauenmarschs, beim ICOR-Seminar 2017 (rf-foto)

Afrikas Bevölkerung ist sehr jung, 60% der Bevölkerung sind unter 25 Jahre. Der Umgang mit diesem riesigen Potenzial ziegt schonungslos die Dekadenz und Perspektivlosigkeit des imperialistischen Weltsystems.

Angebliche "Partnerschaft" hilft den Massen in Afrika nicht

Die EU versprach Investitionen bis 44 Mrd. Euro, u.a. für Maßnahmen der beruflichen Bildung. Allerdings will die EU selbst nur vier Mrd. aufbringen. Den Rest sollen Firmen investieren. Diese sind jedoch bekanntlich nur am eigenen Profit interessiert. In der Vergangenheit sah die „Partnerschaft“ entsprechend aus: afrikanische Märkte wurden für europäische Produkte geöffnet, oft genug ruinierte das die lokale Produktion z.B. von Bauern. Frankreich setzt vor allem – gemäß seiner Kolonial-Tradition – auf weitere Militarisierung. Regierungschef Emmanuel Macron forderte, dass die G5-Sahel-Truppe mit 5000 Soldaten aus westafrikanischen Ländern plus der bereits dort stationierten 4000 französischen Soldaten schneller aufgebaut werden soll.

Neuimperialistische Länder machen der EU in Afrika Konkurrenz

Vor allem sind Europas Imperialisten in Afrika mittlerweile mit neuimperialistischen Konkurrenten konfrontiert. Allen voran China, 2016 erstmals aufgestiegen zum Haupt-Kapital-Investor in Afrika (1). China trumpft dabei nicht kolonial auf, sondern präsentiert sich geschickt als Partner. So konnte es sich im Kongo 2,8 Millionen Hektar Land sichern zum Anbau von Ölpalmen für Biotreibstoffe – riesige Profite auf Kosten von Regenwald und Bauernland (2).

 

Für die meisten Länder Afrikas gilt die Charakterisierung von Stefan Engel: „In der Realität existiert die vermeintliche Souveränität der vom Imperialismus unterdrückten Länder nur formal; diese Länder werden mit einem kaum zu durchschauenden System finanzieller, ökonomischer und politischer Mittel in Abhängigkeit gehalten und von den imperialistischen Ländern geknebelt und bis aufs Blut ausgebeutet.“ (3)

Geheuchelte Empörung

All das erhöht den Druck auf Afrikas Jugend, vor Armut, Korruption und Repression zu fliehen.

 

Als die Nachricht auf den Gipfel schwappte, wie rund eine Million Flüchtlinge in Libyen hausen müssen und dass es dort Sklavenmärkte gibt, war die geheuchelte Empörung groß. Geheuchelt deshalb, weil Hilfsorganisationen und kritische Journalisten seit langem auf diese Katastrophe hinweisen, aber nichts passierte. Denn die EU kooperiert freundlich mit Libyen, um sich die Flüchtlinge vom Hals zu halten.

 

Nun beschloss der Gipfel, 3800 Flüchtlinge sofort wieder in ihre Heimatländer zurückzubringen. Zum Beispiel nach Niger, wo die deutsche Verteidigungsministerin Urusla von der Leyen einen Zaun bauen und mit deutscher Hilfe bewachen lassen will, um Migranten an der Weiterreise zu hindern.

 

Dazu ein Flüchtling, der selbst das Land durchquert hat, zu Rote Fahne News: „Das wird nicht klappen. Niger ist eines der ärmsten Länder und beherrscht von Korruption. An den Flüchtlingen wird viel verdient. Islamistische Faschisten kontrollieren die Flüchtlingsrouten. Sie werden sich andere Wege suchen.“

Motiv des Covers von
Motiv des Covers von "Hear our Voice". Das Buch kostet 15 Euro

Neuerscheinung - Ideales Weihnachtsgeschenk

  • Am morgigen Montag erscheint "Hear our Voice" im Verlag Neuer Weg.
  • Die Autorinnen sind Repräsentantinnen der kämpferischen Frauenbewegung in Afrika.
  • In Deutschland haben Frauen vom Frauenverband Courage und die Europakoordinatorin der Weltfrauenkonferenzen die Herausgabe besorgt.

 

Der Imperialismus hat keine Lösung

Das ganze Dilemma zeigt: der Imperialismus hat keine Lösung für die immensen Probleme, die er selbst ständig neu hervorruft. So ergreift in immer mehr Ländern vor allem die Jugend Initiative und kämpft mutig für ihre Zukunft. In Abidja wurde ein kritischer Gegengipfel organisiert, den die Polizei auseinander trieb. Macron wurde in Burkina Faso mit Steinwürfen empfangen.

 

Vor allem wächst mit der ICOR Afrika eine organisierende Kraft mit Perspektive für den revolutionären Befreiungskampf. Einen Einblick in die kämpferische Frauenbewegung in zehn Ländern Afrikas gibt das Buch „Hear Our Voice“, das morgen beim Verlag Neuer Weg erscheint.