Hella Recklinghausen

Solidarität mit Klara Lutz – weg mit der Abmahnung!

Im Frühjahr bekam Klara Lutz, langjährige IG Metall-Vertrauensfrau und Mitglied der Vertrauenskörperleitung bei Hella in Recklinghausen, eine Abmahnung wegen „unerlaubtem Verlassen des Arbeitsplatzes“. Was war geschehen?

Bereits seit längerem wird bei Hella die Ausbeutungsschraube angezogen. Flexibilisierung auf Teufel komm raus und Abbau von Leiharbeitern, so dass die vorhandene Arbeit mit immer weniger Leuten geleistet werden muss und der Stress entsprechend steigt.

 

Im Sommer letzten Jahres ging dann die Geschäftsleitung dann dazu über, fest angestellte Montiererinnen und Montierer zu entlassen. Mit Abfindungsangeboten und massivem Druck in Einzelgesprächen und Versammlungen sollten sie sich „freiwillig“ mit dem Verlust des Arbeitsplatzes abfinden. Doch die Geschäftsleitung hatte erstmal die Rechnung ohne den Wirt gemacht.

Wir lassen uns den Arbeitsplatz nicht abkaufen!

120 Kolleginnen und Kollegen erklärten selbstbewusst: „Wir lassen uns den Arbeitsplatz nicht abkaufen!“. Der IG Metall- Vertrauenskörper stellte sich konsequent auf die Seite der Montierer. Klara Lutz beteiligte sich an den vier Versammlungen und trat mutig gegen die Arbeitsplatzvernichtung auf. Nach der letzten von vier Versammlungen erhielt sie die Abmahnung, obwohl sie in der Frühschicht um 13.30 Uhr abgestempelt und sich beim Meister abgemeldet hatte.

Politische Unterdrückung

Der Hintergrund liegt im zunehmenden weltweiten Konkurrenzkampf der Autokonzerne und auch der Zulieferer, zu denen Hella gehört. Die Umstellung auf Elektroautos lässt eine weitere Strukturkrise erwarten. Der Vorsitzende der „Arbeitsgemeinschaft Insolvenzrecht im Deutschen Anwaltsverein“ erwartet eine Pleitenwelle und den Verlust von über 100 000 Arbeitsplätzen bei den Zulieferern.

 

Die Folgen dieser Krisenentwicklung soll auf die Arbeiter und Angestellten abgewälzt werden. Und dazu brauchen sie Ruhe im Betrieb. Da ist es kein Wunder, dass in den letzten Monaten zahlreiche Abmahnungen gegen kämpferische IG-Metall-Kolleginnen und -Kollegen ausgesprochen wurden. Die Abmahnung gegen Klara Lutz ist politische Unterdrückung und Maßregelung zur Einschüchterung aller und muss vom Tisch. Das sehen auch viele Kolleginnen und Kollegen so und erklären sich solidarisch.

Unsere Zukunft sieht anders aus! Unsere Solidarität ist stärker!

Natürlich lässt Klara Lutz dies nicht auf sich sitzen. Eine Gegendarstellung wurde erstellt und unter Kollegen verteilt. Und sie hatte gestern ihren ersten Termin (Gütetermin) vor dem Arbeitsgericht. Wer einen von uns angreift, greift alle an!