Metallindustrie

Tarifauseinandersetzung nimmt an Fahrt auf

Am 26. Oktober beschloss der IG-Metall-Vorstand auf der Grundlage der Beschlüsse der bezirklichen und regionalen Tarifkommissionen die Forderungen für die Tarifrunde 2018.

Von Korrespondenz aus Ostdeutschland
Tarifauseinandersetzung nimmt an Fahrt auf
Die Metalltarifrunde 2018 hat begonnen - sie verbindet sich mit konzernweiten Auseinandersetzungen gegen Arbeitsplatzvernichtung wie bei Stahl, Siemens oder Air Berlin (rf-foto)

Die Forderung lautet 6 Prozent mehr Geld für die 3,4 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie sowie für die Auszubildenden. Laufzeit 12 Monate. 

Möglichkeit zur Arbeitszeitverkürzung gefordert

Ebenso wurde die Forderung auf einen „Rechtsanspruch für jeden Beschäftigten auf die Reduzierung der individuellen regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden für eine Zeitdauer von bis zu 24 Monaten sowie Zuschüsse in Form von Festbeträgen für Kolleginnen/Kollegen in besonders belasteten Arbeitszeitmodellen, Schichtbetrieb usw.“ aufgestellt.

 

Gewerkschaften als Kampforganisationen statt als Co-Manager sind gefragt (rf-foto)
Gewerkschaften als Kampforganisationen statt als Co-Manager sind gefragt (rf-foto)

In Kürze

  • Der IG-Metall-Vorstand hat am 26. Oktober seine Forderungen für die Tarifrunde 2018 beschlossen
  • Er trägt damit der Verschärfung der Arbeitssituation Rechnung
  • Jetzt gilt es für die Konzernbelegschaften, Taten folgen zu lassen

Beschäftigte in Schichtarbeit oder anderen gesundheitlich belastenden Arbeitszeitmodellen, die ihre Arbeitszeit verkürzen, sollen dafür einen Entgeltzuschuss erhalten, der bei 750 Euro im Jahr liegt.

 

Mit diesen Forderungen tragen die Tarifkommissionen und der IG-Metall-Vorstand der wachsenden Ausbeutung in den Betrieben, dem verstärkten Druck zur Pflege von Angehörigen, den wieder stärker ansteigenden Preisen und vor allem der Diskussion unter den Metall-Belegschaften darüber Rechnung.

Angleichung Ost-West längst überfällig

Die Tarifkommissionen von Berlin-Brandenburg-Sachsen, Küste und Thüringen (Bezirk Mitte) haben weitere Schritte in der Angleichung Ost-West gefordert. Unbestritten ist die Forderung und der Kampf um die Angleichung Ost-West längst überfällig.

 

Nach 27 Jahren Einheit und dem bislang ersten und letzten Kampf um die 35-Stunden-Woche im Jahr 2003 im Osten nimmt es nicht Wunder, dass es gerade darüber, besonders unter Gewerkschaftern, teilweise heftige und kontroverse Diskussionen gab und gibt.

Metaller wollen kürzere Arbeitszeit und keine Flexibilisierung

Hatte der Unternehmerverband Gesamtmetall im Vorfeld wie üblich auf "Klagemodus" geschaltet, meint sein Präsident Dr. Rainer Dulger jetzt Bedingungen stellen zu können: „Über Flexibilisierung kann man reden, aber dann bitte in beide Richtungen und ohne Anspruch.“

 

 

Der Masse der Metaller geht es mit ihren Forderungen aber um eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und nicht um eine wie auch immer gestaltete weitere Flexibilisierung der Arbeitszeit.

 

Dafür ist gerade auch angesichts einer neuen Qualität bei der massenhaften Vernichtung von Arbeitsplätzen wie bei Siemens und Air Berlin der volle Einsatz der gewerkschaftlichen Kampfkraft in dieser Tarifrunde gefragt. Eine erste Gelegenheit für kämpferische Aktionen sind unter anderem die am 15./16. November beginnenden Tarifverhandlungen.