VW-Krise

Verhaftung von Wolfgang Hatz bestätigt Siegmar Herrlinger auf ganzer Linie

In den Audi-Werken in Ingolstadt und in Neckarsulm fanden diese Woche Betriebsversammlungen statt.

Korrespondenz aus Heilbronn

In einer vom Betriebsrat moderierten Talkrunde wurde vier neue Vorstände vorgestellt. In Person sollen sie "Innovationskraft, Kompetenz und Tatendrang" repräsentieren. Bereits bei der IAA in Frankfurt hat VW die größte E-Offensive der Autoindustrie medienwirksam verkündet. Dafür sollen mehr als 20 Milliarden Euro direkt in die Industrialisierung der Elektromobilität investiert werden. Plan ist, alle ca. 300 Konzernmodelle zu elektrifizieren.

Kollegen müssen Freischichten nehmen

Für Ingolstadt wurde ab 2019 die Fertigung der A3-Limousine auf den A4-Bändern zugesagt. In Neckarsulm kritisierte der Betriebsratsvorsitzende Rolf Klotz, dass über alle Modellreihen Kollegen Freischichten nehmen müssen, um fehlende Produktionskapazitäten und die Neuanläufe zu überbrücken. 2017 sind mittlerweile beim A6 131 Schichten zu Lasten der Zeitkonten der Kollegen gestrichen worden - eine Form der Abwälzung der VW-Krisenlasten auf die Belegschaften. Viele Kollegen fürchten massive Arbeitsplatzvernichtung.

Hatz-Verhaftung gibt Siegmar Herrlinger auf ganzer Linie Recht

Mit der Verhaftung des ehemaligen Porsche-Entwicklungsvorstands Wolfgang Hatz bestätigt sich auf ganzer Linie jeder Hinweis von Siegmar Herrlinger, dass Porsche-Manager Teil des Betrugs mit manipulierten Diesel-Motoren waren.

 

Auf der Betriebsversammlung bei Audi in Neckarsulm informierte ein Kollege ausführlich darüber, wie Porsche mit Kritikern des Abgasbetrugs und Siegmar Herrlinger umgeht. Er rief die Versammelten auf, sich mit Siegmar zu solidarisieren und Porsche eine weitere Niederlage beizubringen.