thyssenkrupp

Dürfen Auszubildende nicht streiken?

„Wir müssen unsere Arbeitsplätze verteidigen. Was soll aus der Jugend werden?“ Das ist der Hauptgedanke bei vielen älteren Kolleginnen und Kollegen bei thyssenkrupp Steel.

Von lg / gp

Müssen da nicht die Auszubildenden an vorderster Stelle stehen beim notwendigen unbefristeten selbständigen Streik gegen die Fusions-Pläne? „Auszubildende dürfen nicht streiken“ - ist eine weitverbreitete Meinung und wird mit Sicherheit als Drohung von Vorgesetzten im Auftrag des Vorstands ausgesprochen.

Zur Ausbildung gehört auch Kämpfen lernen

Tatsächlich gibt es in Deutschland kein allseitiges und vollständiges gesetzliches Streikrecht und die Auszubildenden trifft diese Rechtlosigkeit besonders. Aber wo kommen wir hin, wenn sich die Arbeiterinnen und Arbeiter vom Gegner vorschreiben lassen, mit wem und wie gekämpft wird?

 

Auszubildende werden als Facharbeiter ausgebildet. Dazu gehört nicht nur, die beruflichen Fachkenntnisse zu erlernen. Dazu gehört auch, als Arbeiter kämpfen zu lernen.

Opel-Geschäftsleitung traute sich nicht, streikende Azubis zu maßregeln

Nicht zuschauen und abseits stehen, sondern sich eng mit den älteren Kollegen zusammenschließen und an vorderster Stelle stehen! Dazu gehört auch, dass die älteren Kolleginnen und Kollegen ihre Erfahrungen an die Jungen weitergeben, sie in alle Aktivitäten einbeziehen und sich schützend vor sie stellen.

 

Als sich im Oktober 2004 auch Auszubildende am siebentägigen selbständigen Streik der Bochumer Opelaner beteiligten, wurde das zum vielbeachteten Politikum. Die Geschäftsleitung traute sich nicht, sie zu maßregeln.

Solidarität einfordern

Konkret gilt es jetzt bei thyssenkrupp Steel, jede Auszubildende und jeden Auszubildenden von der Notwendigkeit wirksamer Kampfmaßnahmen aller Stahlarbeiter zu überzeugen. Die Auszubildenden müssen sich bei den Beratungen der Belegschaft zu Wort melden, verantwortlich Aufgaben bei der Organisierung von Kampfmaßnahmen übernehmen.

 

Wichtig sind auch Verbindungen zu den Auszubildenden der anderen thyssenkrupp Steel-Standorten. Geht mit eigenen Aktionen an die Öffentlichkeit und fordert Solidarität ein! Es geht vor allem um die Zukunft der Jugend, nicht nur bei Stahl.