Frankreich

Hohe Freitodrate unter Polizisten und Militärs

„Innerhalb einer Woche haben sechs Polizisten und zwei Militärs der Gendarmerie Nationale ihrem Leben ein Ende gesetzt“, titelt LeMonde.fr vom 13. November.

Korrespondenz aus Hamburg
Hohe Freitodrate unter Polizisten und Militärs
Traumjob Polizist? Bei der Gendarmerie Nationale in Frankreich nehmen sich überdurchschnittlich viele das Leben (foto: Rama (CC BY-SA 2.0 France))

Damit erhöhe sich die Zahl der Selbsttötungen bei der Polizei in diesem Jahr auf 44 (bei 150.000 Polizisten) und bei den Militärs auf 16 (bei 100.000 Soldaten). Seit Jahren ist bei Polizei und Gendarmerie die Zahl derjenigen, die sich das Leben nehmen, sehr hoch.

 

Schon Untersuchungen aus den Jahren 2005 bis 2009 haben eine um 36 Prozent höhere Rate von Selbsttötungen gegenüber dem Rest der Bevölkerung ergeben. Im Jahresdurchschnitt nehmen sich 42 Polizisten und 27 Militärs das Leben.

Extreme Arbeitsbedingungen

Polizeiquellen sehen die Hauptursache im privaten Bereich, während Vertreter der Unité-SGP Police der Gewerkschaft Force Ouvrière die Arbeitsbedingungen verantwortlich machen.

 

Sie seien unter anderem gekennzeichnet durch Entmündigung, mangelnde Anerkennung, Arbeitszyklen, die zu beruflicher und familiärer Erschöpfung und sozialen Isolation führten. Im Schnitt gibt es nur alle sechs Wochen ein freies Wochenende.