Hannoveraner Frauenerklärung

Moderne Sklaverei?

Gestern jährte sich zum zweiten Mal, dass der kriminelle Abgasbetrug ans Licht der Öffentlichkeit kam und die VW-Krise begann.

Korrespondenz aus Hannover
Moderne Sklaverei?
Die gekündigten Leiharbeiterinnen mit Unterstützerinnen, unter anderem Anke Nierstenhöfer (links), bei der Auftaktkundgebung der Internationalistischen Liste/MLPD am 2. September in Hannover (rf-Foto)

Die Arbeiterinnen und Arbeiter bei VW sind nicht bereit, sich damit abzufinden, dass diese Krise auf ihrem Rücken abgeladen wird. Zu ihnen gehören mutige Powerfrauen in Hannover, die sich jetzt mit der „Hannoveraner Frauenerklärung“ an die breite Öffentlichkeit wenden.

Gegen Spaltung in Stamm- und Leiharbeiterinnen

Vier Leiharbeiterinnen, die bereits von VW-Hannover entlassen wurden, wehren sich berechtigt dagegen. Sie wenden sich auch gegen die Diskriminierung von Frauen und die Spaltung in „Stamm-“ und Leiharbeiter: „Warum wird eigentlich immer an uns 'kleinen Leuten' gespart, aber nicht in den oberen Etagen? Warum werden Manager, die für Milliardenstrafen wegen des Abgasbetrugs verantwortlich sind, mit Rentenzahlungen belohnt, aber immer mehr Leiharbeiter entlassen?

Keine Arbeiterinnen zweiter Klasse!

Der Plan von VW, uns wie gebrauchte Waschmaschinen loszuwerden, ist nicht aufgegangen. Die haben sich wohl gedacht, mit uns können sie es machen, weil wir nur vier 'kleine Frauen' sind ... Wir sind doch keine Arbeiterinnen zweiter Klasse! ... Wir wollen auch allen anderen Leiharbeiterinnen und Leiharbeitern Mut machen, sich zu wehren und sich zusammenzuschließen.

 

Und wir bitten Euch: macht unsere Geschichte weiter bekannt und setzt euch für unsere Übernahme bei VW ein. Jede Unterstützung für uns ist auch ein Schritt, die Spaltung in unterschiedliche Verträge und Tochterunternehmen zu überwinden!“

(Hier die Hannoveraner Frauenerklärung im Wortlaut mit Unterschriftenliste)

Bei VW Hannover schon 1.233 Unterschriften

Die Kolleginnen berieten sich mit Vertrauensleuten, Mitgliedern der Wählerinitiative der Internationalistischen Liste/MLPD, Frauen vom Frauenverband Courage und der Direktkandidatin Anke Nierstenhöfer in Hannover. Gemeinsam ergriffen sie die Initiative. Gabi Fechtner, die Vorsitzende der MLPD, schlug den Frauen vor, ihren Kampf bundesweit bekannt zu machen.

Jetzt bundesweit die Solidarität organisieren

Mit der Unterschriftensammlung für die „Hannoveraner Frauenerklärung“ kann ab sofort breit die Solidarität organisiert werden - in den Betrieben, in der kämpferischen Frauenbewegung, im Wohngebiet, bei Wahlkampfeinsätzen der Internationalistischen Liste/MLPD.

 

Unterstützt die Plattform der Powerfrauen und -mädchen im Internationalistischen Bündnis! Sie steht konsequent für die Befreiung der Frau und schließt die Frauen und Mädchen im Kampf um ihre besonderen Interessen zusammen. Die Arbeiterplattform steht für den Kampf gegen ein Gesellschaftssystem, in dem Umweltverbrechen legal und Ausbeutung normal ist.